Unglück und Pech oder doch Glück

„Man weiß nie, vor welchem größeren Unglück einen das Pech bewahrt hat.“– Cormac McCarthy

Das ist doch auch ein schöner Gedanke ….und ist das, was wir üblicherweise als Glück bezeichnen… …da hatte jemand seine U-Bahn verpasst…..das war Pech und im Nachhinein sein größtes Glück…genau diese U-Bahn war Ziel eines Anschlags.

Wer weiß also schon, wie oft uns augenscheinliches Pech vor schlimmerem bewahrt hat, OHNE das wir es mit bekommen haben….

Mal angenommen wir verpassen unsere U-Bahn….nehmen eine Bahn später…kommen erst 10 Minuten später  an die Ampel bei der wir  oftmals über rot gehen, weil wir es eilig haben…und evtl. war genau 10 Minuten  vorher ein  durch Handy-abgelenkter Fahrer an dieser Stelle, der uns übersehen hätte….ja  wer weiß….

Ich hatte diesen Spruch gelesen als ich heute Firefox gestartet habe und mag den Gedanken. Er enthält so viel Glaube, das alles was passiert einen Sinn ergibt, auch wenn wir den Sinn nicht immer erkennen können….und genau das ist einer meiner Leitsprüche.

Gerade in dieser Zeit wo so viel in der Welt passiert, das uns ein weiterer Anschlag nicht mehr die Luft anhalten lässt. Es ist nicht mehr die Frage  DAS es passiert, sondern nur noch die Frage WO es passiert…und es passiert überall in Europa. Kommt es mir nur so vor oder zieht es willkürlich von Land zu Land? Flächendeckende Katastrophen nach dem Prinzip: KEINER kann sich mehr sicher fühlen….überall  kann es passieren….

….aber genau das lässt die Normalität wieder mein Leben bestimmen….und mein Mitgefühl für all die Menschen, die nur weil sie ihr Leben leben in diese  Anschläge geraten sind oder noch geraten werden….

Meine Oase auf dem Balkon

Gestern hab ich angefangen meinen Balkon in eine Blumen-Oase zu verwandelen…..es fehlt zwar noch Einiges….aber dafür hab ich neben meinem eigenen Balkon auch den Balkon meines Freundes bearbeitet.

ich war den ganzen Nachmittag allein zuhause und es  hatte meditative Züge stundenlang aus den Kästen die Blumenzwiebel der Frühjahrsblumen zu entfernen und die Erde für die Neubepflanzung vorzubereiten….und dann all die schönen Blumen neu in die Kästen zu pflanzen….. Jetzt fehlen nur noch die Hochstämme mit Jasmin, Enzian und Dipladenie….Die Hortensien sind verteilt auf verschiedene Töpfe auf der anderen Seite und dann kommen noch die großen Gefässe mit den Sommerblumenzwiebeln und den Dahlienstämmen.

Auf dem kleineren Balkon wartet das Vertikalbeet auf die Gewürzpflanzen…incl. Cocktailtomaten, Naschpaprika und gelbe Rübchen…lach…ein paar Kohlrabi hab ich auch noch…. und an dem Nektarinenbäumchen sind jede Menge kleine Fruchtansätze.

Der Nachteil ist nur mein Blumenbalkon ist ein Schattenbalkon und bekommt nur ca. 2 Std. am Tag direkte Sonne….aber ich versuche trotzdem so viel blühende Blumen zu pflanzen wie möglich…auch wenn diese nicht ganz so üppig werden, wie in der Sonne.

Bei meinem Freund oben hab ich reine Sonnenanbeter gepflanzt, ein großer Oleanderbusch und eine Schmuck-Lupine bilden dabei die Mittelpunkte…lach

das Rote was Ihr da sehen könnt ist ein Teil der Kirche nebenan….rundherum sind viele Büsche und Bäume und ein Streifen Waldboden…..es gibt hier keine Straße, nur der Pfarrer kommt mit seinem Auto  und Fahrrad  hin…ansonsten ist es hier sehr ruhig…aber heute ist hier Konfirmation…also ist es etwas unruhiger als erhofft, also hab ich die Kopfhörer auf und höre etwas Musik.

