Die Schönheit der Sprache

Der Samstag plätschert so vor sich hin…..sonnig, warm, entspannt, unaufgeregt und ruhig…..naja bis gerade….

Zum ersten Mal seit wir hier wohnen, hat die Kirche nebenan doch tatsächlich eine Art Klimaanlage angeworfen und es gibt jetzt permanent ein Grundrauschen dieser Anlage….hmmmm blöd, aber das kann man noch einigermaßen ignorieren.

Schlimmer sind für mich die Telefonate auf der gegenüberliegenden Seite der Kirche….da telefonieren ein paar der Flüchtlinge….sie lehnen sich aus den Fenstern und sprechen in ihrer Landessprache schnell und hart in die Handys….laut und lange und noch lauter….

Trotz der vielen Bäume und Büsche scheint der Schall fast ungebremst bis zu uns zu kommen…aus ist es mit der schönen Ruhe.

Der Klang dieser Sprache ist ähnlich wie bei den slawischen Sprachen: für meine Ohren sehr durchdringend und hart im Klang….Dabei sagt man ja auch der deutschen Sprache nach hart in der Aussprache zu sein. Wahrscheinlich hält jeder seine Muttersprache für lieblich im Klang…lach….

Der irische Komödiant Dylan Moran schrieb über den Klang der deutschen Sprache: „ Wie eine Schreibmaschine die Alufolie frisst“ und auch Mark Twain hielt unsere Sprache für „unordentlich und systemlos“…..und da hat er gar nicht mal Unrecht. Ich bewundere heute Kinder in den Schulen und Erwachsene die unsere Sprache lernen.

Ich bin kein Meister in Grammatik…spreche und schreibe intuitiv…so wie ich es früher einmal gelernt habe…kann aber nur wenige Regeln „runter-beten“….ich weiß wann es „dem“ oder „den“ heißt, wann sich der Artikel eines Wortes wie verändert…..aber das könnte ich keinem so richtig erklären…

Aber ich selber liebe die unzähligen Möglichkeiten  im Deutschen etwas auszudrücken… Es gibt unzählige Arten ein und dasselbe zu beschreiben und immer ist es eine Nuance anders in der Beurteilung der Situation des Satzes und in der Beurteilung des Erzählers…..Herrlich.

Diese Möglichkeit sich differenziert auszudrücken und dabei auf einen riesigen Wortschatz (egal ob Ur-Deutsch, Dialekt oder angepasste Fremdwörter) zurückgreifen zu können ist schon beachtlich und fehlt mir z.B. in der englischen Sprache….

Unsere Sprache kann kalt, beschreibend und distanziert sein, blumig , schnörkelig und warm….und all das wird unterstrichen vom jeweils eingesetzten Mittel der Stimme….schmeichelnd und zart, rau und grob, fordernd  oder mitfühlend…..

Straßenfest-Saison und Besucherströme

Nach einem leckeren Abendessen im Sushi-Restaurant sind wir noch nach 22 Uhr in die Innenstadt gefahren, um dort einen Spaziergang zu machen….und waren unvermutet auf dem „Fressgass“-Fest.

Zu unserer Überraschung hatte das sogar noch geöffnet. Eigentlich sollte es in der Woche nur bis 22 Uhr und am Wochenende bis 23 Uhr geöffnet sein….aber wir waren fast bis Mitternacht da. Es findet  mitten in der Innenstadt in einem Teil der  Fußgängerzone statt und wegen der Anwohner wird eigentlich strikt auf die Einhalt der Ruhezeiten geachtet.

Aber wir fanden es super…das war die 1. wirklich warme und angenehme Sommernacht in diesem Jahr….dazu ein Glas Grauburgunder….und hunderte von Menschen…mir waren das ein paar zu viel….aber trotzdem war es noch auszuhalten….

Fressgasse rauf, eine Runde um den Opernplatz herum, dann Pause am Brunnen vor der Oper, über die Goethestraße wieder zurück und noch einen kurzen Schlenker über die Hauptwache…..ein schöner entspannter Abend.

Zur Info: Frankfurts Haupteinkaufsstraße ist die Zeil und ist nach Köln und München mit 14.250  Besuchern pro Stunde auf Platz 3 der am häufigsten besuchten Einkaufsmeilen (lt. JLL 06-2016 veröffentlicht in FAZ = Passanten -zählung im 16.04.2016 an einem Samstag)…schon krass.

