Unruhige Zeiten?

Beim nebenbei Zuhören  eines Interviews über die Frankfurter Buchmesse fiel der Begriff „Wir leben in unruhigen Zeiten“….

…und das drang dann bis zu mir durch…ich merkte auf…warum eigentlich? Diesen Begriff hab ich so bewusst schon lange nicht mehr wahrgenommen.

Wenn ich versuche mich zurück zu erinnern kenne ich den Begriff aus anderen Jahrzehnten. In Deutschland leben wir seit mehr als 70 Jahren in Frieden…aber nicht immer in friedlicher Atmosphäre. Es gab schon öfter „Unruhige Zeiten“…nur als Beispiel: der RAF-Terror, Kernkraft- und Atomwaffen-Demonstrationen,  Überwindung der Teilung Deutschlands….usw.

Doch jetzt leben wir wieder in „Unruhigen Zeiten“…aber nicht in Deutschland allein…sondern in unserer Selbstverständlichkeit als Teils Europas….durch die Medien dringen auch aus anderen Ländern die schlechten Nachrichten zu uns durch….Terror, Gewalt, Unruhe, Angst sind Teil jeder Nachrichtensendung…das beeinflusst auch unser Leben.

Gewalt und Angst dringen in immer schnelleren Abfolgen zu uns durch. Wir können nicht mehr weghören…auch wenn wir es gerne möchten.

Aber mir läuft ein Schauer über den Rücken wenn so ganz charmant und nebenbei gesagt wird „Wir leben in unruhigen Zeiten“…es klingt so natürlich, so selbstverständlich…es überrascht Niemanden mehr…wir haben Terror, Gewalt und Angst als Teil unseres Umfeldes (egal ob im engeren oder weiteren Sinn) als normal akzeptiert.

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Endlich Wochenende

Es ist soweit, mein Schatz ist endgültig wieder da, Ende mit der Fernbeziehung…Donnerstagabend schon weit nach Mitternacht kam er an.

Da ich jedoch am nächsten Tag wieder früh arbeiten musste, hab ich ihm eine Willkommens-Girlande gebastelt  und gemalt (mit kleinen lieben Sätzen) und  im Flur quer vor die Wohnzimmertür gehängt und bin dann ins Bett gegangen. Zusätzlich hab ich ihm noch ein paar seiner Lieblingssüßigkeiten bereit gelegt und eine neue Schlafanzug-Hose….

Das war eine gute Idee, denn er hat sich echt gefreut…nur das wir jetzt bei jedem Gang ins Wohnzimmer erst einmal den Kopf einziehen müssen…okay – ich räume es heute noch weg.

Und auch im Job ist die interne Revision jetzt endlich geschafft….Im vorläufigen Bericht standen nur ein paar kleinere Themen für meinen Bereich, die teilweise auch noch verkehrt waren…zusammen mit meiner Chefin haben wir die Ergebnisse besprochen und sie hat das dann bei der Abschlussbesprechung klar gestellt…..also alles gut. Na hoffentlich lassen die sich beim nächsten Mal mehr als 3 Jahre Zeit.

Von den 5 Revisoren waren zwei junge bosnische Kollegen. Mit denen hatte ich am Meisten zu tun und die sind wirklich nett und aufgeschlossen, so dass zu dem inhaltlichen Stress wenigstens nicht noch weiterer hinzukam.

Aber jetzt bin ich froh das diese sehr anstrengende Woche nun vorbei ist und ich bald wieder meinen normalen beruflichen Alltag leben kann…und vor allem das aufhole, was in dieser Zeit liegen geblieben ist.

Jetzt erholen wir uns erst einmal an diesem Wochenende….und mit 10 Stunden Schlaf fing der Samstag schon einmal gut an….

vom Glück NUR Angestellter zu sein

Ich bin kaputt…einfach müde und ausgelaugt. Wie erwartet ist diese Woche hart…und ich bin froh wenn Wochenende ist…

Und ich könnte mich über mich selber ärgern…mein Bestreben ist es mein Team so entspannt wie möglich zu führen und hab einer Kollegin für diese Woche Urlaub genehmigt…

Leider hab ich  echt unterschätzt wieviel Zeit diese blödsinnige Revision in Anspruch nimmt. Gestern bin ich erst nach 8 ½ Stunden überhaupt mal zu der normalen Arbeit meiner Kollegin gekommen, …dabei war an meine eigentliche Arbeit noch überhaupt nicht zu denken.

