…und noch mehr Bewegung

…und noch mehr Bewegung

Nach meiner ausgiebigen Walking-Runde am Morgen, hab ich mich am Nachmittag für einen leichten Spaziergang durch die Innenstadt von Hamburg entschieden…

Ich musste noch einmal kurz im Büro vorbei schauen…also wenn ich eh schon mal in der Stadt bin, kann ich ja mal ins Zentrum fahren und dort laufen…..ich bin damit heute auf insgesamt knappe 15km gekommen….jaaa – und das fühlt sich richtig gut an.

So wach, entspannt und voller Energie war ich seit Wochen nicht mehr…ich stelle mehr und mehr fest, ich bin absolut kein Sommer-Typ mehr…eher der Frühlings-/Herbst-Typ…..bei den aktuell herrschenden Temperaturen mit 18-20 Grad fühle ich mich wohl…wenn es wärmer wird, werde ich träge.

Beim Karstadt -Sport ist der endgültige Ausverkauf in vollem Gang und so hab ich nach neuen Gewichts-Manschetten geschaut….meine sind inzwischen bestimmt 20 Jahre alt und lösen sich gerade auf. Ich nutze diese Manschetten sehr oft an den Fußgelenken wenn ich Hausarbeit mache und viel dabei laufe….dann trainiere ich gleichzeitig auch meine Beinmuskulatur. Gut definierte Beine zu haben, war mir schon immer wichtig…leider waren die Manschetten im Laden aber schon vergriffen.

Dafür bin ich an einem Step-Board vorbeigekommen…hmmm – jaaa der Preis war mehr als verlockend….bin in den letzten Monaten immer wieder drum-herum geschlichen….aber 70 EUR dafür ausgeben? Jetzt hab ich es getan….

Der Tag war unspektakulär, dafür klasse….und jetzt sitze ich an meinem Lieblingsplatz zuhause und lasse den Tag gemütlich ausklingen, während die Dorade auf einem Bett aus Kartoffeln und Lauch im Ofen schmort….hmmm das duftet schon lecker.

Alte-NEUE Chefs

Geschichte wiederholt sich doch. und es ist schon erschreckend zu sehen, das Chefs so gar nichts dazu lernen wollen.

Mein früherer Chef, der daran beteiligt war das ich 2009 haarscharf an einem Burnout vorbeigeschrammt bin, der dann für ein paar Jahre im Ausland eine Dependance geleitet hat, zurück kam und von Posten zu Posten gereicht wurde, ist seit September letzten Jahres (seit meine Chefin sich hat versetzen lassen und ich den Konzern ganz verlassen habe) jetzt wieder auf seinem alten Posten….ich bin froh, das ich ihn nicht wieder als Chef hatte…aber meine Mädels haben jetzt ja auch noch eine neue Teamleiterin und darüber eben sitzt mein ehemaliger Chef jetzt wieder.

….gestern hatte ich ein sehr langes Telefonat mit der Kollegin, die nach meinem Weggang als Einzige in der Lage war unsere Abteilung am Laufen zu halten, die den neuen Teamleiter versucht hat zu unterstützen, die dann kommissarisch für ein paar Monate die Leitung übernommen hat, als man meinen Nachfolger entlassen hat…und die jetzt der neuen Teamleiterin hilft sich einzuarbeiten.

Sie steht heute seelisch da, wo ich 2009 stand und die Chefs machen die gleichen Fehler. Die Kollegin ist verheiratet und hat noch kleine Kinder….um die Abteilung am Laufen zu halten hat sie vorübergehend auf Vollzeit aufgestockt und man hatte ihr versprochen ihren Einsatz entsprechend zu honorieren…Also anfallende Überstunden zu bezahlen und es sollte noch einen Bonus geben.

Doch jetzt ist die neue Teamleiterin da und auf einmal ist vom Bonus keine Rede mehr….angeblich wegen Corona….Aber das kann es nicht sein, wenn auf der anderen Seite die Ergebnisse immer noch überdurchschnittlich sind (vielleicht sollte man einem Buchhalter, der ja die Ergebnisse des Unternehmens zusammenstellt NICHT mit so einem Argument kommen)..