Das spiegelt auch unser Empfinden wieder….samstags auf die Zeil zu gehen macht überhaupt keinen Spaß mehr…zu viele Menschen, zu viele Touristen…

Man kommt kaum vorwärts…ungeschriebene Regeln der Höflichkeit und des Anstands beachtet keiner mehr….alles drängelt und schiebt und brüllt…..keiner achtet mehr auf den Anderen….in den Geschäften ist es voll und wer an einem Samstag tatsächlich versucht bei der Telekom etwas regeln zu wollen….hahahahhaa…guter Witz.

Was ebenfalls in den letzten Jahren auffällt….auch in Läden die jetzt nicht als hochpreisig bekannt sind, stehen Security-Mitarbeiter (sogar in den Nebenlagen der Stadt war ich mal in einem „Ernstings-Family“ und selbst da war ein Wachposten an der Tür….und das war noch lange VOR den Terror-Anschlägen).

Mein Freund bemängelt das man die Polizei jetzt immer mehr im Stadtbild wahr nimmt….meines Erachtens ist das aber nicht negativ zu bewerten, sondern soll eher ein beruhigendes Gefühl vermitteln…aber da hat jeder eine andere Wahrnehmung.

Seit dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt im letzten Jahr, war das die 1. Groß-Veranstaltung die wir wieder besucht haben….aber es war keine bewusste Entscheidung solche Veranstaltungen zu meiden….es hat sich einfach nicht weiter ergeben.

 

 

 

Feiertag und Seemannsgarn

Gleich nach dem Aufstehen hab ich  gebügelt….stundenlang…die Wäscheberge fühlten sich nach 4 Wochen an….aber es waren nur 2…immerhin, bis mittags war dann alles erledigt. Endlich mal wieder ALLES weg….

Nachmittags stand Wohnung putzen auf dem Plan…und gegen Ende des Nachmittags saß ich zufrieden und entspannt auf dem Balkon…

Alles sauber, ordentlich aufgeräumt, gewaschen und gebügelt…es strahlt und blitzt und immer noch stand der gesamte Abend zur freien Verfügung…..DAS hat sich so gut angefühlt…

Soooo gut, das ich gleich noch einen Kuchen gebacken  habe und später gab es noch gebratene Mai-Scholle (eine pro Pfanne…die waren ja riesig) dazu Kartoffeln und Kohlrabi in Dill-Soße…dazu einen frischen Tomaten-Gurkensalat….man was war ich fleißig – lach.

Natürlich hab ich auch meinen Vater angerufen…immerhin war „Vatertag“…und wir haben uns auch gut unterhalten, bis er mal wieder anfing rum zu spinnen…

Ja klar Papa, wenn du nicht zu deinen halbjährlichen Herzschrittmacher—Überprüfungsterminen kommst, dann ruft die Arztpraxis an und fragt nach….wenn Du dann aber immer noch nicht zum Termin erscheinst, dann taucht NICHT die Polizei auf um dich zum Arzt zu begleiten. Nein – das interessiert die Polizei bestimmt nicht….auch wenn es bei manchen Personen bestimmt sinnvoll wäre.

Leider ist es in unserer Familie üblich Seemannsgarn zu spinnen…und ich kann nur ganz schwer damit umgehen…ich hasse solche Geschichten…zumal mein Vater sie so lange erzählt bis sie für ihn der Wahrheit entsprechen….aber egal, der Rest des Gesprächs war echt okay.

Und später kam sogar noch der Stiefsohn meines Freundes überraschenderweise zu Besuch.

Schöne Tage durch gute Nächte

nach dem Feiertag gestern hab ich mir für heute einen Tag frei genommen…jawohl! …..und soll ich Euch was sagen….ich finde es herrlich.

Ich schlafe seit langem mal wieder richtig tief und fest und da ich aktuell alleine schlafe, fühle ich mich auch erholt.

