Der Neue

Wohlüberlegt bin ich also erst am 2. Arbeitstag unseres neuen Kollegen ins Büro gefahren. So konnten sich der Controller und sein zukünftiger Zuarbeiter, in Ruhe einrichten und die ersten Schritte zusammen machen..d.h. Computer und Zubehör aufbauen und alles ans Laufen kriegen incl. aller Programme und Zugänge (wir bekommen immer alles direkt aus der Firmenzentrale zu geschickt – Vorort gibt es aber keine IT, also müssen wir alles selber machen – der einzige Kollege, der uns Vorort untertützen kann, macht das aber auch nur neben seinen eigentlichen Aufgaben und ist meistens im Homeoffice…war also dieses mal keine Hilfe.

Als ich in unser Büro kam, traff mich dann auch fast der Schlag….nicht nur, das der Neue scheinbar den gleichen Hang zur Unordnung hat,wie der Controller, die Beiden haben auch noch Teile meines Bereichs okkupiert. Himmel ist das jetzt eng hier….na klar hab ich einen Teil meines Sideboards abgeben müssen, aber der restliche Teil ist MEINER und ich brauche den Platz … und den hatte ich vorher schon ganz klar abgegrenzt. Trotzdem haben die Beiden aber den angeblich freien Platz, sofort mit allem Möglichen belegt…dort lagen überflüssige Kabel,standen Trinkflaschen und all das was ein neuer Kollege so von uns als Ausstattung bekommt.

Ich hatte zum Glück die ersten 1,5 Stunden für mich…hab alles zurück gedrängt und meinen Platz eindeutig abgegrenzt und erst einmal vor mich hingegrummelt. Eine normale Reaktion bei mir und immer der Beginn bald mit dem akzeptieren zu beginnen – somit eine wichtige Funktion für mich…da ist es gut, das es keiner mit bekommt.

Als der neue Kollege dann kam, hatte ich schon zu Ende gegrummelt und muss sagen, ja er scheint nett zu sein und ist ein eher stiller Typ. Die Schüchternheit kommt wohl aber auch durch die Sprachbarriere…er ist erst seit wenigen Jahren in Deutschland und spricht noch nicht gut Deutsch….lernt es aber…und Englisch spricht er gut – das ist schon mal ein großer Vorteil.

Der Neue musste sich dann einen großen Teil des Tages mit dem Helpdesk aus der Zentrale beschäftigen und als er dann auch noch mit dem Lautsprecher des Handys telefonierte, hab ich ihn gebeten doch das Handy ans Ohr zunehmen, was er dann auch tat. Und auch der Controller hat mal wieder über den PC-Lautsprecher telefoniert, weil er mit dem Headset nicht klar kommt…es ist inzwischen das 3. oder 4. Headset…und er weiß das ich es hasse, wenn er das nicht benutzt.

Ich musste leider auch viel telefonieren, weil wichtige Dinge zu klären waren und hab dazu natürlich mein Headset auf die Ohren gezogen und bin in ein gerade mal leeres Büro gegangen. So wie es aussieht, wird schon recht bald das Personal in Brandenburg aus der von mir betreuten Gesellschaft in unsere Hauptgesellschaft übertragen. Das ist schneller als geplant und hat gravierende Auswirkungen auf die Firma….und da die Kommunikation aus der Zentrale mal wieder sehr…naja dürftig ist, muss ich nun dringend klären, was eigentlich gewollt ist – nur das mein Chef eben schon seit Tagen keine Zeit hat und auf meine Mails nicht reagiert…so muss ich mir die Infos mühselig aus allen Richtungen besorgen. Keiner weiß etwas Genaues.

Aber ausgerechnet heute hatte auch der Controller Redebedarf in meine Richtung – eben auch durch den Wechsel des Personals in seine Richtung….das brachte aber noch mehr Unruhe und tat mir für den Neuen leid, der ja immer noch versuchte mit dem Helpdesk einige technische Probleme zu lösen.

Soviel ist schon mal klar, das kann auf Dauer so nicht funktionieren. Der Neue möchte erst einmal nicht ins Homeoffice, erst wenn die Einarbeitung abgeschlossen ist – das kann ich gut verstehen….Also sieht der Plan für mich jetzt so aus:

2x Homeoffice, 1x zu Dritt, 1x zu Zweit, 1 x Homeoffice und dann startet die Woche neu…der Controller geht also nur Donnerstags in Homeoffice, während ich mindestens 3 mal in der Woche von Zuhause aus arbeite…und wenn ich merke das ich bei der 3er-Konstellation wirklich gar nicht arbeiten kann, dann erhöhe ich auf 4 Tage – aber das wird die Zeit zeigen.

