Manchmal muss es eben IKEA sein

….und weil ich ja schon mal da war, es mit dem Regal für mein Büro aber nicht geklappt hat, hab ich statt dessen mein Lieblingsregal für den Keller gekauft. IVAR…das Regalsystem aus Kiefernholz, kinderleicht zum zusammenbauen und ziemlich stabil.

Das hatte ich schon in Hessen, hab es dann aber vor dem Umzug verschenkt, weil ich ein so großes Regal in Pinneberg nicht unterbringen konnte…so ohne Keller. Jetzt hab ich wieder einen Keller und der braucht dringend etwas Ordnung.

Nachdem nun in der Wohnung alles fast optimal ist, bleiben nur noch Keller und Balkon. Also zuerst kommt der Keller dran…neben dem großen Holzregal, das ich jetzt gekauft habe, hab ich bereits 2 kleinere Metallregale aus der vorherigen Wohnung, davon muss ich das Eine noch aufbauen…Dann kommt endlich Ordnung in das Chaos.

Früher, wenn ich beim IKEA war, war es fast unausweichlich, dort einen Hotdog zu essen…nicht das es besonders gut schmeckt…aber in Ermangelung guter Hotdog-Alternativen in der Mitte Deutschlands, war es trotzdem immer ein Genuss.

Seit ich in Schleswig-Holstein wohne dachte ich – nein also hier bin ich den dänischen Hotdogs jetzt endlich wieder so nahe…da esse ich keines mehr vom schwedischen Möbelhaus….bis ich letztens an einem Imbisswagen war, das ausschließlich „echte dänische Hotdog“ verkaufte und feststellen musste…das schmeckt jetzt auch nicht besser und rote Würstchen hatten die auch nicht.

Hmmm was ist aus den guten alten Rød pølse von früher geworden…kaum ein Hotdog wird noch so angeboten…ich hab diese Würstchen immer geliebt, dazu das auf-getoastete weiche Milchbrötchen, die 3 verschiedenen Soßen, süße Gurken und Röstzwiebeln.

Alles so herrlich inkorrekte und ungesunde Lebensmittel, dafür zusammen gebaut – als Hotdog, ein Genuss für den Moment und ein kleines Stück Erinnerung an meine Kindheit.

Hab also meine Prinzipien über Bord geworfen und mir gleich 2 Hotdogs vom IKEA gegönnt (die sind doch so klein hihi) …Vor dem Laden auf einer Bank sitzend, hab ich Beide hintereinander verschlungen….hmmmm doch lecker

Freitag – Zuhause

Karfreitag – einer der stillen Feiertage…kein Glockengeläut, keine offiziellen Musik-Veranstaltungen, und tatsächlich gilt an so einem Tag immer noch das Tanzverbot…und das in unser heutigen Zeit.

Den Vormittag hab ich mit Schreiben verbracht und mit etwas Hausarbeit…..Mittags gab es bei mir ein leckeres Mittagessen mit bodenständigen Zutaten….und es war super lecker:

Und es zeigte sich mal wieder, das gute einfache Zutaten keinen Schnick-Schnack brauchen.

Gekochte Cilena-Kartoffeln mit etwas Butter, gekochter Blumenkohl mit Muskatnuss und Salz gewürzt und ein einfach gebratenes Kotelett….das restliche Bratfett hab ich über den Blumenkohl verteilt….Der Blumenkohl war butterzart und aromatisch, das Fleisch vom Strohschwein war saftig und die Cilena-Kartoffeln haben einen intensiven Geschmack.

Jaaa, für Manche müsste es noch eine Soße dazu geben…früher hab ich immer noch eine frische Bèchamelsauce dazu gemacht oder aus dem Bratenfond eine dunkle Soße …aber seit ich wieder Single bin, bin ich wieder davon weg. Bin kein Fan davon Gemüse in Soßen zu tränken.

Den Nachmittag hab ich auf dem Balkon verbracht…bei 10 Grad und ohne einen Sonnenstrahl, hab ich endlich die gelieferten Pflanzen begutachtet, gruppiert und in die verschiedensten Blumenkästen gepflanzt….es fehlen noch ein paar Untersetzer und auch noch der eine oder andere richtige Blumentopf, aber immerhin hab ich alles in die Erde gebracht.