Mein Freund ist nachts Meister im Geräusche machen: Schnarchen oder röcheln oder schniefen oder  er stöhnt bei jedem Atemzug…..Steigerung: er stöhnt 2x pro Atemzug – nicht nur beim ein-sondern auch beim Ausatmen…dazu dreht er sich gerne auf den Rücken und braucht die gesamten 1,80m Bettbreite…..aber die Position ist egal…Geschäusche gibt es auch auf dem Bauch oder der Seite….Grummel. Manchmal redet er im Schlaf und letztens war ja sogar sein  Ellenbogen auf meine Unterlippe geprallt.

Also mein Schlaf ist immer akut gefährdet, wenn ich mit ihm in einem Bett schlafe.  Ich hab schon immer einen sehr leichten Schlaf und werde schnell ungemütlich wenn mein Schlaf gestört wird, mehr als 5 1/2 Std. sind es sowieso nur selten und DAS ist schon ohne Störung wenig genug…

Das mit den getrennten Schlafzimmern ist eigentlich keine Dauerlösung…aber aktuell brauche ich das einfach für mein Wohlbefinden…mein Schatz ist absolut dagegen….aber ihn stört es nachts ja nicht….und auch wenn ich ihn dann wach mache….das dauert nur 1-3 Sekunden und er schläft sorglos weiter…und auch die Geräusche sind dann wieder da und ICH…

Ich liege lange wach….werde wütend und noch wacher…versuche ihn dazu zu bewegen sich umzudrehen…aber auch das wirkt oft nicht….und bin morgens absolut gerädert und kaputt…Schlafmangel  ist echte Folter…

Nun wo es also  endlich wieder Sonne gibt und ich auch wieder schlafen kann, geht es mir viel besser, als noch vor ein paar Wochen…

Unglück und Pech oder doch Glück

„Man weiß nie, vor welchem größeren Unglück einen das Pech bewahrt hat.“– Cormac McCarthy

Das ist doch auch ein schöner Gedanke ….und ist das, was wir üblicherweise als Glück bezeichnen… …da hatte jemand seine U-Bahn verpasst…..das war Pech und im Nachhinein sein größtes Glück…genau diese U-Bahn war Ziel eines Anschlags.

Wer weiß also schon, wie oft uns augenscheinliches Pech vor schlimmerem bewahrt hat, OHNE das wir es mit bekommen haben….

Mal angenommen wir verpassen unsere U-Bahn….nehmen eine Bahn später…kommen erst 10 Minuten später  an die Ampel bei der wir  oftmals über rot gehen, weil wir es eilig haben…und evtl. war genau 10 Minuten  vorher ein  durch Handy-abgelenkter Fahrer an dieser Stelle, der uns übersehen hätte….ja  wer weiß….

Ich hatte diesen Spruch gelesen als ich heute Firefox gestartet habe und mag den Gedanken. Er enthält so viel Glaube, das alles was passiert einen Sinn ergibt, auch wenn wir den Sinn nicht immer erkennen können….und genau das ist einer meiner Leitsprüche.

Gerade in dieser Zeit wo so viel in der Welt passiert, das uns ein weiterer Anschlag nicht mehr die Luft anhalten lässt. Es ist nicht mehr die Frage  DAS es passiert, sondern nur noch die Frage WO es passiert…und es passiert überall in Europa. Kommt es mir nur so vor oder zieht es willkürlich von Land zu Land? Flächendeckende Katastrophen nach dem Prinzip: KEINER kann sich mehr sicher fühlen….überall  kann es passieren….

….aber genau das lässt die Normalität wieder mein Leben bestimmen….und mein Mitgefühl für all die Menschen, die nur weil sie ihr Leben leben in diese  Anschläge geraten sind oder noch geraten werden….

Meine Oase auf dem Balkon

Gestern hab ich angefangen meinen Balkon in eine Blumen-Oase zu verwandelen…..es fehlt zwar noch Einiges….aber dafür hab ich neben meinem eigenen Balkon auch den Balkon meines Freundes bearbeitet.

ich war den ganzen Nachmittag allein zuhause und es  hatte meditative Züge stundenlang aus den Kästen die Blumenzwiebel der Frühjahrsblumen zu entfernen und die Erde für die Neubepflanzung vorzubereiten….und dann all die schönen Blumen neu in die Kästen zu pflanzen….. Jetzt fehlen nur noch die Hochstämme mit Jasmin, Enzian und Dipladenie….Die Hortensien sind verteilt auf verschiedene Töpfe auf der anderen Seite und dann kommen noch die großen Gefässe mit den Sommerblumenzwiebeln und den Dahlienstämmen.