Ich liebe diese Oase hier….mein Refugium des Rückzugs…mit Eichhörnchen und Vögeln, dazu die Blumen…am Liebsten würde ich die  Seite die auf der ganz linken Seite (nicht im Bild) die um die Ecke zur Kirche zeigt noch etwas weiter abschotten….wir haben schon den Sichtschutz gekauft und weiter Rechts ausserhalb des Bildes wachsen hohe Büsche so das wir auch zum Eingang des Hauses geschützt sind….die Nachbarn können uns so kaum sehen…vorallem jetzt wo die Büsche dicht und hoch zugewachsenen sind…wenn ich nicht die neugierige und meckernde Nachbarin über mir hätte, wäre es ein fast perfekter Rückzugsort…..

 

schöne moderne Einkaufswelt

Als bekennender Freund von Beständigkeit finde ich es meistens nicht so lustig, wenn meine Stamm-Supermärkte  umbauen. Aber natürlich versteh ich die Notwendigkeit, alte verstaubte Methoden der Warenpräsentationen und Kundenbindungskonzepte von Zeit zu Zeit zu überarbeiten.

Eine große Supermarkt-Kette in Schnöselhausen hat damit jetzt den Vogel abgeschossen…. Der Laden ist um einiges vergrößert worden und das Warenangebot wahrscheinlich auch…aber das kann ich noch gar nicht richtig beurteilen.

Der Laden ist auf jeden Fall eines: Hypermodern und extrem verwinkelt und unübersichtlich.  Kein Laden für jemanden der klare  und gerade Strukturen liebt.

Konzept: der Kunde soll lange im Laden verweilen – ein Einkaufserlebnis haben. Mein schönstes Einkaufserlebnis ist, wenn ich den notwendigen Einkauf so zügig wie möglich erledigt bekomme und alles finde, was ich suche.

Positiv ist: auch an einem Samstagabend um 21.20 Uhr (eigentlich nicht meine reguläre Zeit – aber ich war den ganzen Tag beschäftigt und froh das der Laden bis 22 Uhr geöffnet hat) waren alle Frischtheken noch besetzt…ALLE: Aufschnitt, Käse, Fisch, Fleisch und Brot….und es liefen – oder mehr gesagt – hetzten noch viele  weitere Marktmitarbeiter durch das Geschäft.

Die Hilfe der Mitarbeiter musste ich gleich mehrmals in Anspruch nehmen, weil das ganze moderne Konzept leider  für mich überhaupt nicht durchschaubar war.

1.Versuch: Hollandaise Sauce

Ich suchte  einen TetraPack „Hollandaise Sauce“ die isst nur mein Freund in minimal-Portion und deshalb kommt diese eben aus dem TetraPack.

-Okay, also bei den Fertiggerichten und –saucen war sie nicht.

-auf den Sonderflächen mit „Saison-Ware“ auch nicht

-nicht bei Mayonnaise / Remoulade usw.

-Da bei  den frischen Erdbeeren auch gleich die Sahne und der Tortenboden stand, dachte ich: sei schlau und schau beim frischen Spargel : nein auch hier gab es das nicht

Warum sich diese dann im Regal „internationale Spezialitäten“ befand konnte mir auch die Mitarbeiterin im Supermarkt nicht erklären.

  1. Versuch: Frutissima: eine Art Marmelade die jedoch gekühlt werden muss.

Alle Kühlfächer mit modernster Touch-Oberfläche zum Öffnen der Glastüren…über jeder Tür stand genau drauf, was drin sein sollte…..also Milch / Aufschnitt / Schnittkäse / Frischkäse/ Camembert / usw.

Aber in was für eine Kategorie fällt eine Marmelade die gekühlt werden muss…..normalerweise gibt es Marmelade im Glas und die steht eben nicht in der Kühltheke. Also  – schon leicht verzweifelt lief ich ALLE Kühlfächer ab und wieder…NICHTS ….