Jetzt bin ich gespannt, ob sich diese Pflanzen auch tatsächlich auf meinem Balkon wohlfühlen werden….ich hab mir ja 2 verschiedene „Überraschungs-Pakete“ aus einer Baumschule schicken lassen….so hab ich jetzt Pflanzen, die ich zum Teil nicht mal benennen kann (nicht alle hatten ein Namensschild dabei) und ob und wie die sich untereinander vertragen, weiß ich auch nicht….aber genau das macht es spannend. Und ob die beiden Rotbuchen, die ich allerdings bewusst bestellt hatte, tatsächlich angehen, weiß ich auch nicht.

Aber ich wollte weg von dem üblichen Einerlei aus Schwarzäugiger Susanne, Geranien, Dipladenie und Jasmin-Strauch (also für den Sommer)…auf die kann ich immer noch zurück greifen, wenn das hier nichts wird….

bewaldete Flächen und Feldwege

Das Wetter in dieser Woche war ja geradezu himmlisch…die ersten Tage bin ich wieder morgens unterwegs gewesen:

Die nächsten Tage dann wieder abends…gestern war zwar noch nicht ganz Vollmond (das wird erst Morgen sein) aber der Mond schien trotzdem schon ziemlich perfekt und lud zu einer ausgiebigen Runde mit 6,7km ein…ich wollte endlich eine Verbindung zwischen 2 meiner üblichen Walking-Strecken finden, um noch weitere Variationen in die Streckenführung zu bringen….hahaha aber es gab keine Verbindungswege und so musste ich gaaanz außenherum laufen (ich mag eben nicht eine Strecke laufen und dann mittendrin umdrehen, sondern finde komplette Runden viel angenehmer).

Gestartet war ich nach 20 Uhr, kurz vor Sonnenuntergang und zurück war ich um 21.45 Uhr bei kompletter Dunkelheit…aber durch den hell-scheinenden Mond brauchte ich die Taschenlampe nicht aus der Tasche zu holen. Die Temperatur war angenehm und ein großer Teil der Strecke führte über Feld- und Wirtschaftswege.

Mir fehlt zwar doch immer wieder mal der Wald in fußläufiger Nähe, aber inzwischen hab ich auch hier bewaldete Strecken und abseitsgelegene Feldwege gefunden….muss aber immer erst 1-1,5km bis dahin laufen….Freue mich schon, hier bald die weitere Umgebung mit dem Fahrrad erkunden zu können.

Von intensiven Sporteinheiten im Fitnessstudio und vom Trampolin hab ich mich lieber fern gehalten….weiß nicht, in wie weit das sonst Auswirkungen auf mein aktuelles Hörproblem haben könnte…das wollte ich ja auch beim Arzt erfragen…naja…der neue Termin ist ja schon in 10 Tagen.

Wie immer versuche ich auf meinen Körper zu hören und intuitiv zu erahnen, was gut sein könnte…im aktuellen Fall, also große körperliche Anstrengungen und Hüpfbewegungen zu vermeiden und bei dem aktuellen Wind die Mütze über die Ohren zu ziehen….hahaha – na das wird schon passen.

Covid erweitert unsere Alltags-Sprache

Aus einer Chat-Nachricht mit einer lieben Kollegin, kenne ich seit heute das neue offizielle „wording“ der Gesundheitsämter:

In Quarantäne ist man, wenn man noch nicht weiß ob man krank ist, sich aber krank fühlt oder als Kontaktperson mit einem COVID-Infizierten gilt und sich deshalb von anderen Menschen fernhalten muss, bis das geklärt ist.

In Isolation ist man, wenn man nachweislich COVID19 hat, egal ob man sich gut oder krank fühlt.