Als ich Feierabend machte war ich total überdreht und fühlte mich wie gerädert…kein schöner Tag…aber ich bin froh, das der Neue jetzt kein lautes Alphatierchen ist…wir werden uns schon aneinander gewöhnen.

Veränderungen – ich bin nervös

Schon seit ein paar Tagen bin ich nervös, das steigerte sich dann bis Donnerstag. Ich bin früh ins Büro gefahren, denn heute gab es das, inzwischen wieder übliche, „Begrüßungs-Frühstück“ für die neuen Kollegen. In der Coronazeit war ich die Letzte, für die es das gab…fast 2 Jahre fand es dann nicht mehr statt….und nun, seit ein paar Monaten, dürfen wir das wieder und die Assistentin der Geschäftsleitung kümmert sich um den Einkauf und die Vorbereitung im großen Meetingraum. Na klar helfe ich dabei und andere Kollegen auch.

Es ist eine schöne Geste des Arbeitgebesr die neuen Kollegen damit zu begrüßen, sich locker und ungezwungen für ca. 1-1,5 Stunden mit allen Kollegen des Standortes zusammen zu setzen und zu plaudern – egal aus welcher Abteitung. Essen verbindet doch immer noch. Es ist kein Zwang, jeder kann – keiner muss anwesend sein….und durch Messen, Homeoffice und andere Auswärts-Termine, sind wir auch nie wirklich alle da…das würde inzwischen auch unseren „großen“ Meetingraum sprengen, der ist nur für 14-16 Personen ausgelegt. Wir stellen ja laufend immer mehr Kollegen ein und im November waren es damit 2 neue Gesichter.

Normalerweise machen mich neue Kollegen nicht nervös und auch nicht, dass ich mit einer Kollegin zusammen das Frühstück vorbereitete…aber ich war so nervös, weil einer der beiden neuen Kollegen zu uns ins Büro kommt…endlich hat der Controller seine Entlastung. Jemand der ihm die zeitraubenden Routine-Arbeiten abnimmt…damit wird aus unserem 2er Team in einem kleinen Büro, ein 3er Team.

Ich finde es toll das der Controller jetzt jemanden hat, der ihm hilft, mag die Vorstellung aber überhaupt nicht, jetzt zu Dritt in dem kleinen Büro sitzen zu müssen. Ich habs ja nicht so mit Veränderungen…und ich bin ja auch etwas speziell was Geräusche angeht und hab gerne meine Ruhe beim Arbeiten. Mit Klaustrophobie und Misophonie ist es eben nicht so einfach für mich.

Ja gut, in unserem Büro stehen schon 3 Schreibtische. Den Dritten haben wir aus Platzmangel eben immer auch so mit genutzt. Der Controller ist jetzt auch, was Ordnung angeht, das genaue Gegenteil von mir: Ich arbeite nach der „Clean-Desk-policy“ d.h. wenn ich nach Hause gehe, steht und liegt nichts herum und auch tagsüber herrscht Ordnung auf meinem Schreibtisch…alles wohl geordnet in Klarsichthüllen, auf maximal 3 Stapeln sortiert. Stifte, Stempel, Kaffeebecher und andere oft genutze Dinge haben ihren genau zugewiesenen Platz auf dem Tisch und Handy und Schlüssel müssen nicht offen herum liegen.

Beim Controller liegt alles breit gefächert auf Fensterbank, Sideboards, seinem Schreibtisch und dem 3.Schreibtisch quer durch einander. Der Laptop bleibt auch über Nacht aufgeklappt und die Bildschirme leuchten im Standby-Modus. Alles ist kreuz und quer verstreut und ich versuche nur in den gemeinsam genutzten Bereichen, sein Chaos zurück zu drängen. Damit kann ich inzwischen gut umgehen – ich hab mich daran gewöhnt.

Natürlich fragen mich die Kollegen schon seit Wochen: UND – wo wird der Kollege platziert? grrrrrr – na wo wohl – in unserem Büro. Da mich ja alle kennen, sind sie überrascht…und wie geht es Dir damit? grrrrrr – falsches Thema..ich bin hypernervös.