Also wieder einen Mitarbeiter gefragt und der war schon etwas genervt: da stehen doch die Kühltheken….ja aber WO soll ich denn suchen, wenn ich es nicht finde. Er führte mich dann zu einer extra Abteilung (ganz am Anfang des Geschäfts – als weit weg von Milch und Käse usw.) und dort gab es noch einmal eine Wand voll mit  diesen modernen Kühlfächern . Er meinte vorwurfsvoll: da ist sie doch. Ach ja – da stand sie doch tatsächlich zwischen diversen abgepackten Salaten und einigen Fertigabgepackten  Salatsaucen – ja also DA wäre ich ganz BESTIMMT als nächstes drauf gekommen. ER fand das  Fach absolut logisch – ich nicht.

HAAAA und WIE komme ich jetzt an die Marmelade? Die Tür ging nicht auf…diese neue moderne Technik war an diesem  Kühlfach nämlich defekt…..ja da war dann der Mitarbeiter doch etwas sprachlos und nach einigen Versuchen auch etwas ratlos….aber irgendwann ging eines der Nebenfächer dann doch auf und er hat dann nach der richtigen Sorte geangelt…..hihihi  – da musste er sich schon ziemlich strecken.

Nun gut, so langsam hatte ich alle Dinge zusammen – zum Glück war es kein Großeinkauf.

An der Kasse bemerkte ich dann erst, das ALLE Mitarbeiter so einen „Knopf im Ohr“ hatten….Sprechverbindung….so dass die Vorgesetzten  jederzeit mit jedem Mitarbeiter in Kontakt treten können….

Jaaaaa und ich war froh als ich endlich wieder draußen war…das reicht mir für den ersten Versuch. Gut das ich meistens nicht bei uns im Ort einkaufen gehe….sondern zu einem altmodisch anmutenden Supermarkt in der Nähe.

Lieber Lieblings-Supermarkt wenn Du vorhast umzubauen, kannst Du bitte bei der Planung auch die berücksichtigen, die einfach nur einkaufen müssen….und daraus keinen abendfüllenden Event machen wollen.

Ein Leben wie eine Tüte Schokobons

Ein Thema über das ich aktuell viel nachdenke, aber kaum zu schreiben wage, ist der Gedanke was wäre wenn…

Wenn ich jetzt wüsste, das ich nicht mehr lange zu leben habe, wie würde ich das organisieren, das restliche Leben….was würde ich heute in mein Testament schreiben (ich habe bereits eines vor ein paar Jahren zusammen mit einer Patientenverfügung aufgesetzt.)

Was würde ich meinem Freund sagen, was meiner Familie, wer sollte NICHT benachrichtigt werden und wer schon…. Was soll mit meinen Sachen geschehen.

Ich weiß das klingt alles so schrecklich düster und negativ und trotzdem empfinde ich es nicht so.

Vielleicht haben mich die Krebsnachrichten aus meiner Umgebung in dieses Nachdenken zurück gebracht…

Wenn wir mit unserem Leben  den Tod beeinflussen können, beeinflusst der (zukünftige)  Tod auch unser (jetziges) Leben?

Wir haben das Sterben so sehr aus unserem Leben ausgestoßen, das es nicht mehr dazu gehört….wie einen missratenen Sohn. Darüber wird nicht mehr geredet….und wenn nicht darüber geredet wird, dann existiert es auch nicht.

Aber wenn wir immer so Leben, als ob es immer ein Morgen geben wird, nehmen wir uns da nicht die Chance bewusster zu Leben.

Eine Tüte Schokobons z.B. essen wir mit Freude und Heißhunger und futtern einfach drauf los…aber erst wenn nur noch 2-3 Stück in der Tüte sind, wird uns bewusst, dass der Genuss bald vorbei ist und die restlichen Stück essen wir langsamer und gaaanz bewusst.

Wäre es nicht klüger die gesamte Tüte bewusst und langsamer zu essen und so den Genuss viel intensiver länger zu erleben?

Das Leben sollte man wie eine Tüte Schokobons geniessen, denn die Wenigsten wissen wie lange sie das noch können.