Seit 2 Jahren hat die Pandemie so viele Wörter neu in unseren Alltag gebracht:

Pandemie, Endemie, Superspreader-Event, Inzidenzen, Social-Distancing, Aerosole, Vakzine (ich kannte bisher nur Impfstoffe), 2G-Rgeln, 2G+und 3G-Regeln, Impfdurchbrüche, FFP2-Masken, Flatten the curve, Delta-Variante, Omikron, Lockdown, Shutdown, Home-Scooling, Hygiene-Etikette, Lollipop-Test, PCR-Test, Hybrid-Unterricht, Hospitalisierungsrate, Fatigue-Syndrom, Long-Covid….

Es gibt unzählige weitere Wörter, die uns inzwischen locker über die Lippen kommen und nur noch selten ein Stirnrunzeln hervorbringen. Es ist so unglaublich das dieses Virus wirklich Einfluss auf alle Menschen gehabt hat und auch noch hat (außer man lebt abgeschieden in de Wildnis, ist geistig nicht fit oder noch ein Baby).

Es gibt Worte in der deutschen Sprache, die bis heute so mit der Nazizeit verbunden sind, das sie seitdem nicht mehr unbeschwert genutzt werden können…sie sind untrennbar mit dieser Zeit verbunden.

Nicht das ich diese Zeiten miteinander vergleichen möchte, aber wird es uns in ein paar Jahren auch so gehen, das wir bei einem „Superspreader-Event“ immer an diese Corona-Pandemie werden denken müssen, als eine 2jährige einmalige Zeit in unserem Leben. Oder wird es in dem Sinne Alltagssprache, weil wir diese Wörter ab jetzt jedes Jahr, als Begleiter von immer neuen Corona-Varianten, als normal wiederkehrende Erkrankung ohne große Aufregung hinnehmen…wie die sonst jährlich wiederkehrende Grippe?

Ich bin nach wie vor überzeugt, das uns die Corona-Viren ab jetzt immer begleiten werden…mal mehr, mal weniger gefährlich…und das es zukünftig in den Hauptnachrichten, nach dem Sport und vor dem Wetter, einen Corona-Deutschland-Überblick geben wird, wie sich die Corona-Lage gerade in welchen Gebieten wie darstellt….hahaha…

Irgendetwas ist immer…

…also etwas, das nicht rund läuft….also ICH laufe nicht rund.

War ich doch endlich wieder energiegeladen, hatte Lust auf Sport und Bewegung…und hab mich richtig gut gefühlt…wachte ich am Sonntag auf – und fühlte mich komisch…leicht schwindelig beim Aufstehen und mit einem Druckgefühl auf dem linken Ohr…wie Watte und mein Hörvermögen schien dezimiert….

Das geht gleich wieder weg, dachte ich – ging es aber nicht…mit beiden Ohren zusammen konnte ich zwar hören, aber nicht erkennen, was davon links oder rechts ankam. Hab also einfach meine Kopfhörer aufgesetzt und dann jeweils eine Ohr-Seite getestet:

Tatsächlich hörte ich rechts: normal….Links dagegen waren die Töne dumpf, leise und irgendwie auch blechern…um eine Fehlfunktion der Kopfhörer auszuschließen, hab diese seitenverkehrt noch einmal auf die Ohren gezogen, aber der Effekt war der Gleiche.

Ich hatte wohl einen leichten Hörsturz…das klingt im ersten Moment sehr bedrohlich…beschreibt aber nichts anderes, als eine plötzlich, ohne erkennbare Ursache, auftretende Hörbeeinträchtigung.

Ein Hörsturz ist eine meist einseitig, plötzlich auftretende Schwerhörigkeit bis hin zur Ertaubung, wobei keine Ursache erkennbar ist. Fast immer ist ein Hörsturz begleitet von unangenehmem Ohrensausen, manchmal auch von Schwindel. Kleinere, vorübergehende Hörstürze sind relativ häufig. Schwerere Hörstürze mit Dauerschäden kommen selten vor

Auszug aus: Gesundheit.GV.AT

Zu meinem großen Glück habe ich dabei keinen Tinnitus (also hohe oder pfeifende Ohrgeräusche) und auch das schwindelige Gefühl lies schnell wieder nach und kommt nur ab und an noch. Allerdings ist die Geräuschempfindlichkeit extrem hoch gewesen in den ersten Tagen …hätte nicht gedacht, das zu meiner „normalen“ Geräuschempfindlichkeit noch einmal eine solche Steigerung möglich war.