Wer weiß, ob der zusätzliche Kollege auch chaotisch veranlagt ist, den ganzen Tag vor sich hinmurmelt, ständig Nüsse oder Äpfel knabbert, permanent die Nase hochzieht und auch noch laut ohne Headset telefoniert .. Alles Dinge die ich nur schwer ertrage.

Dreiste Arbeitgeber

Es gibt ja wirklich unverschämte Arbeitgeber…schon seit Monaten drückt sich der Leiter eines mobilen Pflegedienstes, eines großen öffentlichen Trägers, und damit der Arbeitgeber meiner Schwester, davor, seinen Pflegekräften das in den Arbeitsvertrag zu schreiben, was seit dem 01.09.2022 für alle Pflegeinrichtungen der Altenpflege verpflichtend ist.

Schon Ende Juli wurden alle Mitarbeiter in einer Mitarbeiter-Versammlung über die Anhebung der Gehälter ab September informiert, und jeder hat auch erfahren wie er eingestuft und was damit sein Grundgehalt sein wird.

Das war super und soweit es mir meine Schwester erzählt hat, waren alle begeistert über die doch sehr großen Gehaltsanpassungen…scheinbar gar es vorher kein geregeltes System….und nun endlich soll, über die Anbindung an einen bestimmtenTarif, alles klar und nachvollziehbar werden und ihre Arbeit wird endlich auch mal finanziell anerkannt. Soweit – so klasse.

Tatsächlich jedoch enthielten die neuen Arbeitsverträge sehr viele Fehler: Vereinbarte Urlaubstage wurden reduziert, bzw. falsch berechnet, es fehlt der Bezug zum Tarifvertrag mit entsprechender Eingruppierung, der Tarifvertrag wurde auch keinem zugänglich gemacht und der Höhepunkt: alle pflegenden Mitarbeiter erhielten wesentlich niedrigere Grundgehälter, als ihnen vom Arbeitgeber mündlich zugesagt wurden. Das ist unerhört.

Inzwischen hat meine Schwester ein Gespräch mit dem Arbeitgeber gehabt und die Kernaussage war: die Urlaubstage werden korrigiert, das Gehalt bleibt so, wie es im neuen Vertrag steht: Wenn er allen das zahlen würde, was im Tarifvertrag steht, dann müsse er den Pflegedienst schließen! Wir reden hier von mehreren Hundert Euro pro Monat die ihr durch diesen neuen Vertrag vorenthalten werden. Zumal sie ja auch immer wieder Sondereinsätze macht für kranke Kollegen und auch noch bei Bedarf als stellvertretende Pflegedienstleitung agiert, damit der Betrieb überhaupt weiterarbeiten darf (denen laufen ja immer wieder die Führungskräfte weg).

Sie war jetzt diese Woche bei einem Anwalt für Arbeitsrecht, der auch sehr verwundert über diesen Arbeitsvertrag war und auch überhaupt nicht nachvollziehen konnte, wie der AG auf das neue Gehalt kommt. Auch konnte er im Internet keinen Tarifvertrag finden, der diese Zahl beinhaltete….aber er hat einen echt tollen Brief an den Arbeitgeber geschrieben…ruhig und sachlich bittet er um Klärung wie dieser Betrag zustande kommt, freundlich und nett formuliert, zugewendet wohlwollend, denn immerhin möchte meine Schwester, trotz allem, immer noch weiter dort arbeiten. Ich bin fast begeistert, wie toll das formuliert war.

Ich hab mich dann fast einen ganzen Tag lang (also 2 Abende) auf die Suche im Internet gemacht…es existieren für diesen Träger unglaublich viele Tarifverträge für Pflegekräfte, aber jeder war leicht anders..bis ich dann endlich einen fand, der tatsächlich genau die Zahl enthielt und wo auch die Entgeltgruppe passte…nur das die Entgeltstufe tatsächlich 2 Stufen unter dem war, was ihr eigentlich zustehen würde.

Ich hab ihr alles gleich geschickt, wir haben viel geschrieben und gesprochen…das ist ein Thema, das auch an mir nicht spurlos vorbei geht, denn meine Schwester ist wütend und aufgebracht, sie will ja nichts geschenkt, sondern einfach nur das, was ihr zu steht….was eine Steigerung von ca. 30% bedeuten würde…immerhin arbeitet sie schon mehr als 20 Jahre für den gleichen Pflegedienst und ist damit Eine von Zweien die überhaupt so lange dort arbeiten. Gehaltsanpassungen gab es in den letzten Jahren nur selten.