Ich wünsche uns ALLEN einen schönen  fröhlich-entspannten Sonntag

smart-casual

Gestern war es mal wieder soweit – es gab ein Firmenjubiläum, dem ich mich nicht schon im Vorfeld entziehen konnte. Also musste ich teilnehmen.

Wie bereits schon öfter erwähnt, sind solche Veranstaltungen gar nichts für mich….

Um 18 Uhr sollten wir uns in einer alten Mühle treffen….die liegt weit ab mitten in einem Waldstück….und schon von der Straße aus konnte man auf dem Schild lesen „Heute geschlossene Gesellschaft“….

Ich bin extra später ins Büro gefahren, weil ich eben heute keine Überstunden machen wollte….und erst nach Hause und dann später zum Fest ….neee da fällt es mir noch schwerer.

Aber der Tag zog sich zäh wie Kaugummi dahin…ich war müde, hatte Kopfschmerzen und keine Motivation….und noch viel weniger Lust auf diesen Abend.

Zum Glück wurde es nicht so schlimm, wie meine Laune befürchten ließ….aber auch nicht wesentlich besser.

Ich hab es zum Glück geschafft die Kopfschmerzen los zu werden und hab meinen „socialising-Knopf“ gedrückt….also lächeln und offen, freundlich auf die Menschen zu gehen….das ging auch erstaunlich gut…Da es ein rundes Firmenjubiläum war, war der Konzernchef nebst Frau und Kindern da,  unsere 3 Rentner auch (es sind nur 3 weil die Firma noch nicht soooo lange existiert), die Kollegen aus den anderen Standorten, dazu ein paar Kollegen aus Mutter- und Schwestergesellschaften.

Lach….auf der Einladung stand „smart-casual“.  An dem Ergebnis konnte man erkennen, das vielen gar nicht bekannt ist, WAS das eigentlich heißt….also übersetzt in etwa „leger-elegant“ oder „gehobene Freizeitkleidung“….DAS ist unter Umständen  ein seehr breit gefächerter Fettnapf.

Konkret heißt das für Männer: Anzug OHNE Krawatte, oberster Knopf geöffnet oder Hose mit Sakko und gemustertem Hemd. Für Frau heißt das am besten Hosenanzug oder Kostüm…..obwohl ich das eher als Bürooutfit sehe und daher als „Business Dress“ empfinde und nicht als „smart-casual“…. Frauen dürfen aber auch andere modische Kleidung tragen – Hauptsache alles sitzt ordentlich und bedeckt die üblichen Körperteile (also nicht Bauchfrei) und ist weder grell in den Farben, noch im Muster….

Nachdem die obligatorische Rede vom Chef gehalten, das leckere Grill-Buffet geleert und auch der Alkoholspiegel einiger Kollegen so langsam angestigegen war, war  nach 4 Stunden dann für mich auch die Grenze erreicht nach Hause zu fahren ( mit 1 Glas Sekt, 1 Glas Sekt/Orangensagt und 1 Glas Weinschorle war das überhaupt kein Problem).

Fazit: es gab sehr gutes Essen, ich hab mich gut mit meinem Team und einigen anderen Kollegen unterhalten, ich bin froh das es vorbei ist und bin jetzt schon überzeugt das ich an der Weihnachtsfeier in diesem Jahr NICHT teilnehmen werden. EINE solche Festivität im jahr ist einfach ausreichend….

Achja: es kam noch das Thema „Tanzen“ auf – einige Kolleginnen meinten es soll getanzt werden, eine entsprechende Fläche war auch vorbereitet  und da ich ja tanzen kann, könnte ich ja mal das Eis für die Fläche brechen.

Da hab ich sehr schnell klar gemacht: ICH werde hier nicht einen Meter tanzen. Weder Paartanz, denn dafür müsste ich ja einen männlichen Kollegen sehr nah an mich heran lassen  und außerdem tanze ich etwas anders als „Normal-Tänzer/Breitensportler“ und auch kein Disco-Gehopse…dazu braucht man zwar keinen weiteren Kollegen, aber ich tanze eben mit dem gesamten Körper und wenn ich so tanzen würde wie ich es mag, dann würden sich die Kollegen nur den Mund über mich zerreißen  und ich will nicht als „Angeber mit Profilneurose“ dastehen oder schräge Blicke ernsten“.