Auf dem kleineren Balkon wartet das Vertikalbeet auf die Gewürzpflanzen…incl. Cocktailtomaten, Naschpaprika und gelbe Rübchen…lach…ein paar Kohlrabi hab ich auch noch…. und an dem Nektarinenbäumchen sind jede Menge kleine Fruchtansätze.

Der Nachteil ist nur mein Blumenbalkon ist ein Schattenbalkon und bekommt nur ca. 2 Std. am Tag direkte Sonne….aber ich versuche trotzdem so viel blühende Blumen zu pflanzen wie möglich…auch wenn diese nicht ganz so üppig werden, wie in der Sonne.

Bei meinem Freund oben hab ich reine Sonnenanbeter gepflanzt, ein großer Oleanderbusch und eine Schmuck-Lupine bilden dabei die Mittelpunkte…lach

das Rote was Ihr da sehen könnt ist ein Teil der Kirche nebenan….rundherum sind viele Büsche und Bäume und ein Streifen Waldboden…..es gibt hier keine Straße, nur der Pfarrer kommt mit seinem Auto  und Fahrrad  hin…ansonsten ist es hier sehr ruhig…aber heute ist hier Konfirmation…also ist es etwas unruhiger als erhofft, also hab ich die Kopfhörer auf und höre etwas Musik.

Ich liebe diese Oase hier….mein Refugium des Rückzugs…mit Eichhörnchen und Vögeln, dazu die Blumen…am Liebsten würde ich die  Seite die auf der ganz linken Seite (nicht im Bild) die um die Ecke zur Kirche zeigt noch etwas weiter abschotten….wir haben schon den Sichtschutz gekauft und weiter Rechts ausserhalb des Bildes wachsen hohe Büsche so das wir auch zum Eingang des Hauses geschützt sind….die Nachbarn können uns so kaum sehen…vorallem jetzt wo die Büsche dicht und hoch zugewachsenen sind…wenn ich nicht die neugierige und meckernde Nachbarin über mir hätte, wäre es ein fast perfekter Rückzugsort…..

 

schöne moderne Einkaufswelt

Als bekennender Freund von Beständigkeit finde ich es meistens nicht so lustig, wenn meine Stamm-Supermärkte  umbauen. Aber natürlich versteh ich die Notwendigkeit, alte verstaubte Methoden der Warenpräsentationen und Kundenbindungskonzepte von Zeit zu Zeit zu überarbeiten.

Eine große Supermarkt-Kette in Schnöselhausen hat damit jetzt den Vogel abgeschossen…. Der Laden ist um einiges vergrößert worden und das Warenangebot wahrscheinlich auch…aber das kann ich noch gar nicht richtig beurteilen.

Der Laden ist auf jeden Fall eines: Hypermodern und extrem verwinkelt und unübersichtlich.  Kein Laden für jemanden der klare  und gerade Strukturen liebt.

Konzept: der Kunde soll lange im Laden verweilen – ein Einkaufserlebnis haben. Mein schönstes Einkaufserlebnis ist, wenn ich den notwendigen Einkauf so zügig wie möglich erledigt bekomme und alles finde, was ich suche.

Positiv ist: auch an einem Samstagabend um 21.20 Uhr (eigentlich nicht meine reguläre Zeit – aber ich war den ganzen Tag beschäftigt und froh das der Laden bis 22 Uhr geöffnet hat) waren alle Frischtheken noch besetzt…ALLE: Aufschnitt, Käse, Fisch, Fleisch und Brot….und es liefen – oder mehr gesagt – hetzten noch viele  weitere Marktmitarbeiter durch das Geschäft.

Die Hilfe der Mitarbeiter musste ich gleich mehrmals in Anspruch nehmen, weil das ganze moderne Konzept leider  für mich überhaupt nicht durchschaubar war.

1.Versuch: Hollandaise Sauce

Ich suchte  einen TetraPack „Hollandaise Sauce“ die isst nur mein Freund in minimal-Portion und deshalb kommt diese eben aus dem TetraPack.