Auch wenn 30% viel klingt, muss man jedoch sagen, selbst mit dem neuen tariflichen Grundgehalt, wenn sie es denn bekommen würde, wäre sie immer noch weit unter dem, was man so in meinem Bereich verdienen kann. Und das bei einer 6-Tage-Woche mit Schichtdienst und unzähligen Rufbereitschaften.

Seit 1. September 2022 ist die Entlohnung von Pflegekräften in der Altenpflege mindestens in Tarifhöhe gesetzlich vorgeschrieben. Eine Pflegeeinrichtung muss, um als solche zugelassen zu sein, entweder selbst tarifgebunden sein oder ihre Pflege- und Betreuungskräfte mindestens in Höhe von in der Region anwendbaren Pflege-Tarifverträgen entlohnen. Im Gegenzug sind die Pflegekassen verpflichtet, die steigenden Lohnaufwendungen bei den Verhandlungen der Vergütung der Pflegeleistungen zu berücksichtigen und damit die Refinanzierung der Tarifbindung oder -orientierung zu gewährleisten.

https://www.bundesregierung.de/breg-de/suche/verbesserungen-im-pflegeberuf-1745564

Ich hoffe das sich noch alles zum Guten wendet…

nicht wortlos – aber ohne Fotos

…zumindest ohne die Fotos der letzten Monate. Ziemlich genau 3 Monate nachdem die Fotos auf meiner SD-Karte im Handy für ein paar Tage alle nur noch SCHWARZ angezeigt wurden, hat sich nun dieses Speichermedium endgültig verabschiedet.

Ja klar hab ich zu dem Zeitpunkt damals sofort alle Fotos auf dem PC gesichert…seitdem jedoch nicht mehr und natürlich hab ich die SD-Karte NICHT getauscht…tja und jetzt sind alle neueren Fotos weg…außer denen, die ich in WordPress gespeichert oder die ich über Whatsapp und Threema verschickt hatte…und auch die Neuen, die nach dem wortlosen Abgang der zusätzlichen Speicherkarte automatisch im internen Speicher meines Smartphones gespeichert wurden.

Ich hab Dienstagnachmittag hier im Ort einem IT-Fachmann aufgesucht, aber auch der konnte die SD-Karte nicht mehr wieder beleben. Okay – nutzt ja alles nichts, ich hab mir gleich eine neue SD-Karte einsetzen lassen. Es gibt nun wirklich Schlimmeres als ein paar verlorene Fotos von meinen Ausflügen in die Wälder, Sonnenaufgängen bei meinen Walkingrunden vor der Arbeit oder vom letzten Eintopf den ich gekocht habe.

Ja ich weiß inzwischen auch, das ich die Daten über eine Cloud immer direkt speichern könnte…aber genau das möchte ich gar nicht..und weil das so ist, trage ich es jetzt mit Fassung und fotografiere einfach weiter …jetzt mit neuer SD-Karte und werde die Daten auch monatlich auf dem PC speichern.

Das lange Wochenende war ja auch einfach zu schön, um im Haus zu bleiben und so war ich ständig draußen: morgens bei Sonnenaufgang im Nebel im Wald, wieder zum Pilze sammeln, mittags mit dem Fahrrad durch die Umgebung und rund um das Himmelsmoor…und abends noch raus zum Walken….Es ist herrlich wieder fit zu sein…und für mich ist das Wetter mit 15-17 Grad und leichtem Wind perfekt.

Die Pilzzeit geht jetzt langsam zu Ende…ich finde zwar noch welche, aber es werden weniger und dauert länger…und ich muss auch feststellen…das hat schon Suchtpotential. Montag wollte ich wirklich nur entspannt und locker durch den Wald wandern…aber immer wieder bin ich dann doch vom Weg quer durch den Wald mit suchendem Blick auf den Waldboden…und findet man Einen müssen da doch noch mehr sein. Aber immerhin hab ich erst seit letztem Jahr wieder so richtig damit angefangen…davor viele Jahre gar nicht.

So war das letzte Wochenende zusammen mit dem hier im Norden offiziellen Feiertag am Montag den 31.10. (Reformationstag) eine schöne stille Auszeit. Das war auch gut so, denn die restliche Woche war dann auch ziemlich anstrengend.