Wenn der kleine Drucker im Arbeitszimmer anspringt, fing es in meinem Ohr an zu wummern…und gestern in der Büroküche musste ich eine Unterhaltung abbrechen, als der Wasserkocher lautstark das Wasser erwärmte. Krass!

Es gibt verschiedene Sichtweisen, früher wurde bei einem Hörsturz immer nur Stress als Auslöser genannt…heute gibt es andere Meinungen, die auch körperliche Ursachen vermuten, z.B. eine Durchblutungsstörung.

Nach anfänglicher Sorge über bleibenden Hörverlust und steigendem Risiko für einen Schlaganfall hab ich mich dazu durchgerungen, in den nächsten Tagen zum Arzt zu gehen. Natürlich hab ich hier in Schleswig-Holstein noch KEINEN HNO ….hab mir einen in Hamburg herausgesucht, der mir sogar schon für diesen Mittwoch einen Termin gegeben hatte, diesen allerdings einen Tag vorher, ohne Begründung abgesagt hat…der neue Termin ist jetzt am 25.04.

Inzwischen sind ein paar Tage vergangen, mein Hörvermögen hat sich weiter normalisiert, mir ist nur manchmal etwas schwindelig und die Lautstärke-Empfindlichkeit ist im Moment das gravierendste Anzeichen, das es noch nicht wieder gut ist. Ich kann zum Glück zuhause in relativer Stille leben und auch meinen Job so gestalten, das es überproportional still um mich herum ist….das kommt mir jetzt zugute und trägt sicher auch dazu bei, das sich mein Gehör wieder so gut erholt.

Es gibt aber etwas, was mich mal wieder schwer enttäuscht hat…und wieder ist es meine Schwester, die mich emotional hat hängen lassen…Ich hab es ihr sogar noch am Sonntag per Whatsapp geschrieben, und sie meinte, es könnte auch etwas anderes sein, weil ich keinen Tinnitus habe ….und damit war die Sache für sie erledigt und sie hat sich bis Mittwochabend nicht einmal erkundigt, wie es mir geht.

Genau so eine Aktion war es damals, fehlende seelische Unterstützung, die ich ja nun wirklich nur sehr selten brauche…..die mich dazu brachte, damals den Kontakt zu ihr massiv zu reduzieren….damals ging es um meinen Beinahe-Burnout. Und auch dieses Mal hat es mich jeden Tag mehr geärgert…immerhin hatten wir Kontakt, sie hat Urlaub und ärgert sich über ihren Mann….also erzählt sie viel…aber keine Frage: wie es mir geht.

Mittwochabend hab ich sie angeschrieben, das ich mich doch darüber gefreut hätte, wenn sie mich wenigstens EINMAL gefragt hätte, wie es mir jetzt geht….und das es mir jetzt wieder besser geht.

Sie hat sofort geantwortet, wusste aber nicht einmal was ich denn meinte….ob ich Ärger im Job hätte? …ähmmm NEIN – ich meinte eigentlich mein Hörproblem…. Da erst ist ihr bewusst geworden, das ich tatsächlich ein Problem habe und warum ich das nicht vorher geschrieben hätte…HAB ich doch !…. na egal, sie hat sich mehrfach für Ihre Unaufmerksamkeit entschuldigt. Okay-Entschuldigung angenommen.

Da ich zur Bockigkeit neige, nach dem Motto: wenn sie nicht will…dann melde ich eben auch nicht mehr, kann mich eh nur auf mich verlassen….war ich froh, das ich es doch angesprochen und damit geklärt habe. Jetzt ist für mich alles wieder gut….und so kann ich Ostersonntag ohne Groll zu Schwester+Schwager fahren.

Kohlrouladen – Erinnerungen

Essen hat immer auch etwas mit Emotionen zu tun, ist nur selten reine Nahrungsaufnahme und hat im Besten Fall mit „Zuhause fühlen“ zu tun.