Auf jeden Fall ist es unfair und fördert nicht gerade die Zufriedenheit der Mitarbeiter und zusätzlich möchten die neuen Chefs jetzt auch noch ihren Vertrag ändern….auf 5 Tage die Woche, anstatt 4 Tage….aber es war immer klar, das wenn sie wieder reduziert, sie wieder auf den bisherigen Vertrag zurück geht…Zum Glück ist das auch so schriftlich fixiert….

Es ist erschreckend das der aussergewöhnliche Einsatz der Kollegin im Nachhinein nicht richtig gewürdigt wird und es passiert das, was ich auch kenne: Körper und Seele streiken und der Arzt hat ihr eine tiefe seelische Erschöpfung diagnostiziert…sie geht trotzdem arbeiten…. ich hab ihr geraten nicht den gleichen Fehler zu machen, den ich damals gemacht habe….

Sie will ab sofort aber keine Überstunden machen (haha- guter Plan, wird aber bei Menschen wie wir es sind, nicht dauerhaft funktionieren), und wenn sich bis Ende des Jahres der Ton und der Umgang der neuen Teamleiterin zu ihren Mitarbeitern nicht verändert, wird sie sich nach einem neuen Job umschauen.

Die neue Teamleiterin ist Anfang 30….und der alte Chef heizt ihr bestimmt gut ein…Er (Controller) fand das wir (Buchhalter) schon immer viel zu genau und „umständlich“ gearbeitet haben….und schon fängt sie an, alles in Frage zu stellen…sogar die Arbeit der Wirtschaftsprüfer…..hahahaha (neeeeeeiiin wir sind nicht Wirecard).

Na klar muss sie sich als „Die NEUE“ ihre Sporen verdienen, aber um Dinge beurteilen zu können, sollte sie erst einmal lernen, wie alles zusammenhängt und sich nicht mittendrin eine Sache heraussuchen und sofort ändern. Zumal sie sich als Teamleiterin „nicht im Tagesgeschäft sieht“ und wohl auch noch keine Erfahrungen in Personalführung mitbringt… LOL … na dann viel Spaß – dann fehlen mindestens noch 1-2 Personen in der Abteilung….So werden die verbliebenen Kolleginnen sehr schnell verheizt…leider sieht der alte/neue Chef das nicht….genau wie damals als er die Überbelastung nicht gesehen hat und mir später vorwarf: Warum haben sie nichts gesagt? ….hatte ich – mehrfach….trotzdem hat er es nicht ernst genommen….

Ich kann nur sagen, mehr als 10 Jahre lief mit mir die Buchhaltung reibungslos und wirklich ALLE waren zufrieden mit uns: Geschäftsleitung, kfm. Leitung, Andere Abteilungen, Konzernleitung, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater….

Ohh was bin ich froh, das ich nicht mehr dort arbeite….die Diskussionen mit dem Alten/Neuen Chef kann ich mir gut vorstellen…und das brauche ich wirklich nicht mehr. Wenn ich darüber nachdenke merke ich, wie diese alten Geschichten wieder hervorkommen…und das stresst mich sogar noch heute, obwohl ich 600km entfernt, und entspannt auf meinem Balkon sitze..

Ich gehe inzwischen wieder gerne arbeiten…und der Job macht mir Spaß und die Kollegen sind klasse. Und von Hessen nach Schleswig-Holstein zu wechseln war genau richtig… Körperlich und seelisch bin ich inzwischen wieder richtig gut dabei….

am Morgen im Moor

Nach einer erfolgreichen und langen Arbeitswoche hab ich den Start ins Wochenende mit einer Walkingrunde im Tävsmoor eingeläutet.

Am frühen Morgen im Moor zu sein ist schon toll….ich war fast allein und die Stille war unglaublich schön. Da inzwischen wieder regelmässig Flugzeuge am Himmel auftauchen, ist diese extreme Ruhe, die ich während der 1. Zeit der Corona-Krise auch zuhause geniessen konnte, leider vorbei.

Und außerdem kann man am Morgen bei Sonnenschein solche schönen Bilder machen….und Brombeeren naschen, die jetzt nach und nach reif werden…..

Mit meinem Kaffeebecher saß ich dann auch für ein paar Minuten am Moorsee ….

und mit mehr als 7km war es eine schöne und entspannte Runde.