Kommunikation von Höcksken auf Stöcksken

Meine Arbeitswoche war schön…schön ruhig an den Homeofficetagen, schön kommunikativ und wenig produktiv am Mittwoch im Büro und schön produktiv an den folgenden Tagen im Büro.

Mittwoch saßen der Controller und ich wieder einmal zusammen im Büro. Es ist mehrere Wochen her, dass wir uns gesehen haben und so blieb auch nur wenig Gelegenheit miteinander zu plaudern…erst war er im Stress, dann krank, dann wieder im Stress, dann war ich krank, dann er im Urlaub….so und jetzt sitzen wir letztmalig als 2er-Team zusammen im Büro. Ab der nächsten Woche sind wir dann zu Dritt.

Wir hatten also viel zu besprechen und haben uns ausgiebig unterhalten: über den Job, die Zukunft mit dem neuen Kollegen, unsere Sitzplatz-Situation, über seinen Urlaub, seine Frau und die Kinder, über Sinn- und Jobsuche der Jugendlichen, über die Lage in der Welt, die Pandemie, über Aktienanlagen, über Atomstrom und -bomben, über (essbare) Pilze, über Inflation und Klimawandel und Wanderurlaub in den Bergen, über italienisches Essen und den Gardasee…also eigentlich über Gott-und-die Welt.

Im Ruhrpott sagt man dazu: Wir kamen von Höcksken auf Stöcksken.

Das hat vor allem Spaß gemacht, weil wir Beide in Redelaune waren und wir auch die Zeit dazu hatten….Effektiv habe ich zwar nur sehr wenig gearbeitet…aber das musste auch mal sein. Im Homeoffice bin ich dafür ja meistens extrem produktiv, weil ich so gar keine Ablenkung habe.

Aber auch die restlichen Tage im Büro waren super. Was vor allem an den anwesenden Kollegen lag, mit denen ich mich sowieso gerne unterhalte… alles lief entspannt und es gab auch einiges zu Feiern.

Ich hab es aber geschafft alle meine Quartalsabschlüsse bis Freitagmittag fertig an die Zentrale zu melden und bin dann auch zügig ins lange Wochenende gegangen.

Donnerstagabend hatte ich ein Telefonat mit einem Ex-Kollegen aus Hessen….wir schreiben in großen unregelmäßigen Abständen mal eine Whatsapp-Nachricht und seine Letzte beinhaltete viel Frust. Kernaussage: Es wird alles nicht besser – sondern immer chaotischer. Damit meinte er seine Arbeit…und er leitet eine inzwischen auf 8 Personen angewachsene technische Abteilung. Er war sich unsicher, ob ich den Arbeitskram überhaupt noch hören möchte, also schlug ich vor doch mal wieder zu telefonieren, das letzte Mal ist bestimmt schon ein Jahr her.

Und so hab ich mal wieder ein paar Neuigkeiten aus der alten Firma erfahren und wie es sich für ihn anfühlt. Wir hatten uns schon vor meinem Weggang über die Konzernstrukturen und die Ignoranz mancher Abteilungen aufgeregt. Für ihn hat sich zwar einiges verbessert und er ist glücklich mit seinem Team…aber die Kommunikation mit den anderen Abteilungen und den anderen Firmen innerhalb des Konzerns ist genauso schlecht, wie früher…hinzu kommen jetzt akute Personalprobleme in den Handwerksbetrieben, mit denen er schon seit Jahren gut zusammenarbeitet. Jetzt rächt es sich, dass der Konzern immer auf externe Handwerker gesetzt hat, anstatt intern eine eigene Abteilung für diesen Bereich aufzubauen. Denn wenn diese spezialisierten Handwerksbetriebe keinen Nachfolger finden, dann wird so ein Betrieb eben geschlossen, sobald der Inhaber in Rente geht…da kann die Auftragslage noch so gut und gesichert sein…es muss auch Menschen geben, die das ausführen können.

Vor allem kritisiert er die extrem schlechte Kommunikation mit „meiner“ Abteilung….und er vermisst meine strukturierte Arbeitsweise und die enge Abstimmung zwischen uns, die es unseren beiden Abteilungen ermöglichte, reibungslos zu funktionieren. Wie ich es schon befürchtet hatte, ist im Anlagevermögen inzwischen das reinste Chaos ausgebrochen und die neue Chefin kümmert sich nicht. Das tut mir zwar leid für ihn und für all die Zeit, die ich da reingesteckt habe, als ich diese Aufgabe einem Teammitglied übergeben habe…aber es tritt mich nicht mehr…dazu bin ich inzwischen zu weit entfernt.