Ich kann mich an die Gerichte meiner Mutter nicht mehr erinnern…kann also nicht mal sagen, ob sie gut gekocht hat. Meine Erinnerungen starten eigentlich erst, nachdem sie unsere Familie verlassen hat und unser Vater das tägliche Kochen übernehmen musste.

Er musste kochen lernen und das war in den 80er Jahren nicht gerade üblich… aber es klappt und so gab es bei uns Zuhause gute, klassische Hausmannskost. Immer mit Kartoffeln, Fleisch, Gemüse und Soße. Noch ziemlich unbeeinflusst vom Zeitgeist der modernen Küche und den neuen Möglichkeiten der ausländischen Esskulturen. Nudeln oder Reis waren für ihn keine Option, genauso wenig Pizza und Aufläufe…der Backofen war eigentlich zum Kuchenbacken (durch meine Schwester) oder Hähnchengrillen da.

Meistens hat er abends für 1-2 Tage vorgekocht und morgens die Kartoffeln geschält und Gemüse vorbereitet, so das wir mittags, nach der Schule, nur noch die Kartoffeln und Gemüse kochen mussten, während Fleisch mit Soße auf dem Herd erwärmt wurde. Er kam dann pünktlich um 13 Uhr zum Mittagessen für eine 1/2 Stunde aus dem Amt und stürmte anschließend wieder zurück zur Arbeit…während ich die Küche sauber machen musste.

Das bedeutete für uns Mädels auch: kein Trödeln nach der Schule, wir mussten heim, das Essen warm machen, damit es fertig war, wenn unser Vater zum Essen kam.

Eine meiner starken Erinnerungen aus der Zeit ist, das, wenn es unser Vater nicht rechtzeitig mittags nach Hause geschafft hat, mussten die fertig gekochten Kartoffeln, abgegossen, abgedämpft zurück in den Topf, Deckel drauf, das Ganze mit Zeitungspapier umwickelt und unter der Daunendecke im Schlafzimmer warmgehalten werden. Das war eben noch lange bevor die Mikrowelle Einzug in die Küche hielt. Was sich heute archaisch anhört und zum Schmunzeln anregt, war eine praktische Methode….kostengünstig und stromsparend haha.

Auf jeden Fall gehörten Kohlrouladen mit Kartoffeln zu unseren immer wiederkehrenden Gerichten….und ich liebe sie bis heute….dabei war es üblich ,eine große Portion Gehacktes in wenig Kohlblätter zu umwickeln….bei mir heute ist das Verhältnis umgedreht…ich nehme immer nur eine kleine Portion Hack, und wickele dann mehr Kohlblätter drumherum.

Ansonsten mache ich alles so, wie mein Vater früher und es wirkt auch heute noch…mit einer guten Portion Kohlrouladen und Kartoffeln fühle ich mich glücklich und zufrieden.

Und da vom Kohlkopf natürlich immer etwas übrig bleibt, die Blätter werden irgendwann einfach zu klein für Rouladen, und Gehacktes hatte ich auch noch übrig…hab ich den Rest Kohl kleingeschnitten, angeschmort und in einer Auflaufform geschichtet….

Früh – bei Sonnenaufgang

Schon im Morgengrauen war ich heute Morgen zu einer Walkingrunde im Moor…6 Minuten mit dem Auto, 1 Stunde Laufen bei schönstem kalten und klaren Wetter….schnell, bevor es dann im Laufe des Morgens wieder Regnen und Stürmen sollte.

Mit nur 3,6 km war es keine große Runde, aber dafür eine friedlich Schöne…..ich bin langsam gegangen – hab die kalte Luft bewusst eingeatmet, der Natur zugehört und den Blick in die Weite schweifen lassen.

Herrlich….

Als ich darüber nachdachte, die Runde zu verlängern meldete sich mein Magen…ich hatte vorher weder gefrühstückt, noch Kaffee gekocht….okay – also dann doch zurück zum Auto…

Und der einzige Mensch, auf den ich an diesem Morgen im Moor traf, begnete mir erst ganz am Ende meiner Runde.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende

Wie ein Duracell-Häschen….