Ich gehe arbeiten und habe Kollegen, die kann ich mir nun einmal nicht aussuchen…aber überdas Alter, diese willkürlich zusammen arbeitenden Personen zu meinen engen Vertrauen und Freunden machen zu wollen, bin ich lange hinaus.

Soooo, jetzt endlich hab auch ich Wochenende…und nächste Woche kann ich dann von den Kollegen hören, was sich bis 2-3 Uhr Nachts noch alles abgespielt hat….

Arbeiten für Umsonst und gute Worte

Da sitze ich nun hier und überlege was ich eigentlich schreiben möchte….zu schreiben gäbe es eigentlich genügend…aber über einige Themen möchte ich mir einfach keine Gedanken machen…

…ich bin heute früh am Nachmittag in den Feierabend gegangen….trotz meiner 130 Überstunden der letzten Monate (nicht mit gerechnet die mehreren Hundert die ich im Laufe der letzten Jahre gemacht habe und nie auch nur ansatzweise abfeiern konnte) hatte ich mal wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich früh gegangen bin.

Warum eigentlich?

Vertrauensarbeitszeit ist selten zum Vorteil der Arbeitnehmer, auch wenn es erst einmal gut klingt zu sagen: es gibt keine Zeiterfassung. Und obwohl ich genügend Arbeit habe, gehe ich heute früher als die Anderen, denn die Zeit kann ich mir ja selber einteilen, wann ich das erledige, Hauptsache die ist fertig, wenn sie fertig sein muss.

Schon muss ich mich wieder rechtfertigen warum ich neue Projekte ablehne oder nicht noch andere Aufgaben übernehme….ich muss ja Zeit haben, sonst würde ich nicht früher gehen. Das ich aber i.d.R.  täglich mehr Stunden arbeite, als ich eigentlich muss und dazu noch zusätzliche Überstunden während der Abschlüsse mache, das sieht kaum einer….

Das ist doch ein blödes Gefühl sich immer schuldig zu fühlen….so ganz ohne Grund…na klar kann ich mir alles selber einteilen, aber die Blicke und so manche Äußerung der Kollegen zeigen ein anderes Bild…Und es macht ja überhaupt keinen Sinn ständig bei den Kollegen zu sagen: ich habe genügend Überstunden…lach….

Und dann meine eigenen Gedanken: also eigentlich könntest Du Dich jetzt damit und damit und damit beschäftigen…aber das reicht auch bis Ende der Woche,  Ende nächster Woche oder Ende des Monats…also nichts ist dringend…..aber alles ist wichtig.

Meine Chefin hat erst letzte Woche gefragt ob ich noch ein Projekt zusätzlich in diesem Jahr übernehmen kann…. NEIN – kann ich nicht….und dann der kritische Blick wenn ich sage ich gehe früher…. Lach….da wäre mir eine überprüfbare Zeiterfassung, die jederzeit von den Chefs eingesehen werden kann, fast lieber….denn dann würden Überstunden auch mal  sichtbar und vor allem auch ausbezahlt werden können…so arbeite ich quasi für „umsonst und gute Worte“.

 

Nacht der Museen

Aktuell sitze ich auf meinem Balkon…bei Regen…schön geschützt vom Balkon darüber fühle ich mich wohl, geborgen und trocken…ich schaue auf die Pflanzen hier und das Grün drum herum. Viele Vögel und ein Eichhörnchen tummeln sich hier…es ist ein schöner entspannter Moment…

Gestern Nacht waren wir auf der „Nacht der Museen“ in Frankfurt. Bis 2 Uhr Nachts hatten viele Museen geöffnet….wir selbst sind erst  nach 20 Uhr gestartet, haben noch einen Freund abgeholt….erst bei Dunkelheit macht das so richtig Spaß.