Wir haben fast 1,5 Stunden telefoniert und auch über andere Themen gesprochen…und wieder einmal freue ich mich über meinen gelungenen Absprung aus diesem Stressjob. Ich bin mehr als zufrieden mit meinem jetzigen Leben und vermisse das alles gar nicht…bis auf 2-3 Kollegen, wie den, mit dem ich gerade telefoniert habe.

Wenn es gluckert, aber nicht läuft

Es gibt fiese Dinge im Haushalt…wenn das Wasser nicht abläuft ist das fies. Wobei es hier auch Abstufungen gibt.

Schon seit Wochen läuft das Wasser am Waschbecken in der Küche schwerfällig ab….aber kein Problem, habe ja in meiner Wohnung in „Schnöselhausen“ damals gelernt, wie man eine drohende Verstopfung verhindern kann.

Es war eine Erdgeschosswohnung mit einer viel zu flachen Rohrkonstruktion, so das es in bestimmten Fällen einen Rückstau vom Hauptkanal bis zu mir in die Wohnung gab. Mein Vermieter musste mehrfach eine Rohrreinigungs-Firma kommen lassen, um mit der Spirale den Zugang zum Hauptkanal wieder zu öffnen.

Einen sehr guten Tipp habe ich dabei erhalten: am besten bei einem Küchenabfluss öfter mal ein Hand-Spülmittel in den Ausguss gießen und heißes Wasser dazu…das löst fetthaltige Rückstände in den Rohren auf…und als nächsten Tipp: ab und an das Spülbecken mit kaltem Wasser füllen und dann den Stöpsel ziehen…der Druck des ablaufenden Wassers löst kleinere Partikel und nimmt diese gleich mit.

Das waren alles gute Tipps und die nächsten Jahre bin ich auch gut damit gefahren…Zumal ich ja auch konsequent ein Schmutzsieb im Waschbecken habe, das verhindern soll, das größere Teilchen überhaupt erst in den Abfluss gelangen. Aber wenn das Spülwasser zuviel Fett aufgenommen hat, wird es beim Ablauf in den Rohren kalt und kann sich als feste Masse ablagern.

Hier in Quickborn hängen Handwaschbecken und Spülmaschine am gleichen Abflussrohr…und die Konstruktion unter der Spüle ist, naja ….abenteuerlich in seinen Windungen.

Mit den Tipps von früher hab ich die Schwerfälligkeit beim Ablauf des Wassers zwar etwas verbessert…aber so richtig normal war wurde es damit auch nicht. Dafür gluckerte es mehr und mehr bedrohlich.

Als nächstes kam mir der Gedanke die gesamte Mülleimerkonstruktion unter der Spüle auszubauen und selber die Rohre von Spüle bis Wand zu demontieren und direkt nachzuschauen, wo das Problem liegt….aber als ich das „interessante“ Geflecht der zusammengesteckten Rohre sah, sank mein Mut, das ich das jemals wieder richtig zusammengebaut bekommen würde.

Ich freundete ich mich also schon mit dem Gedanken an, eine Rohrreinigungsfirma kommen zu lassen….hatte aber immer noch im Hinterkopf: da gab es doch mal einen Tipp von Kollegen…irgendwie sollte Backpulver bzw. Natron helfen.

Im Internet stand es dann in vielen verschiedenen Varianten, ich hab mich für Natron + Essig entschieden: 4EL Natron auf den Abfluss der Spüle geben und 1/2 Flasche Essig draufkippen.

Sofort fing Beides an zu reagieren…es sprudelte und brodelte…das sah schon imposant aus und im Abfluss gluckerte und gluckerte es immer bedrohlicher….nach einer halben Stunden habe ich Wasser hinterher gegossen und was passierte? Jetzt lief das Wasser gar nicht mehr ab. Na klasse – ein typischer Fall von: verschlimmbessert. So ein Mist.

Ich war leicht schockiert….okay, also hab ich die Prozedur mit Natron und Essig noch einmal wiederholt….und da es bereits spät war, bin anschließend ins Bett gegangen. Alles weitere also Morgen – morgen rufe ich eine Rohrreinigungsfirma an ..nutzt ja alles nichts.