-Okay, also bei den Fertiggerichten und –saucen war sie nicht.

-auf den Sonderflächen mit „Saison-Ware“ auch nicht

-nicht bei Mayonnaise / Remoulade usw.

-Da bei  den frischen Erdbeeren auch gleich die Sahne und der Tortenboden stand, dachte ich: sei schlau und schau beim frischen Spargel : nein auch hier gab es das nicht

Warum sich diese dann im Regal „internationale Spezialitäten“ befand konnte mir auch die Mitarbeiterin im Supermarkt nicht erklären.

  1. Versuch: Frutissima: eine Art Marmelade die jedoch gekühlt werden muss.

Alle Kühlfächer mit modernster Touch-Oberfläche zum Öffnen der Glastüren…über jeder Tür stand genau drauf, was drin sein sollte…..also Milch / Aufschnitt / Schnittkäse / Frischkäse/ Camembert / usw.

Aber in was für eine Kategorie fällt eine Marmelade die gekühlt werden muss…..normalerweise gibt es Marmelade im Glas und die steht eben nicht in der Kühltheke. Also  – schon leicht verzweifelt lief ich ALLE Kühlfächer ab und wieder…NICHTS ….

Also wieder einen Mitarbeiter gefragt und der war schon etwas genervt: da stehen doch die Kühltheken….ja aber WO soll ich denn suchen, wenn ich es nicht finde. Er führte mich dann zu einer extra Abteilung (ganz am Anfang des Geschäfts – als weit weg von Milch und Käse usw.) und dort gab es noch einmal eine Wand voll mit  diesen modernen Kühlfächern . Er meinte vorwurfsvoll: da ist sie doch. Ach ja – da stand sie doch tatsächlich zwischen diversen abgepackten Salaten und einigen Fertigabgepackten  Salatsaucen – ja also DA wäre ich ganz BESTIMMT als nächstes drauf gekommen. ER fand das  Fach absolut logisch – ich nicht.

HAAAA und WIE komme ich jetzt an die Marmelade? Die Tür ging nicht auf…diese neue moderne Technik war an diesem  Kühlfach nämlich defekt…..ja da war dann der Mitarbeiter doch etwas sprachlos und nach einigen Versuchen auch etwas ratlos….aber irgendwann ging eines der Nebenfächer dann doch auf und er hat dann nach der richtigen Sorte geangelt…..hihihi  – da musste er sich schon ziemlich strecken.

Nun gut, so langsam hatte ich alle Dinge zusammen – zum Glück war es kein Großeinkauf.

An der Kasse bemerkte ich dann erst, das ALLE Mitarbeiter so einen „Knopf im Ohr“ hatten….Sprechverbindung….so dass die Vorgesetzten  jederzeit mit jedem Mitarbeiter in Kontakt treten können….

Jaaaaa und ich war froh als ich endlich wieder draußen war…das reicht mir für den ersten Versuch. Gut das ich meistens nicht bei uns im Ort einkaufen gehe….sondern zu einem altmodisch anmutenden Supermarkt in der Nähe.

Lieber Lieblings-Supermarkt wenn Du vorhast umzubauen, kannst Du bitte bei der Planung auch die berücksichtigen, die einfach nur einkaufen müssen….und daraus keinen abendfüllenden Event machen wollen.

Ein Leben wie eine Tüte Schokobons

Ein Thema über das ich aktuell viel nachdenke, aber kaum zu schreiben wage, ist der Gedanke was wäre wenn…

Wenn ich jetzt wüsste, das ich nicht mehr lange zu leben habe, wie würde ich das organisieren, das restliche Leben….was würde ich heute in mein Testament schreiben (ich habe bereits eines vor ein paar Jahren zusammen mit einer Patientenverfügung aufgesetzt.)

Was würde ich meinem Freund sagen, was meiner Familie, wer sollte NICHT benachrichtigt werden und wer schon…. Was soll mit meinen Sachen geschehen.

Ich weiß das klingt alles so schrecklich düster und negativ und trotzdem empfinde ich es nicht so.

Vielleicht haben mich die Krebsnachrichten aus meiner Umgebung in dieses Nachdenken zurück gebracht…

Wenn wir mit unserem Leben  den Tod beeinflussen können, beeinflusst der (zukünftige)  Tod auch unser (jetziges) Leben?