Wolken und Gedanken ziehen schnell vorbei

Eingemummelt wie im Herbst, sitze ich auf meinem Balkon, während die Wolken schnell über mir hinweg ziehen…

Das Sturmtief macht gerade mal eine kleine Regenpause, die ich nutze um frische Luft zu schnappen.

Durch meinen Home-Office Tag heute hab ich bisher noch keinen Schritt vor die Tür gemacht und aktuell zieht mich auch nichts dorthin.

Unheilvoll drohend ziehen die dunklen Wolken ganz tief über die Bäume hinweg…und meine Gedanken bleiben immer wieder in diesen Wolken hängen…. Ich kann sie nicht fokussieren und mich nicht auf einen Gedankenstrang konzentrieren….

Aktuelle und auch Ex-Kollegen kämpfen bei diesem Wetter mit anhaltenden Kopfschmerzen und Migräne….das ist zum Glück bei mir nicht der Fall…puhhh bin ich froh…aber ich hab seit dem Feierabend Konzentrations-Probleme….so als ob alle Gedanken mit dem Wind mitgerissen werden.

Mein Tagespensum für heute hab ich nicht geschafft – trotzdem bin ich eigentlich zufrieden mit dem Tag…hab viel erledigt und meinen Tag hatte ich gut durch-organisiert….also die besten Voraussetzungen um alle Abgabetermine einzuhalten…

….nutzt aber alles nichts, wenn ungeplante Anforderungen auf mich einprasseln und diese dann auch noch Vorrang haben. Nun gut, dann werde ich versuchen Morgen doch noch alles rechtzeitig fertig zu bekommen….

und wenn nicht? dann ist das eben so. Vorbei sind die Zeiten, wo ich es um jeden Preis (meine Gesundheit z.B.) geschafft habe….Ich hab heute im Homeoffice 2 Stunden länger gearbeitet und dann um 17.30 Uhr den Laptop zugeklappt. FEIERABEND! So –

Mehr geht heute nicht…und jetzt dürfen meine Gedanken einfach Purzelbäume schlagen…und mit den Wolken auf Wanderschaft gehen…

Denken ohne Zielvorgabe….im wahrsten Sinne himmlisch. Wie war das noch: „Muße ist die Mutter der Kreativität“ .

Freundschaft – oder nicht

Wer immer am gleichen Ort gelebt hat und Freundschaften seit der Schulzeit immer noch hat, der braucht sich um das Wesen von Freundschaften keine Gedanken zu machen.

Ich dagegen musste von Klein auf an immer wieder an neuen Orten neu anfangen (Als Erwachsene hab ich mir das dann aber mit den Wohnort-Wechseln selber ausgesucht)….mir fehlt daher dieses tiefe verwurzelt sein mit einem Ort, mit einem Freundeskreis…Zusammen mit einer tief in mir wohnenden Schüchternheit, die mich heute eher als Einzelgänger kennzeichnet, fiel es mir schon immer schwer Freundschaften zu schließen.

Leider neigen gerade meine Freundschaften mit Frauen dazu, das ich immer wieder enttäuscht wurde…spätestens sobald es um Männer ging waren diese Frauen auf einmal gar nicht mehr solidarisch….und ich sollte immer Verständnis haben für abgesagte Verabredungen usw. …und so hab ich das Prinzip „Beste Freundin“ für mich im Laufe der letzten Jahre ad acta gelegt.

Jetzt hab ich wieder einmal feststellen dürfen, wie schwer es ist, über hunderte von Kilometern so etwas wie Freundschaft aufrecht zu erhalten…und ich hab bisher immer gedacht, es liegt an mir….aber das stimmt so nicht…. Ich war immer diejenige die hunderte Kilometer gefahren ist, um Freunde zu treffen und ich überwinde sogar meine Abneigung gegen das Telefonieren um Kontakt zu halten…und auch jetzt wieder hätte ich die „Unannehmlichkeit“ von 2,5 Stunden Fahrt auf mich genommen, um eines meiner Mädels zu treffen, die hoch im Norden Urlaub macht….

Wir hatten uns quasi verabredet, wenn sie mit ihrem Freund am Urlaubsort angekommen ist, meldet sie sich und ich komme dann mit dem Auto zu ihr, damit wir uns für 2-3 Stunden zum Kaffee trinken treffen können…..Alles schien soweit in Ordnung.