Als ich am nächsten Morgen in die Küche kam, war das Spülbecken leer….okay, also das Wasser ist dann doch noch abgeflossen…ein leichter Versuch mit fließendem Wasser funktionierte prima…also hab ich das Wasser länger und länger laufen lassen….und was soll ich sagen:

….alles Bestens: das Wasser läuft wieder normal ab und es gluckert auch nicht mehr. Es brauchte wohl nur etwas länger Zeit um zu wirken….ich jedenfalls bin erleichtert mir keinen Handwerker dafür holen zu müssen.

spät – aber fertig: Steuererklärung

Ich bin spät dran in diesem Jahr – sehr spät…heute endlich hab ich die Steuererklärung für 2021 erstellt und ans Finanzamt übermittelt.

Jedes Jahr nehme ich mir vor, es früher zu machen…und dann ist es doch immer wieder spät. Auf die Erklärung hatte ich ja überhaupt keine Lust, weil ja der Umzug in 2021 zu berücksichtigen war.

Es war aber kein „beruflich veranlasster“ Umzug, sondern ein Privater, der wird „anders“ berücksichtigt…aber zum Glück ist das Steuerprogramm, das ich nutze, in diesem Jahr noch einfacher anzuwenden und so hat mich das Programm auch da super durch gelotst und HURRA bereits 3 Stunden später war ich mit der kompletten Steuer fertig.

Ich bin Bilanzbuchhalter und habe daher auch mit Unternehmenssteuern zu tun, aber die eigene private Steuererklärung mag ich genauso wenig wie die meisten Menschen: ungefähr so gerne wie Zahnschmerzen.

Aber nun ist auch das vollbracht und ich bin froh darüber. Da es durch den Umzug wieder ein anderes Finanzamt ist, bin ich gespannt, wie die reagieren. Das Finanzamt Pinneberg war sehr engstirnig, das vorletzte Finanzamt (Bad Homburg, Hessen) war locker und großzügig – mal sehen was das nächste Finanzamt jetzt daraus macht…zumindest erwarte ich eine Erstattung.

Ich fühle mich wie früher nach einer Klassenarbeit oder Prüfung: Nach der Abgabe bin ich erleichtert – jetzt kann ich eh nichts mehr ändern…

Nebel – Morgens im Wald

Nebel – Morgens im Wald

Samstagmorgen blieb es lange nebelig und trübe, aber ich war schon knapp vor 8 Uhr im Wald zum Pilze-sammeln. Ich mag die Atmosphäre am Morgen im Wald, besonders wenn es noch diesig, nebelig und trübe ist. Man hört es nur ab und an am Boden Rascheln, die Vögel in den Bäumen, die schon munter zwitschern, einen Specht der lautstark seine Arbeit tut, zwei Rehe die vor einem lauten Knall aufgeschreckt von der Wiese in den Wald laufen und sich kurz zu mir umdrehen, bevor sie weiter in den Wald laufen. Nein – der Knall kam nicht von mir.

Von mir kommt nur ein leises Rascheln vom Laub am Boden und immer mal wieder knacken ein paar Äste auf die ich trete, weil ich mich abseits der Wege bewege…ansonsten ist es himmlisch ruhig….und ich werde sehr schnell fündig: es gibt viele Pilze, die ihren Weg in meinen Korb finden.

Aber im Wald ist es seit Tagen sehr nass und so Einige muss ich stehen lassen, weil sie bereits verdorben sind..sie sind teilweise schon mit Schimmel überzogen oder durch und durch zerfressen.

Aber auch dieses Mal hab ich nach dem Putzen knappe 700g essbare Pilzanteile…aber der angefallene Abfall ist größer als zuvor. Wieder war ich gute 2 Stunden im Wald und hab nicht nur nach Pilzen gesucht sondern, auch ein paar schöne Fotos gemacht:

Als ich den Rückweg zum Auto, antrat hatte sich die Sonne bereits durchgesetzt, so wirkte der Wald auf einmal nicht mehr nur düster und braun, sondern wieder grün…quasi das letzte Aufbäumen:

Zuhause ging es dann erst einmal unter die heiße Dusche und mit Kaffee und frischem Brot auf die Couch zum Frühstücken. Danach hab ich mich erst um die Pilze gekümmert – die gab es dann zum Mittagessen.