Selten ist eine normale Woche so schnell an mir vorbeigezogen, wie diese….es gab eigentlich nichts Besonderes…Normal eben: Erst 2 Tage Homeoffice, danach 3 Tage im Büro….es gab keinen Stress, aber gut zu tun…alles lief ohne Probleme….ich bin gut aus dem Bett gekommen, hab Morgens und Abends meine Walkingrunden gemacht….bis auf ein kleines berufliches Ärgernis mit dem Controller, gab es wirklich nichts auszusetzen…

Aktuell fühle ich mich wieder wie so ein Duracell-Häschen: es läuft und läuft und läuft….

Ich hab mehrmals in dieser Woche zuhause etwas Hanteltraining gemacht, hab seit längerem mal wieder mein Trampolin genutzt, als mir das kalte und nasse Wetter zu sehr auf die Nerven ging….Freitag war ich nach Feierabend noch im Fitnessstudio: Rudern, Hanteltraining und jede Menge Dehn-und Streckübungen….

Es scheint wirklich so, das mit dem vermehrten Gewichten beim Hanteltraining, die Mattheit meinen Körper verlässt….ich wirbele auch wieder Zuhause herum…mache, packe an, tue etwas…wach im Geist und munter im Körper.

Auch verschließe ich mich nicht mehr länger der Informationsflut. In den letzten Wochen habe ich mich von weiterführenden Nachrichten fern gehalten…außer den Tages-Nachrichten, die müssen ja sein….Aber mein sonst immer großes Bedürfnis nach tiefergehenden Informationen, Hintergrundberichten und Erklärungen zum aktuellen Geschehen, hinter den jeweils maximal 1-2 Minuten für jedes Hauptthema, war versiegt.

Nun, mit neuer Energie, fühle ich mich den Dramen unserer Zeit, wieder gewachsen. Aus der Fassungslosigkeit über den Krieg, kommt so langsam das Begreifen der Auswirkungen auf unser zukünftiges Leben.

Nicht nur die Inflation, mit höheren Energiekosten und steigenden Lebensmittelpreisen, sondern auch eine grundlegend steigende Unsicherheit für unser eigenes Selbstverständnis in Frieden und relativer Sorglosigkeit Leben zu können. Denn JETZT wird auch für uns normale Bürger überhaupt erst sichtbar, wie verflochten unsere Produktionsketten tatsächlich sind, nämlich wie das Wurzelwerk eines großen alten Baumes und wie sehr diese Abhängigkeit uns nun in Schwierigkeiten bringt.

Ich war immer gegen die Auslagerung ganzer Produktionen oder auch Servicecentern ins Ausland, zu Lasten der inländischen Arbeitnehmer und auch gegen die moderne Nachschubhaltung auf der Straße (sogenannte rollende Lagerhaltung) um Kosten zu sparen.

Aber ich fand den Nutzen von globalen Lieferketten hoch….weil ich das wirtschaftliche Miteinander über Staaten hinweg, als positiv betrachtete habe: in der modernen Welt, können Länder eben nur schwer alleine wirtschaftlich überleben.

Allerdings habe ich das nur aus der Perspektive einer am friedlichen zusammenleben wollenden Gesellschaft heraus betrachtet. Solange alle ähnliche Werte haben, kann es funktionieren.

Es ist wie in einem Hochhaus: hat man 30 Wohneinheiten, die sich alle an die Regeln halten, freuen sich 30 Wohneinheiten über ein tolles Zusammenleben….Wenn einer meint, jede Nacht Party bis zum Morgengrauen feiern zu müssen, Empfinden das wahrscheinlich 29 Wohneinheiten als Zumutung und wollen so nicht leben.

Sooo, jetzt hab ich mich thematisch ziemlich weit vom Ausgang entfernt …..und widme mich dann mal wieder meinem Backofen…dort schmoren gerade die Kohlrouladen …und ein Auflauf auch mit Weißkohl….