Freitag vor 1 Woche rief sie an…sie läge jetzt so faul mit ihrem Freund am See….und es wäre soooo toll, ich solle nicht böse sein aber…..das mit dem Treffen….sie würde es jetzt so genießen, das es mit ihrem Freund gerade mal ganz entspannt läuft.

Wie viele Stunden während und nach der Arbeit hab ich ihr zugehört, sie getröstet, sie ermutigt, sie bestärkt, Rücksicht auf sie genommen…na egal. ich hab ihr noch einen schönen Urlaub gewünscht….

Gestern aber, hab ich mich bereits zum 2. Mal mit meinem ehemaligen Kollegen, der jetzt schon 4 Jahre in Rente ist, und seiner Frau in der Lüneburger Heide getroffen…. Wir haben fast 10 Jahre lang sehr gut zusammen gearbeitet…er für die Konzernmutter…ich für 4 Tochtergesellschaften….und das Treffen war soooo schön.

Wir haben uns in einem Cafè getroffen und zu Dritt einen angeregten und schönen Nachmittag verbracht, wir haben viel gelacht, Jeder hat erzählt mal ernsthaft – mal lustig….ich mag die Beiden sehr und es hat sich inzwischen eine schöne Freundschaft daraus entwickelt….

Und wir haben bereits beschlossen, das es bald das nächste Treffen geben wird……denn die Beiden kommen öfter im Jahr nach Norddeutschland und wenn ich im Herbst für ein Wochenende nach Hessen zurückkomme, soll ich mich vorher melden….

Manchmal kommt Freundschaft auf sehr leisen Pfoten daher….von einer Seite, die man so eigentlich nicht erwartet hätte. Wir reden interessanterweise auch nur noch selten über die Firma, dafür über das Leben und die Welt….ich telefoniere inzwischen öfter mit dem ehemaligen Kollegen, als mit meinen Mädels…..

….und ihm geht es mit der Firma genauso …es gibt eben doch nur wenig Kollegen aus denen sich eine Freundschaft entwickelt….wenn man dann doch nicht mehr zusammen arbeitet. Wir sind eben nicht mehr Teil des Alltags…Wir sind die Exoten ( Er: Rentner / Ich: hab freiwillig die Firma verlassen) und alle Anderen sind in ihrem Alltags-Trott geblieben….Die können mit unseren neuen Lebenswegen nichts anfangen…

Es gibt sie bestimmt, diese Freundschaften fürs Leben….uneigennützig und selbstlos…mir sind solche Freundschaften nicht in die Wiege gelegt und ich reagiere entsprechend empfindlich, wenn ich das Gefühl bekomme, wieder nur als Seelentröster und Helfer in der Not wichtig gewesen zu sein….

…das tut mir weh und dann ziehe ich mich wieder zurück…so bleiben für mich nur sehr wenige, aber überaus wichtige Freundschaften…die ich pflege und die mir den Glauben erhalten, das Freundschaften doch toll sein können….

Letzter Tag im Urlaub

An meinem 3 .Tag im Urlaub an der Mecklenburgischen-Seenplatte habe dann lieber das Weite gesucht und bin nach Mirow gefahren….Mirow wirbt damit kleiner und beschaulicher zu sein, als Waren.

Auf dem Weg dorthin hab ich in Klink halt gemacht…die haben einen wunderschönen Strand mit flachem Wasser und das läd schon sehr zum Verweilen ein….ich bin eine Weile dort geblieben mit dem Füssen im Wasser…..herrlich.

in Mirow hab ich mir dann das Rad geschnappt und bin wieder einmal kreuz und quer gefahren…außer einem Schlenker zum Schloss hab ich den eigentlichen Ort gemieden….auch hier waren wieder einmal zu viele Menschen.

Das war auch der Grund, warum ich mich dann doch gegen das Paddeln entscheiden habe, zu viel Trubel.