Nachdem ich Montag und Dienstag den ganzen Tag in English unsere Abläufe erklärt habe und dazu Fragen beantworten musste,  war heute ein Tag auf Deutsch…. Zum Glück…seufz

Und dabei hatte ich noch zusätzlich  Glück, das ich gestern ABEND nicht noch mit zum Abendessen eingeladen war…meine Chefin meinte ich solle mich nicht ausgeladen fühlen…aber sie weiß ja was ich von solchen Terminen halte und hat mich deshalb gar nicht erst gefragt ob ich mitkomme. Und dafür bin ich ihr echt dankbar. Immerhin gehe ich schon mittags mit.

Und wieder ein Vorteil das ich nicht „großer Chef“ sein möchte oder bin, sondern „nur“ als Teamleiter agiere…Ich kann mich aus gewissen Dingen immer noch relativ leicht raushalten…dazu gehören solche Geschäftsessen, dazu gehören auch die großen Meetings die ich als Zeitverschwendung betrachte und diese immer wiederkehrenden innerbetrieblichen Tagungen mit internationalen Kollegen, die mal hier und mal im Ausland stattfinden….Ein Graus sind mir solche Veranstaltungen.

Es gab Firmen bei denen ich genau an solchen mehrtägigen Tagungen teilnehmen musste und ich hab es schon damals gehasst…Zwangstermine, mit Zwangsessen und Zwangsfreizeitbeschäftigung…immer nett und freundlich….

Jetzt hab ich mich durch die Erinnerung fast in Rage-geschrieben…lach…also ich bin froh das ich das alles nicht mehr machen muss und auch diese Woche wird irgendwann vorbei sein.

Akzeptiere das Unausweichliche

Noch 2 Wochen bis Monatsende…damit scheint es unausweichlich das mein Freund ab November ohne Job ist…

Nach all den Monaten der Unruhe um dieses Ereignis abzuwenden, mit all den Streitereien die damit einhergingen, bin ich jetzt innerlich wieder ganz ruhig bei diesem Thema.

Zum einen kommt das davon, dass ich die Verantwortung dafür nicht mehr übernehme, zum anderen ist es  eine Tatsache die man jetzt (kaum mehr) beeinflussen kann.

Wenn ich es also nicht beeinflussen kann, dann sollte ich es besser akzeptieren….sonst ist es unsinnige Verschwendung von Energie. Also mache ich das, was ich gut kann: ich denke darüber nach was getan werden muss um der Bürokratie zu genügen und ich versuche ihm Ratschläge zu geben, wie es weiter geht… vor allem das er sich um einen geregelten Tagesablauf bemühen muss…

Aufstehen zu festen Zeiten,  Duschen und Anziehen….auf keinen Fall die Disziplin verlieren…sonst verschiebt sich der komplette Tag und wir bekommen Schwierigkeiten…Wenn er erst um 3 Uhr Nachts ins Bett geht…ich aber um 5:45 Uhr aufstehe…dann passen unsere Lebens-Rhythmen nicht mehr zusammen.

Und wenn ich um 17 Uhr nach Hause komme und er war noch nicht unter der Dusche…ich darf nicht darüber nachdenken…. So etwas hab ich schon einmal erlebt… und man lebt sich irgendwann auseinander, weil man nichts mehr miteinander teilt

Außerdem ist  es wichtig jetzt die Freundschaften die er hat aufrecht zu erhalten, auch wenn der eigene Stolz sich lieber verkrümeln möchte. Und vorallem suche weiter…hör nicht auf.

Ich habe dazu gelernt und gebe nur einmal diese Ratschläge…ob er die beherzigt weiß ich nicht. Das hat er sich wohl auch schon überlegt…also bin ich mal gespannt…und ich kann es auch nicht beeinflussen….aber immerhin hab ich alles versucht um ihn in die richtige Richtung zu bringen.