Wir haben das Sterben so sehr aus unserem Leben ausgestoßen, das es nicht mehr dazu gehört….wie einen missratenen Sohn. Darüber wird nicht mehr geredet….und wenn nicht darüber geredet wird, dann existiert es auch nicht.

Aber wenn wir immer so Leben, als ob es immer ein Morgen geben wird, nehmen wir uns da nicht die Chance bewusster zu Leben.

Eine Tüte Schokobons z.B. essen wir mit Freude und Heißhunger und futtern einfach drauf los…aber erst wenn nur noch 2-3 Stück in der Tüte sind, wird uns bewusst, dass der Genuss bald vorbei ist und die restlichen Stück essen wir langsamer und gaaanz bewusst.

Wäre es nicht klüger die gesamte Tüte bewusst und langsamer zu essen und so den Genuss viel intensiver länger zu erleben?

Das Leben sollte man wie eine Tüte Schokobons geniessen, denn die Wenigsten wissen wie lange sie das noch können.

Ich wünsche uns ALLEN einen schönen  fröhlich-entspannten Sonntag

smart-casual

Gestern war es mal wieder soweit – es gab ein Firmenjubiläum, dem ich mich nicht schon im Vorfeld entziehen konnte. Also musste ich teilnehmen.

Wie bereits schon öfter erwähnt, sind solche Veranstaltungen gar nichts für mich….

Um 18 Uhr sollten wir uns in einer alten Mühle treffen….die liegt weit ab mitten in einem Waldstück….und schon von der Straße aus konnte man auf dem Schild lesen „Heute geschlossene Gesellschaft“….

Ich bin extra später ins Büro gefahren, weil ich eben heute keine Überstunden machen wollte….und erst nach Hause und dann später zum Fest ….neee da fällt es mir noch schwerer.

Aber der Tag zog sich zäh wie Kaugummi dahin…ich war müde, hatte Kopfschmerzen und keine Motivation….und noch viel weniger Lust auf diesen Abend.

Zum Glück wurde es nicht so schlimm, wie meine Laune befürchten ließ….aber auch nicht wesentlich besser.

Ich hab es zum Glück geschafft die Kopfschmerzen los zu werden und hab meinen „socialising-Knopf“ gedrückt….also lächeln und offen, freundlich auf die Menschen zu gehen….das ging auch erstaunlich gut…Da es ein rundes Firmenjubiläum war, war der Konzernchef nebst Frau und Kindern da,  unsere 3 Rentner auch (es sind nur 3 weil die Firma noch nicht soooo lange existiert), die Kollegen aus den anderen Standorten, dazu ein paar Kollegen aus Mutter- und Schwestergesellschaften.

Lach….auf der Einladung stand „smart-casual“.  An dem Ergebnis konnte man erkennen, das vielen gar nicht bekannt ist, WAS das eigentlich heißt….also übersetzt in etwa „leger-elegant“ oder „gehobene Freizeitkleidung“….DAS ist unter Umständen  ein seehr breit gefächerter Fettnapf.

Konkret heißt das für Männer: Anzug OHNE Krawatte, oberster Knopf geöffnet oder Hose mit Sakko und gemustertem Hemd. Für Frau heißt das am besten Hosenanzug oder Kostüm…..obwohl ich das eher als Bürooutfit sehe und daher als „Business Dress“ empfinde und nicht als „smart-casual“…. Frauen dürfen aber auch andere modische Kleidung tragen – Hauptsache alles sitzt ordentlich und bedeckt die üblichen Körperteile (also nicht Bauchfrei) und ist weder grell in den Farben, noch im Muster….

Nachdem die obligatorische Rede vom Chef gehalten, das leckere Grill-Buffet geleert und auch der Alkoholspiegel einiger Kollegen so langsam angestigegen war, war  nach 4 Stunden dann für mich auch die Grenze erreicht nach Hause zu fahren ( mit 1 Glas Sekt, 1 Glas Sekt/Orangensagt und 1 Glas Weinschorle war das überhaupt kein Problem).

Fazit: es gab sehr gutes Essen, ich hab mich gut mit meinem Team und einigen anderen Kollegen unterhalten, ich bin froh das es vorbei ist und bin jetzt schon überzeugt das ich an der Weihnachtsfeier in diesem Jahr NICHT teilnehmen werden. EINE solche Festivität im jahr ist einfach ausreichend….