Auf und ab

Auf und ab

Diese Woche war bisher eher unspektakulär…dafür manchmal etwas zäh….aber immerhin komme ich wieder zu Kräften….und bei dem schönen Wetter am Mittwoch, bin ich nach Feierabend in den Rantzauer Forst gefahren…das ist ein Waldstück ganz in der Nähe von Norderstedt.

Dabei war es eher ein Zufall das ich dort gelandet bin, eigentlich wollte ich ganz woanders hin…aber als ich ein Auto in den Feldweg abbiegen sah, hab ich den kleinen Parkplatz gesehen und dachte ich probiere es mal dort.

Es war himmlisch…die Sonne die angenehm ins Gesicht schien, der weiche Waldboden unter den Füßen, die Stille und dazu angenehm warm bei 15 Grad:

Ich bin ruhig und entspannt knappe 4km gelaufen und freute mich endlich wieder fit zu sein. Bewege mich aber immer noch im unteren Bereich meiner sonst üblichen Strecken, aber immerhin war ich diese Woche gleich mehrmals wieder walken.

Später hab ich zuhause einiges erledigt, so mit Putzen und Wäsche waschen usw…hab gekocht und dachte JAWOHL – ich bin wieder da….

….dafür hab ich dann die folgende Nacht überhaupt nicht schlafen können, und den gesamten Donnerstag mit Kopfschmerzen und Übelkeit verbracht….grrrr….grummel…nimmmt das denn gar kein Ende mehr….grrrrrrr

Bereits mittags hab ich mich aus dem Büro abgemeldet, wieder nach Hause gefahren und den restlichen Tag schlafend verbracht.

Seitdem geht es mir tatsächlich gut. Ich bin wach und munter, meine Ruhe-Herzfrequenz und der Blutdruck sind nach 3 langen Wochen endlich wieder in meinem Normalbereich. Nase und Stirnhöhle sind wieder frei und das Leben macht auch wieder Spaß.

Der Griff zur Bohrmaschine

ist für mich jedes Mal eine Herausforderung…aber – na klar – auch dieses Mal hat alles wunderbar geklappt.

Ich wohne jetzt seit einem Jahr in dieser Wohnung. Das Wohnzimmer hat zum Flur hin nur einen Rundbogen-Durchlass…also keine Tür. Das sieht zwar schön aus und macht Wohnzimmer und Flur sehr gemütlich.

Im Winter jedoch, wenn die Heizung im Wohnzimmer an ist, bleibt die Wärme nicht dort, sondern verteilt sich schön. Von Anfang an hatte ich die Freigabe meiner Vermieterin hierfür Abhilfe zu schaffen…doch die angedachte Glasschiebetür hab ich aus Kostengründen und Handwerker-Verfügbarkeit wieder verworfen.

Die einfachste Methode ist, eine Gardinenstange oberhalb des Tür-Durchlasses zu montieren und schöne dicke Vorhänge anzubringen – Thermovorhänge hab ich ja auch schon an den Fenstern, weil es hier kein Außen-Jalousien gibt.

Die Gardinenstange liegt schon seit Wochen bereit und auch die Vorhänge sind inzwischen nicht nur gekauft, sondern schon gewaschen und gebügelt und warten auf ihren Einsatz.

Seit einem Jahr denke ich ja schon darüber nach und möchte es machen – habe aber die Befürchtung gehabt, das es mit der Gardinenstange danach nicht mehr so schick aussieht…also hab ich es immer wieder raus gezögert.

Noch muss ich nicht heizen, aber der Winter kommt ganz bestimmt…also hab ich jetzt gestern endlich alles ausgemessen und anschließened die Bohrmaschine geschnappt. Sechs Löcher später und mit Hilfe des Akkuschraubers hab ich die Halterung und die Gardinenstange angebracht, die beiden Vorhänge aufgezogen und….

…. es sieht klasse aus. Vom Flur aus wirkt es sogar noch gemütlicher als vorher und vom Wohnzimmer aus, finde ich es optisch sehr gelungen. Die hellbeige Farbe der Vorhänge passt wunderbar zu den hellen Möbeln und den Vorhängen an den Fenstern. Die Vorhang-Schals sind jetzt an den Seiten gerafft und bei Bedarf kann ich sie dann schließen.

Zum Glück hab ich die Höhe der Gardinenstange perfekt ermittelt…die Vorhänge enden wenige Millimeter über dem Boden: mission accomplished