Unentspannt auf dem Beifahrersitz

Mein Putzeinsatz hat sich gelohnt und so haben wir dann tatsächlich Freitagabend (nach dem Ausflug in die Stadt) den Heimweg angetreten…das war eigentlich eine schöne Fahrt zurück….allerdings nur  bis es mal wieder Stress gab…

Ich bin es gewohnt zu fahren, fahre zügig und bin auch manchmal unbeherrscht in meinen Äußerungen, aber ich fahre dabei sicher ….und seitdem ich selber einen Führerschein habe (seit 30 Jahren) bin ich ein sau-schlechter Beifahrer….und das steigert sich noch, wenn ich dabei auf dem Beifahrersitz meines eigenen Autos sitze.

Diesemal hatte ich aber alles gut im Griff….also mich…und ich konnte meinem Süssen ruhig und detailliert erklären WANN und in WELCHEN Situationen ich  leicht panisch werde….er hat es sich angehört, ruhig gesagt er wird versuchen daran zu denken und es prompt nicht getan…also bin ich ein paar Mal echt nervös geworden und hab es ihm auch in relativer Ruhe auch gesagt, dass er doch besser diese „Spökskes“  lassen soll, auch als er ziemlich unkontrolliert versucht hat einen Autofahrer auf einer 3spurigen Autobahn zu disziplinieren….doch ca. 60km vor unserer Ankunft zuhause hat er voll den Koller bekommen und da bin ich dann laut geworden….na  super…

Also wenn ich mit eingeschaltetem Tempomat auf der rechten Spur fahre, vor mir taucht ein langsameres Auto auf und im Rückspiegel kommt ein Auto auf der linken Spur, dann kann ich doch entweder

  • noch mehr Gas geben und vor dem Auto auf die linke Spur ziehen, was aber meistens nicht zu empfehlen ist oder
  • das Gas reduzieren in dem ich den Tempomat ausschalte und mit Motorbremse versuche dem Vordermann nicht zu dicht aufzufahren oder
  • ich bremse leicht ab und schalte damit den Tempomat aus

Aber immer wieder mit eingeschaltetem Tempomaten  bis zur letzten Sekunde extrem dicht auf den Vordermann aufzufahren, nur um es evtl. doch noch mit dem Tempomaten zu schaffen,  das macht mir extrem Angst.

Da muss der Vordermann nur etwas  langsamer werden und dann ….PENG…..

Mein Schatz meint ich habe kein Vertrauen in seine Fahrkünste…doch hab ich, aber nicht in seine Idiotie und die der anderen Verkehrsteilnehmer. Als ich den Führerschein fürs Motorrad  gemacht habe, hat mein Fahrlehrer damals einen schlauen Satz gesagt, der mich bis heute begleitet: Du musst immer mit den Fehlern der Anderen rechnen…genau das tue ich….und wenn ich mal zu dicht auffahre weil mich jemand ärgert…was auch vorkommt, dann mache ich das einmal und dann dann schaltet sich mein Verstand auch schnell wieder ein und ich lass es dann sein.

Kaffee im Disneyland?

Seid Ihr in München schon mal beim Dallmayr gewesen? Diesem großen  Kaffeehaus aus der Werbung….

Die unterste Etage ist vollgestopft mit top gehaltener historischer Ladenausstattung  in anmutigen kleinen Bogenhallen die sich aneinander reihen und allen möglichen edlen und auch teuren Delikatessen… und noch mehr Touristen.

Aber so einige Sachen sind  wirklich lecker und trotzdem noch erschwinglich. Aber in dem Cafè im 1. Stock waren wir noch nie. Zum Abschied wollten wir das jetzt endlich einmal nachholen.

Hat man erst einmal den 1. Stock erreicht (beim letzten Mal hat uns eine Absperrkette informiert das oben eine „geschlossene Gesellschaft“  gastiert)…dann wird man als nächstes von einer Absperrkette aufgehalten, die aussagt, das man alleine keinen Schritt hineinsetzen sollte, sondern von einem  ….sagen wir mal Concierge zu einem Platz gleitet wird, sobald denn einer frei werden sollte.

Es ging recht zügig mit dem Warten und schon bald saßen wir im Cafè…direkt gegenüber den noch im Eingang wartenden Menschen….Hier war alles bunt gemischt.