Stattdessen bin ich mit dem Rad ein paar sehr schöne Strecken über Land gefahren…Mein Mittagessen bestand aus einem Fischteller in einer Fischräucherei (reichlich und lecker) und später am Nachmittag hab ich Brötchen und Fleischwurst für das Abendessen gekauft. Ich hatte zu dem Zeitpunkt beschlossen nicht noch einen weiteren Versuch mit den Restaurants vor Ort zu unternehmen.

Es war ein schöner, aber unspektakulärer Tag…Am späteren Abend bin ich dann doch noch einmal in Ruhe und mit der Kühle des Abends durch Waren gelaufen….jetzt konnte ich mir endlich einiges in Ruhe ansehen…..

Soooo und am nächsten Tag ging es dann ja wieder nach Hause…

Resümee: ich werde es im nächsten Jahre noch einmal wagen dort Urlaub zu machen…evtl. zu einer anderen Jahreszeit….vielleicht sind dann weniger Mücken dort, evtl. auch weniger Menschen…ich hatte mir eindeutig mehr von diesem Urlaub versprochen….meine Erwartungshaltung war wahrscheinlich einfach zu hoch..,,,

Enttäuschung: das Ende einer Täuschung…. oder auch: Enttäuschungen sind nicht erfüllte Erwartungen…

Erinnerungen geplündert

Heute habe ich mit einem Thema begonnen, das mich schon eine Weile beschäftigt. Ich hab ja bereits angefangen meinen Hausstand zu verschlanken…so alle 3-4 Monate durchforste ich meine Wohnung erneut nach Dingen, die ich nicht mehr unbedingt aufbewahren möchte…und interessanterweise steigt jedes Mal meine Bereitschaft mich noch weiter von Überflüssigem zu trennen.

Einen großen Bogen hab ich bisher um meine Erinnerungskisten gemacht – bis heute….Als ich eine der Plastikboxen aufmachte kam mir gleich ein muffiger Geruch entgegen…

Obenauf lagen 2 größere Kuscheltiere, die ich als kleines Kind von meinen Urgroßeltern bekommen habe…eine Teddybär, der sogar noch brummen konnte und ein Kuschel-Äffchen….direkt darunter lagen einige der Handarbeitsstücke aus meiner Schulzeit….darunter ein paar Aufsatzhefte…mein Poesie-Album, mein 1. Tagebuch…. Bilder die wir im Kunstunterricht nach verschiedenen Methoden gemalt hatten, Briefe von Brieffreunden, Verwandten…auch die einzigen Briefe meiner Mutter, Bilderalben….kleine Spielzeug-Autos und und und…..jede Menge Modeschmuck-Broschen für die Blazer die ich in den ersten 20 Jahren meines Bürojobs getragen habe (da ich durch eine Allergie keinen Schmuck auf der Haut tragen konnte, hatte ich für jeden Blazer eine Brosche…und ich hatte viele Blazer)

Ich bin heute 52 Jahre alt, hab keine Kinder denen ich das mal zeigen könnte…die Kuscheltiere hab ich sofort in eine Mülltüte getan und auch die Ergebnisse aus dem Handarbeitsunterricht. Um mich an die Kuscheltiere zu erinnern brauche ich diese muffigen Teile nicht….ich hab diese vielgeliebten und geknuddelten Stofftiere auf vielen Bildern die mein Vater damals zu Weihnachten immer gemacht hat.

Und so hab ich es heute tatsächlich geschafft meine Erinnerungskisten zu plündern…ein kleines Plastiktier, das mich seit meinen Baby-Zeiten begleitet hat, bewahre ich auf….ebenso alle Briefe, Tagebücher, Bilderalben, Schulhefte usw…und 2 der schönsten Broschen….und noch ein paar Kleinigkeiten…aber immerhin ein großer Teil ist jetzt weg….und es fühlt sich nicht verkehrt an.

Selbst meine Schwester hat mit vielen meiner Erinnerungsstücke nichts zu tun…und sie könnte damit auch keine Geschichten verbinden….es sind meine Erinnerungen – meine Geschichten und ich habe das Meiste davon in meinen Tagebüchern verewigt und sehr viele davon sind mir auch noch so bewusst.