Achja: es kam noch das Thema „Tanzen“ auf – einige Kolleginnen meinten es soll getanzt werden, eine entsprechende Fläche war auch vorbereitet  und da ich ja tanzen kann, könnte ich ja mal das Eis für die Fläche brechen.

Da hab ich sehr schnell klar gemacht: ICH werde hier nicht einen Meter tanzen. Weder Paartanz, denn dafür müsste ich ja einen männlichen Kollegen sehr nah an mich heran lassen  und außerdem tanze ich etwas anders als „Normal-Tänzer/Breitensportler“ und auch kein Disco-Gehopse…dazu braucht man zwar keinen weiteren Kollegen, aber ich tanze eben mit dem gesamten Körper und wenn ich so tanzen würde wie ich es mag, dann würden sich die Kollegen nur den Mund über mich zerreißen  und ich will nicht als „Angeber mit Profilneurose“ dastehen oder schräge Blicke ernsten“.

Ich gehe arbeiten und habe Kollegen, die kann ich mir nun einmal nicht aussuchen…aber überdas Alter, diese willkürlich zusammen arbeitenden Personen zu meinen engen Vertrauen und Freunden machen zu wollen, bin ich lange hinaus.

Soooo, jetzt endlich hab auch ich Wochenende…und nächste Woche kann ich dann von den Kollegen hören, was sich bis 2-3 Uhr Nachts noch alles abgespielt hat….

Arbeiten für Umsonst und gute Worte

Da sitze ich nun hier und überlege was ich eigentlich schreiben möchte….zu schreiben gäbe es eigentlich genügend…aber über einige Themen möchte ich mir einfach keine Gedanken machen…

…ich bin heute früh am Nachmittag in den Feierabend gegangen….trotz meiner 130 Überstunden der letzten Monate (nicht mit gerechnet die mehreren Hundert die ich im Laufe der letzten Jahre gemacht habe und nie auch nur ansatzweise abfeiern konnte) hatte ich mal wieder ein schlechtes Gewissen, weil ich früh gegangen bin.

Warum eigentlich?

Vertrauensarbeitszeit ist selten zum Vorteil der Arbeitnehmer, auch wenn es erst einmal gut klingt zu sagen: es gibt keine Zeiterfassung. Und obwohl ich genügend Arbeit habe, gehe ich heute früher als die Anderen, denn die Zeit kann ich mir ja selber einteilen, wann ich das erledige, Hauptsache die ist fertig, wenn sie fertig sein muss.

Schon muss ich mich wieder rechtfertigen warum ich neue Projekte ablehne oder nicht noch andere Aufgaben übernehme….ich muss ja Zeit haben, sonst würde ich nicht früher gehen. Das ich aber i.d.R.  täglich mehr Stunden arbeite, als ich eigentlich muss und dazu noch zusätzliche Überstunden während der Abschlüsse mache, das sieht kaum einer….

Das ist doch ein blödes Gefühl sich immer schuldig zu fühlen….so ganz ohne Grund…na klar kann ich mir alles selber einteilen, aber die Blicke und so manche Äußerung der Kollegen zeigen ein anderes Bild…Und es macht ja überhaupt keinen Sinn ständig bei den Kollegen zu sagen: ich habe genügend Überstunden…lach….

Und dann meine eigenen Gedanken: also eigentlich könntest Du Dich jetzt damit und damit und damit beschäftigen…aber das reicht auch bis Ende der Woche,  Ende nächster Woche oder Ende des Monats…also nichts ist dringend…..aber alles ist wichtig.

Meine Chefin hat erst letzte Woche gefragt ob ich noch ein Projekt zusätzlich in diesem Jahr übernehmen kann…. NEIN – kann ich nicht….und dann der kritische Blick wenn ich sage ich gehe früher…. Lach….da wäre mir eine überprüfbare Zeiterfassung, die jederzeit von den Chefs eingesehen werden kann, fast lieber….denn dann würden Überstunden auch mal  sichtbar und vor allem auch ausbezahlt werden können…so arbeite ich quasi für „umsonst und gute Worte“.