Touristen der normalen Art  erkennt man i.d.R. an Ihrer legeren Kleidung und  den obligatorischen Rucksäcken, Tüten diverser Bekleidungsläden im unteren bis mittleren Preissegment und an den vielen unterschiedlichen Sprachen …Einheimische oder zumindest dort Lebende dagegen erkennt man öfter mal an einem anderen Kleidungsstil, der gelassenen Art sich zum Tisch geleiten zu lassen und den oftmals großen ausladenden  Tüten genau dieses Kaffeehauses.

…und schon da wurde uns bewusst, hier zu sitzen hat nichts…aber auch gar nichts mit einem entspannten Kaffeehaus-Besuch zu tun, in dem das Trinken eines Kaffees und einer netten Unterhaltung mit seiner Begleitung im Vordergrund steht, sondern es geht um das Sitzen in einem Kaffeehaus um genau da zu sitzen und um sagen zu können, wir waren hier.

Entschuldigt diese etwas umständliche Formulierung….aber ich fand es halbwegs grotesk….es war wie im Taubenschlag….ein ständiges Kommen und Gehen…eine Stammkundin die sich an der Schlange vorbei Ihren Tisch selber gesucht hat, nur um gleich dem Kellner Bescheid zu geben, das sie doch lieber die andere Seite nimmt…die Touristen die wartend in der Schlange stehen, die Enge der dicht gestellten Tische und die teilweise unhöflichen Menschen, sich auch noch so nah auf der Bank zu quetschen, egal ob man fremden Menschen dabei zu nahe kommt…dabei waren die Kinder noch zivilisierter im Benehmen, als so mancher Erwachsener.

Und wir saßen mitten in diesem Treiben. Unsere Kellnerin war super nett, der Latte Macchiato war lecker, ebenso der Apfelkuchen (mit Sahne – jawohl)….

Mein Schatz hat es auf den Punkt gebracht…es hatte  fast etwas von Disneyland. Eine Attraktion die man gesehen haben muss.

Ich fand es toll, das wir da waren, auch wenn ich es mir anders vorgestellt habe….und beim nächsten Mal suchen wir uns garantiert wieder ein gemütliches kleines Cafè und trinken ihn dort, den leckeren Dallmayr-Kaffee.

Italien geht besser 

Wir hatten uns beim Italiener für ein Menü für 2 entschieden.. Mit Nudeln und diversen gegrilltem Fisch und einem gemischten Vorspeisenteller.

Das klang lecker und ich hatte Hunger…..wir hatten einen netten Platz, das Restaurant war voll, es gab Tischdecken und es herrschte eine nette Atmosphäre… 

Zuerst kam ein Korb mit dickgeschnittenem Olivenbrot… Oh lecker dachte ich……ohhnhh wie trocken schmeckte ich. Mein Schatz fragte ob es noch etwas dazu gebe….Der Kellner war überrascht und meinte er wüsste nicht was, könnte uns aber etwas Butter anbieten…

Der Vorspeisenteller bestand aus  lieblos geschichteten diversen sauer eingelegtem Fisch und Gemüse,  Hauptbestandteil Knoblauch…Aber die Sonne Italiens konnte ich darin nicht finden. Das kenne ich auch in der Variante: lecker.

Dann kam die Pasta mit Pilzen und Shrimps, die war wirklich lecker. Daher stammten auch meine positive Erinnerung.. Ich hatte mein letzten mal auch Pasta. 

Zum Glück waren wir nach den Nudeln schon fast satt, denn dann kam der Fischgang mit dem Salat. Und das war eine Frechheit.. Der Salat war komplett OHNE dressing und such kein Essig/Öl.  Und beim Fisch musste ich  schon zweimal hinschauen… Eine Platte für 2 sollte.von allem immer etwas zweimal haben, okay wir haben die Fischstückchen dann selber geteilt….Und der Kabeljau war super,  die Garnele auch, der Lachs zu trocken und diese dünne flache Scheibe sollte wahrscheinlich Tunfisch sein.dazu ein Microoptopus   und Mini-tube
Schade… Wir hatten etwas mehr erwartet…. Also nicht mehr Essen, aber eben Besseres.

Das ganze wirkte lieblos. Der Koch hatte bestimmt keine Freude an den Produkten. Massenabfertigung….

Obwohl wir Beide in verschiedenen Firmen -Kantinen schon wesentlich besser gegessen haben.

Das ist schon schade. Hier kann man also Pasta essen, den Rest lieber nicht