Was ich allerdings absolut vergessen hatte fand ich in 2 alten Schulheften…ich habe tatsächlich aus der Bravo damals ALLES über „Die Profis“ gesammelt….hahhaha eine britische Serie mit Lewis Collins und Martin Shaw….ich hab alles ausgeschnitten und in die Schulhefte geklebt.. Ich hab es gerade mal gegoogelt. Die Serie gab es von 1974 – 1983 ….ich hatte den Bravo-Starschnitt der Beiden sogar an meiner Kinderzimmer-Tür….

Die neueste Erinnerungskiste ist allerdings erst 6 Jahre alt…und um die habe ich einen großen Bogen gemacht….nein, da gehe ich nicht dran…da ist alles drin was mit dem Turnier-Tanzen zu tun hat….die bleibt genauso, wie sie jetzt ist: verschlossen….Nur nicht die Büchse der Pandora öffnen….

Das sind die Turnierkleider drin, Schuhe, Kratzer, Urkunden, Trainingsschuhe, Trainingsröcke, mein Startbuch, Turnier-Ergebnisstreifen, Startaufstellungen. Das ist alles noch zu nah….zu frisch…da steckt im wahrsten Sinne noch mein Herz drin….

Urlaubs-Muffel

Es stimmt schon, im Urlaub ein paar Tage weg zu fahren, tut gut.

Ich zumindest freue mich jetzt umso mehr wieder hier zu sein. Der Kaffee schmeckt phantastisch…das eigene Bett ist super bequem, mein Balkon bietet einen schönen Platz draußen.

Ich glaube die Reisebranche wird auch zukünftig nicht sooo viel an mir verdienen. Ich hab immer gedacht, das Fernweh wird noch mal kommen, die Lust entfernte Länder kennen zu lernen, den Spaß mich länger irgendwo im Ausland aufzuhalten…. Länder, Menschen, Abenteuer….

Irgendiwe ist genau das Gegenteil eingetreten…mit jeder Reise sind die Tage, die ich irgendwo im Urlaub verbracht habe, weniger geworden.

Die längste Zeit, die ich einmal von meinem eigenen Zuhause fort war, war Anfang der 90er Jahre: 3 Wochen Sprachurlaub in Cambridge…danach waren es immer höchstens 14 Tage Irgendwo…dann stellte ich fest das 10 Tage auch reichen, dann 1 Woche, dann 5 Tage….so und jetzt liege ich also schon bei 3-4 Tagen, die ich als ausreichend empfinde.

Na klar bedeutet das auch, das eine lange Anreise unsinnig ist…aber Flugreisen mit mehr als 3-4 Stunden sind eh nichts für mich, wegen der Enge im Flieger….und Autoreisen innerhalb Europas mit dem Auto bereiten mir sogar Vergnügen, weil ich die schon die Fahrt mit dem Auto als Erholung empfinde, wie z.B. im letzten Jahr als ich noch in der Nähe von Frankfurt gelebt habe und an den Garda-See nach Italien gefahren bin (da war ich fast 10 Stunden unterwegs, weil ich mich verfahren habe hahaha)

Um meine „Rückkehr“ aus dem Urlaub zu feiern bin ich gestern in mein Lieblings-Steakhouse nach Wedel gefahren….dort hab ich sofort einen Platz bekommen, habe wunderbar draussen gesessen, wurde freundlich behandelt und hatte ein ziemlich perfekt gebratenes Steak.

Wieder Zuhause

Heute Morgen war mein 1. Gedanke: Ich darf wieder nach Hause fahren. Und das nach 3 Übernachtungen in einem Hotel in Deutschland, also nicht in einem Slum der Welt oder fernab der Zivilisation.

Ich weiß ja, das ich zu den Menschen gehöre, die nicht so gerne lange von Zuhause weg sind. Dabei hab ich mich auf den Urlaub gefreut….mal ein paar Tage raus zu kommen, war auch gut….trotzdem bin ich froh jetzt wieder hier zu sein.

Mein Rückzugsort, meine Trutzburg….hier fühle ich mich wohl und hab alles was ich brauche… hier trampelt Niemand bis fast 24.00 Uhr über mir herum…hier kann ich die Fenster öffnen ohne das „Terror“-Mücken mir das Leben schwer machen…ich kann die Stille auf dem Balkon geniessen und werde nicht zerstochen….