Zuerst in das „Geldmuseum“ der Deutschen Bundesbank. Hier waren wir zwar schon vor ein paar Jahren, aber fast 2 Jahre lang wurde das Museum umgebaut und erst im Dezember 2016 wieder eröffnet….

Der Umbau hat sich gelohnt, der Charme der 90er Jahre wirkte schon etwas altbacken und angestaubt…nun ist das Museum neu und  modern …aber trotzdem ist es natürlich ein oft trockenes Thema und teilweise fühlte ich mich an die Zeiten des Volkswirtschafts-Unterrichts erinnert….lach: Geldmenge M1-M2-M3 / Bundesbank-Ziele/ die Geschichte des Geldes/ Geldpolitik… auf jeden Fall ein tolles Museum um Schüler/Studenten an diese Themen locker heranzuführen.

Es gab einen Begrüßungsdrink (Sekt oder Saft) und man konnte vor dem Museum auch lecker Würstchen oder Steak  haben…Preise und Qualität standen in einem guten Verhältnis.

Nach mehr als 2,5 Stunden sind wir dann ins Senckenberg-Naturmuseum gefahren….eines der größten Naturkundemuseen Deutschlands….unzählige Exponate von vielen Bekannten und noch mehr mir unbekannten Tieren der Erde….krass wie groß ein Bison ist und wie mächtig und bedrohlich  ein fast ausgewachsener Gorilla aussieht….alle Tierpräparate hinter Glas…..Es war klar das hier kann lange dauern….hier kann man sich viele Stunden aufhalten…lach

Als wir in die Vogel-Abteilung kamen, fingen wir sofort an zu vergleichen: ausgestellte Exponate gegen Vögel aus unserer unmittelbaren Umgebung…lach….

Irgendwann ging es mir wie mit dem Miniatur-Wunderland in Hamburg: Visueller Overflow….ich war nicht mehr in der Lage noch mehr Infos aufzunehmen….ich wurde bei der trockenen Luft auch müde und um 1.45 Uhr Nachts haben wir das Museum dann wieder verlassen.

Schade das wir es nur in 2 Museen geschafft haben…..aber mehr als 3 haben wir in den Vorjahren auch nicht geschafft und kann man an einem Abend auch überhaupt nicht richtig verarbeiten….

Mein Schatz und ich sind  uns einig …. Hier müssen wir auf jeden Fall noch einmal  an einem anderen Tag hin…

Unangenehmes Gespräch – Auflösung

Nachdem ich natürlich das ganze Wochenende darüber nach gedacht habe wie ich das Gespräch führen werde…und was ich auf keinen Fall sagen kann….(Zuviel Ehrlichkeit verträgt Niemand), kam das Gespräch dann tatsächlich am Dienstagmorgen zustande.

Schon innerhalb der ersten Minuten war meine gesamt Strategie außer Kraft gesetzt und mein Vorhaben ruhig und besonnen zu sein rückte in den Hintergrund….na prima.

Es war eine harte Nuss, die war voll auf Abwehr…. 20-30 Minuten haben wir uns echt bekriegt. Was die mir alles an den Kopf geworfen und behauptet hat…spätestens als sie mich als Lügnerin darstellte platzte mir der Kragen und ich hab zurück geschossen….hab sie gefragt ob sie sich selber mal beim Reden zuhören würde und ob sie überhaupt noch mit bekommt WIE sie reagiert und WAS sie eigentlich sagt….

Na wie gesagt….die erste ½ Stunde war hart und dann auf einmal war die Nuss geknackt….sie war einen Moment emotional…und ich hab sofort eingehakt….und bin bis zu ihr durchgedrungen….und dann konnten wir tatsächlich ernsthaft miteinander reden.

Was mir z.B. nicht bewusst war, das ich bei unserem „Vorfall“ sie Montagmorgens direkt um 8 Uhr mit dem Fehler überfallen habe….ich habe mich entschuldigt das ich so unüberlegt /unsensibel gehandelt habe, weil ICH ja zu dem Zeitpunkt bereits mehr als 1 Stunde Büro war…aber für die Sache an sich habe ich mich nicht entschuldigt…und sie wurde dann auch versöhnlicher, erzählte etwas wirr von vielen Problemen zuhause: 2x Tochter verunfallt, Mann hat Krebs, alle wollen immer nur Geld….usw…..

