Busfahrer in der Krise

Vor ein paar Tagen war ich wieder einmal in Kontakt zu meiner ehemaligen HR-Kollegin aus Hessen….wir schreiben uns noch regelmässig, telefonieren aber seltener…sie hat immer viel zu tun.

Ihre jüngste Tochter hat gerade ihren Realschulabschluss gemacht und die Große schreibt die Bachelor-Arbeit ..sie selbst ist durch die personellen Veränderungen beruflich sehr unter Druck und arbeitet ja schon eine ganze Weile wieder Vollzeit…und das ich auch gut….immerhin zahlt der Konzern ordentliche Gehälter.

Ihr Mann arbeitet als Reise-Busfahrer….eine Berufsgruppe die es in Pandemiezeiten ja sehr schwer hatte. Es gab keine Reisen mehr….auch nicht innerhalb Deutschlands und selbst als es nach dem ersten Lockdown wieder möglich war, blieben die Menschen zurückhaltend bei Reisen…und so ist ihr Mann seit letzten Jahr in Kurzarbeit….

Tja und dann hatte ich gelesen, das in dem Ort ein Busunternehmen seinen Betrieb einstellt…und tatsächlich ist es genau das Unternehmen bei dem er angestellt ist. 200 Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz.

Über das Unternehmen wird geschrieben, das es dem Preis-Wettbewerb bei Ausschreibungen nicht mehr standhalten konnte…der Preisdruck wurde zu groß, um noch wirtschaftlich arbeiten zu können….es hat sich schon vor längerem abgezeichnet ,das das Marktumfeld für kleine Bus-Unternehmen immer schwieriger wird….tja und Ende des Jahres ist nun Schluss.

Da die Sorgen um den Arbeitsplatz schon seit mehr als 1 Jahr bestehen, kam das Aus jetzt nicht überraschend….aber bitter ist es für die Familie schon. Wie und wo soll es denn jetzt einen neuen Job in dem Bereich finden, so mit Ende 50 in einem Beruf, der auch noch durch die Pandemie gebeutelt ist.

Umso besser, das die ehemalige Kollegin einen guten Job hat, der ist krisensicher und wird gut bezahlt…..also finanziell fallen sie nicht hinten-runter….trotzdem ist es keine leichte Situation….das nagt am Selbstbewusstsein und belastet das Familienleben….

Ich hab mich als „Ruhezone“ angeboten, falls sie mal eine kleine Auszeit für 1-2 Tage benötigt…

Vollkornbrot – Überraschung

Also dieses Mal hat mich das Vollkornbrot überrascht….es schmeckt mir sogar richtig gut. Dafür hab ich nur 2 Dinge modifiziert.

Ich hab etwas mehr Salz genommen (das volle Korn braucht scheinbar etwas mehr, als 550er Mehl) und ich hab etwas gemahlenen Kümmel zugefügt.

Ach ja, und ich hab es in einer abgerundeten Kuchenform gebacken….die Form des Brotlaibs ist hierbei schnitt-tauglicher.

Ich bin echt froh, das ich das Weizenvollkorn-Mehl jetzt doch noch weiter verwendet habe….da sieht man es mal wieder: einfach ausprobieren…und mit der Zeit findet man eigene Rezepte für den individuellen Geschmack. Da ich größtenteils Brot nur mit Butter esse…also ohne weiterem Belag, ist der Geschmack des Brotes für mich sehr wichtig.

Ja klar mag ich auch mal Schinken, Lachs, Eier oder auch Marmelade auf einem Brot…aber das mache ich dann eher an den Wochenenden oder zu besonderen Anlässen. Das ist auch kein bewusster Verzicht….sondern ich mochte Brot schon immer gerne pur, nur mit etwas Butter.

Freitag war ich in Hamburg noch im „Stilbruch“ …. einem Kaufhaus für Second-Hand-Möbel und alles Mögliche…die sind dem Recycling-Hof angeschlossen…und retten noch gute Dinge vor der Müllpresse (und man kann Gutes auch von privat dort abgeben). Die werben auch mit dem Slogan: „Modernes von Gestern“ und die haben auch echt tolle Sachen dort….

Ich hab nach einem alten Bräter oder Topf Ausschau gehalten, um meine Brote gut aufbewahren zu können und bin auf den hier gestoßen: Für 3,50 EUR hab ich ihn mit genommen.

Bisher hab ich mein Brot öfter in Plastiktüten aufbewahrt, wusste aber, das es langfristig keine gute Idee ist…Dann hab ich es mit Leinentüchern ausprobiert…aber auch das hat mich nicht überzeugt. So moderne Brotkästen finde ich nicht ansprechend…und praktikabel zum Sauber machen soll es ja auch sein.

Also versuche ich es jetzt mal mit diesem Bräter….kann es aber erst in ein paar Tagen richtig beurteilen…heute Morgen war mein Brot zumindest noch frisch…

HILFE für den Computer ….und für mich

Seit ein paar Wochen kann ich WordPress nicht mehr uneingeschränkt nutzen…ich kann auf „normalen“ Wege weder neue Blogbeiträge erstellen, noch bestehende Beiträge ändern. Durch Zufall hab ich aber fest gestellt, das ich über eine Funktion der installierten Antiviren-Software doch noch Beiträge schreiben kann…das dauerte zwar insgesamt immer ein wenig länger…aber es ging gut., eine ganze Weile sogar..und heute Mittag irgendwann, ging auch das nicht mehr….