An meinem 1. Abend im Urlaub hab ich einen Anruf von einem guten Freund erhalten und wir haben eine Weile geplaudert. Er lebt auch alleine und hat mich gefragt, warum ich eigentlich in Urlaub fahre (gerade jetzt während der Corona-Zeit) wenn ich ja auch im Urlaub alleine bin…da könnte ich ja auch Zuhause bleiben…..

Bei solchen Sonnenuntergängen frage ich mich das auch:

Hmmm da mein Leben hier im Norden Deutschlands in manchen Teilen inzwischen meinem Ideal eines Urlaubs entspricht (Ruhe / Erholung / Wandern / Radfahren / Wasser und Strand) sollte ich mir tatsächlich überlegen, wie ich zukünftige Urlaube anders gestalten kann, damit sie sich noch mehr von meinem normalen Leben unterscheiden…. meine Wochenend-Ausflüge ähneln ja schon sehr diesem „Urlaub“, nur das ich Abends wieder in meinem eigenen Bett schlafen kann.

Die Mücken-Verschwörung

Da Verschwörungs-Theorien ja gerade so populär sind, bastele ich mir gerade meine eigene…die Mücken-Verschwörung:

Ich war am ersten Tag im Urlaub, noch nicht ganz vom Parkplatz zum Hotel gelaufen, da wurde ich bereits Opfer einer riesigen Mücke….was es war, oder wie sie aussah: KEINE Ahnung so ohne Lesebrille….aber das Viech hat mich gestochen oder vielleicht auch gebissen…der Moment des Angriffs tat jedoch richtig weh…und auch jetzt ,4 Tage danach, ist mein Unterarm immer noch etwas geschwollen, leuchtet in verschiedenen Rottönen, die Haut spannt und fühlt sich heiß an, juckt ziemlich und in der Mitte prangt ein kleiner Krater in meiner Haut.

Das war das Signal, damit fing alles an…..für alle insgemein verbündeten Mücken und sonstigen Stech-Viecher in der Umgebung war ich damit markiert, zum Abschuss freigegeben.

Das ich vorher den ganzen Tag im Wald unbehelligt unterwegs war mit ärmellosem Shirt und kurzen Hosen…egal…ab dem Zeitpunkt des ersten Angriffs stand ich im Fokus einer im geheimen operierenden Terror-Mücken-Zelle….

Sobald ich auch nur einen Schritt vor die Tür des Hotels trat, startete eine fast unsichtbare Armee ihren Angriff…. blieb ich stehen, konnte ich sogar dabei zuschauen, wie sich die etwas Größeren ihren Teil meines Blutes sicherten…die ganz Kleinen hab ich nur daran erkannt , das es hinterher juckte und ein dicker werdender roter Fleck blieb…

Mein Hotelzimmer besaß 3 Fenster…nur das ich bereits ab dem 2. Tag keines mehr davon aufmachte….wer kennt es nicht, dieses hohe unverkennbare Sirren einer herannahenden Mücke…. EINER? ….bei mir war es ein kleines Angriffs-Kommando von mindestens Dreien… ich habe Stunden in der Nacht damit verbracht mich gegen die Eindringlinge zu wehren und war kurz davor mich in meinem Auto in Sicherheit zu bringen….da endlich war ich der Sieger…für diese Nacht…in den darauffolgenden Nächten hab ich die Fenster dann überhaupt nicht mehr geöffnet.

Aber die Mächtigen Verschwörer gaben nicht auf, warteten im Hinterhalt darauf, das ich vor die Türe trat….jawohl ich bin Opfer einer global agierenden, national-verbundenen Vereinigung verschiedenster Stech-Tiere….Ihr Ziel ist es maximale Verunsicherung und Angst vor den Stichen zu erzeugen…

…schon fing ich an bei kleinsten Viechern in meiner Nähe, bei kleinsten Berührungen auf meiner Haut hektisch mit der Hand alles weg zu wischen….nicht noch mehr Stiche/ Bisse….

Hocherhobenen Hauptes, aber dafür mit Jacke und langen Hosen gewappnet, habe ich am Ende meines Urlaubs die Heimreise angetreten….und damit der Verschwörung das Ziel genommen….aber es wird neue Ziele geben…ich bin dann aber 300km entfernt…und hier in meiner norddeutschen Provinzstadt sind die Mücken wieder zu ertragen.