Pitsch, patsch…ich kann nicht widerstehen

Was bin ich im Rückblick froh, das ich Sonntagvormittag doch noch an den Elbstrand gefahren bin…ans Falkensteiner Ufer.

Ja es war kalt und windig, das Wasser der Elbe hatte sich zurück gezogen…Wie schön so am Strand durch den weichen Sand und durch das seichte Wasser zu laufen…pitsch, patsch…genau wie bei den Kleinen, pitsch, patsch….kann ich solchen Untergründen nicht ausweichen…ich MUSS einfach direkt da durch….na klar, haben nach kurzer Zeit meine Wanderstiefel das Wasser in die Schuhe hinein gelassen, sind ja keine Gummistiefel…kein Wunder bin ich doch durch den Schlick gelaufen….so nah am Wasser, wie gerade noch möglich war….also bin ich mit den Schuhen bei jedem Schritt so 1-3cm eingesunken….dann wieder auf Sand gelaufen…hinterher war auf den Schuhen eine dicke Schicht aus Schlick und Sand und das Gemisch wurde aussen langsam hart…während meine Füße aber nass drinnen steckten….und es war einfach herrlich…..Vernunft? – egal !

Durch den kalten Wind waren nur wenig Menschen (und Hunde) am Strand…aber ein paar Kajak-Fahrer hab ich gesehen…..die haben sich nicht abschrecken lassen….DAs kann ich mir auch vorstellen…später – wenn ich auch in einem Verein bin und auf die Elbe „darf“.

Für den Rückweg hab ich dann dem Strand den Rücken gekehrt und bin den Elb-Höhenweg entlang gelaufen….es ging öfter mal steil bergauf….laut meinem Fitnesstracker waren das insgesamt 80 Etagen (wobei die mit 3m Höhenunterschied pro Etage rechnen = also ca. 240m Höhenmeter INSGESAMT bei diesem Ausflug)…auf jeden Fall war es anstrengend….aber auch das hat Spaß gemacht.

Nach insgesamt 9km war ich wieder am Auto…total verschwitzt vom kraxeln, trotzdem war mir eisig kalt durch die nassen Füße….aber auch richtig zufrieden…..da half dann nur noch eine ausgiebige Dusche mit anschließendem unter-der-Decke-verkrümeln….

Und es war, wie eingangs gesagt, gut, das ich das gemacht habe….denn seitdem ist das Wetter hier noch einmal schlechter geworden, also der Wind ist noch eisiger geworden….

Stille ….

Ich sitze im Wohnzimmer, Sonntagmorgen seit ca. 8.00 Uhr und es ist still im Haus….so richtig still….sooo still, das ich nichts weiter höre, als das Vogelgezwitscher in der Nähe und ab und an ein Flugzeug am Himmel (während ich die S-Bahn gar nicht mehr wahrnehme).

Ich sitze hier ohne Musik, ohne Fernsehen, ohne Kopfhörer….hab bereits eine Stunde Dänisch gelernt und geniesse nun einfach die Stille um mich herum.

Warum ich das erwähne? Weil es mir wichtig ist!

Draußen und Drinnen Stille…und das in einem Haus mit 9 Wohn-Einheiten. Noch schläft die Nachbarschaft….und draußen sind es bisher auch nur 1 Grad.

Später am Vormittag wird es in der Umgebung lauter werden…denn um 11.30 Uhr treffen sich auf dem Rathausmarkt viele Pferdefreunde zu einem Sternenritt….eine Spendenaktion für die Ukraine. In Quickborn werden also überall Pferde und Pferdekutschen zu hören und zu sehen sein….ein Widerhall an Hufgetrappel und gezeigter Solidarität.

Je nach Intensität der Geräuschkulisse und Anzahl an Mensch und Tier, werde ich entweder dem ganzen Treiben zusehen oder doch lieber mit dem Auto das Weite suchen…..na schauen wir mal. Meine Sporttasche ist jedenfalls schon im Auto und die Wanderstiefel stehen auch bereit für einen zügigen Aufbruch.

Aktuell mag ich es aber genau so, wie es ist….