Irgendwann meinte ich das wir Beide uns wohl durch die Reaktion des Anderen hoch geschaukelt haben und das ich keinen „Krieg“ möchte und hab ihr die Hand gereicht  und sie hat sie auch ergriffen…wir haben es also am Ende geschafft Frieden zu schließen…aber von meiner Seite aus mit der sehr klaren Botschaft: Wir werden keine Freunde mehr in diesem Leben –aber können zum Wohle des gesamten Teams freundlich distanziert mit einander umgehen.

Wieder zurück auf`s Parkett

Das erst Mal seit genau 2 Jahren war ich wieder auf einem Tanzturnier.

Aber nur als Zuschauer….mein ehemaliger Tanzpartner und seine neue Partnerin hatten zusammen ihr Turnier-Debüt und ich hatte versprochen auf jeden Fall dabei zu sein.

Seit meinem Ausstieg (mein Fuss) im Mai 2015 hatte ich mich aus der „Szene“ der Turniertänzer komplett zurückgezogen. Ich habe   nicht nur alles was mit dem Tanzen zu tun hatte, in einer Kiste im Keller verstaut, sondern auch relativ schnell gemerkt, das ich auf Facebook und co. nicht mehr ständig mit den Erfolgen, Danksagungen und Events der Tänzer und Trainer konfrontiert werden möchte…und hab mich auch dort fast zu 100% zurück gezogen.

Wie werde ich also Reagieren, wenn ich auf dem Turnier bin….die schönen Bewegungen sehe, die Musik höre…und meinen Ex-Tanzpartner auf der Fläche sehe?

Es kam schlimmer als gedacht….mein Schatz und ich fuhren so rechtzeitig hin, aber das Turnier der „Senioren II A  Standard“ hatte sich etwas verzögert und es liefen noch vorher zwei andere Turniere. Ausgerechnet DIE  Halle  in Bonames, die ich von meinem eigenen Verein her sooo gut kannte…quasi unsere Heimat-Halle….in dem Keller hat unser Verein sein Vereinslager…..war also der Austragungsort….Aber die bisher angestammten Hausmeister der Halle waren nicht mehr da…darüber hätte ich mich echt gefreut.

Drinnen sah es aus wie immer…und dann ging es los….schon bei den ersten Klängen eines Langsamen Walzers liefen bei mir die Tränen…..und liefen so eine ganze Weile….das ging tatsächlich fast 1 Stunde so, bis ich es endlich geschafft hatte und die Wehmut endlich hinter mir lassen konnte.

Wir begrüßten meinen ehemaligen Tanzpartner und lernten seine „Neue“ kennen….wir begrüßten auch einige Bekannte…und auch den Trainer bei dem ich damals die ersten Turnierschritte lernte, der war als Wertungsrichter dabei. Der Mann meines Tanzpartners war auch dabei…und ich lernte sogar noch die  Mutter meines Ex-Tanzpartners kennen….wie schön.

Die Turniere zu sehen, war wie gesagt zuerst sehr schwer ….aber mein Auge hat doch vieles noch wahrgenommen…und so saßen mein Schatz und ich am Rande und haben gefachsimpelt…wer wie gut oder auch nicht, was gut aussah, was schwierig schien, wie toll einige Kleider sind oder wie arrogant manche Herren wirken (und das NICHT nur auf dem Parkett) wie wichtig manche Menschen sich nehmen …..oder wie ungerecht einige Bewertungen waren…. Ich hab es genossen!!

Nach fast 4 Stunden war alles vorbei…mein ehemaliger Tanzpartner hatte sich wacker geschlagen….und von 10 Paaren kamen die Beiden auch in die Endrunde mit 6 Paaren und landeten dann auf dem 6. Platz. Für das erste gemeinsame Turnier ist das keine schlechte Leistung und die Defizite waren eindeutig: es fehlt an Kondition….lach…auch das war eigentlich nichts Neues, das Problem gab es schon, als wir noch zusammen versuchten über die Tanzfläche  zu schweben.

Was leicht so aussieht, ist immer das Ergebnis von harter Arbeit!

Gewitter, Schlaf und Melancholie

Der Regen und das Gewitter haben heute einen unglaublichen Effekt auf mich….ich bin sentimental –melancholisch….

Den ganzen Tag über hab ich immer wieder aus dem Fenster geschaut und dem Regen zugehört….lach…nicht ganz so effektiv zum Arbeiten, aber es fühlte sich so vertraut und lang vermisst an…Das klingt blöd – aber ich mag Gewitter, mit Blitz, Donner und starken Regen. Ich finde es beruhigend….schon als Kind bin ich oft bei Gewitter gerne raus gegangen – OHNE Regenschirm…und mein ganzes Erwachsenenleben über  bin ich immer wieder bei starkem Regen und bei Gewitter stundenlang durch die Gegend gelaufen…ohne Grund, einfach nur, weil ich es schön finde. Es fühlt sich so lebendig an….Und auch heute hätte ich es gerne getan – aber die Arbeit hat mich dann doch daran gehindert….

Kaum war ich nach der Arbeit wieder zuhause fiel ich erst einmal für eine Weile  in einen tiefen Schlaf….letzte Nacht hab ich insgesamt nicht mehr als 5 ½ Std. Schlaf bekommen und wurde auch noch mittendrin von einem Ellenbogen auf meiner Unterlippe sehr unsanft geweckt…AUA…

Heute Abend hab ich mir eine „Schnelle Pizza“ gemacht und dazu ein Glas Wein….Schnelle Pizza heißt nicht: Tiefkühlpizza, sondern ist ein schnell zusammengekneteter Hefeteig – extrem dünn ausgerollt, mit einer einfachen schnell gekochten Tomatensoße und  mit Mozzarella belegt….dann 6 Minuten in den Backofen….und schon war mein Essen fertig.

Zusammen mit dem Glas Wein war das ein schönes und schnelles Abendessen. Der Wein und das Gewitter am Tag haben mich in eine Melancholie geführt…und der Wein entfaltet gerade seine Wirkung….auch das Gefühl  gefällt mir gerade….

Ich bin heute Allein zuhause und wollte mich eigentlich um die Wäsche kümmern…..aber egal – das geht auch noch an einem anderen Tag. In den letzten Tagen habe ich mal wieder viel mehr erfahren,  als mir eigentlich lieb ist. Nur ein Beispiel: ein Kollege dessen Frau an Brustkrebs erkrankt ist, die Therapie gut überstanden hat und jetzt wahrscheinlich Metastasen in den Hüftknochen hat…das hat mich aufgewühlt…eine Frau von nicht einmal 52 Jahren…und dem Kollegen geht es eh nicht gut und jetzt auch noch die Sorgen um Frau und die Kinder…..

Ich fühle mich durch den Alkohol etwas betäubt….und wundere mich mal wieder wie leicht wir immer wieder solche Schicksale Anderer ausblenden und uns trotzdem wieder dem Alltäglichen widmen….wahrscheinlich weil es uns Halt und Sicherheit vermittelt…. Das Wunderwerk „Mensch“  besitzt die Gnade des Verdrängens und des Vergessens.

Dieser tiefe Schlaf in den ich jetzt immer öfter direkt nach Feierabend falle, ist sehr verlockend…ich hole damit mein Schlafdefizit auf, aber manchmal denke ich, es wäre schön einfach weiter zu schlafen…das ist so friedlich und schön…was passiert eigentlich wenn ich den Schlaf irgendwann einmal schöner finde als das Leben? Das ist ein merkwürdiger Gedanke ….und ich schiebe ihn schnell wieder zur Seite….wie gesagt, ich bin gerade in einer  sentimentalen Stimmung und dazu noch leicht alkoholisiert.