Bekanntermaßen bin ich sehr leicht aufgeschmissen, sobald es um solch technische Dinge geht….und so wollte ich eigentlich zu einer „Computer-Hilfe“ in meinem Wohnort fahren.

Aber heute ist Samstag und alle angezeigten Firmen machen erst Montag wieder auf. Gleichzeitig wurde mir aber auch im Internet eine Online-Hilfe angboten.

Nun gut…in Job hab ich ständig mit unserem Helpdesk zu tun….und der Teamviewer mit seiner Remote-Hilfe ist mir inzwischen schon sehr vertraut….Aber privat hab ich das bisher noch nie ausprobiert.

Also hab ich bei bei „expertiger“ angerufen und einen Online-Termin für heute Nachmittag vereinbart….ich wurde innerhalb des vereinbarten Zeitfensters zurück gerufen und ich konnte dem freundlichen Experten mein Problem erläutern…auch den Umweg über das Antiviren-Programm.

Sein eindeutiges und sehr überzeugendes Feedback….das Problem stammt eindeutig von Kaspersky….viele Probleme kommen darüber….ich nutze den schon seit vielen Jahren (jedes Jahr mit der neuesten Version) und hatte bisher nie Probleme. Aber es war klar, der Experte am Telefon ist kein Fan dieses Programms.

Okay, also auf meinem Privat-Laptop hab ich keinen Teamviewer, aber über die „Remotehilfe-App“ hat er schnell Zugang erhalten und als erstes Mal das Antiviren-Programm deinstalliert….das Problem mit WordPress aber blieb bestehen.

Es musste also an Windows liegen….der Internet-Explorer wurde schon vor einiger Zeit durch Edge ersetzt und irgendwas mit dem Update hat wohl nicht funktioniert…und ein Test über Chrome zeigte, das WordPress da einwandfrei läuft….also gut dann eben Chrome….mir ist das an der Stelle auch egal, ich hab da keine Präferenzen…kenne mich auch wirklich nicht aus…..der nette Experte hat alle meine Favoriten von Edge zu Chrome rüber gezogen und sogar Kaspersky wieder installiert.

Das ganze hat weniger als 30 Minuten gedauert ….und für die ersten 30 Minuten gilt ein Festpreis von 29 EUR (für jede weitere 10 Minuten kommen dann 8,90 EUR hinzu)…das ist klar kommuniziert, fair und ich finde es absolut stimmig…auf die Preisgestaltung wird am Anfang des Gesprächs auch noch einmal ausdrücklich hingewiesen…..

Soooo und jetzt läuft WordPress wieder normal……Die Webseite dieser Computerhilfe hab ich schon mal unter den Favoriten gespeichert…die kann ich bestimmt noch mal gebrauchen.

Brotduft

Gerade zieht der Duft eines frisch gebackenen Brotes über meinen Balkon….es ist zwar bedeckt, aber warm und sogar leicht stickig….und der Brotduft kommt aus meiner Wohnung.

Ein Vollkornbrot mit Sauerteig :

Noch habe ich es nicht probiert, aber gut sieht es zumindest schon mal aus….

Jetzt hab ich ja schon mehrfach festgestellt, das ich kein so großer Fan von Vollkorn-Brot bin….aber, nun ist das Mehl da und muss auch entsprechend verbraucht werden.

Es ist das 1. Brot in dieser Woche….hatte mich die letzten Tage mit viel Obst und Gemüse durch die Tage gehangelt….dazu gab es Reis und eine im Backofen gegrillte Putenunterkeule (die war echt lecker – aber ich hab kein Bild gemacht)

und gestern war ich am Abend in Schenefeld im Außenbereich eines Restaurants: Es gab einen Salat mit Steifen vom Rindersteak und Knoblauchbrot…..auch sehr lecker:

Ach ja: den Stangensellerie hab ich immer noch nicht verarbeitet….seufz….aber heute ist er dann….hahaha – ich bin ja immer noch nicht überzeugt von dem Gemüse….deshalb zaudere ich so.

Konflikt mit der Realität

Im Büro hab ich seit Anfang des Monats eine neue Kollegin….also so neu ist sie nicht….ich hab sie schon im letzten Jahr kennengelernt, da war sie gerade zum 2.Mal Mutter geworden und noch in Elternzeit…ich fand sie von Anfang an nett, kannte sie aber nur von kurzen Besuchen im Büro.

Jetzt ist sie auf Teilzeit-Basis wieder zurück….damit hat sich der weibliche Anteil an der Belegschaft in Deutschland auf 4 erhöht…und sie ist jetzt überhaupt die Erste in der gesamten Kollegenschaft, die in ihrem Verhalten sehr inkonsistent ist…das macht es mir schwer, mit ihr umzugehen.

Sie ist alles auf einmal: kompetent und überfordert, dann wieder selbstbewusst und oberschlau, nett im Umgang und dann wieder ruppig, zickig…..will zeigen das sie nichts verlernt hat und dann haut sie Sätze raus, das sie nichts hinbekommt, sich nicht auf die Arbeit konzentrieren kann und weil sich inzwischen vieles in der Struktur geändert hat, fühlt sie sich wieder verloren.

Auch die Anforderungen an ihren Job haben sich geändert….und es fällt ihr schwer sich erneut einzufinden und redet jetzt schon von Überforderung und irgendwie war das Thema weitere Stundenreduzierung wohl auch schon ein Thema…

Wir unterhalten uns morgens öfter, wenn die anderen noch nicht da sind, ….aber ich bin vorsichtig geworden…weil sie jeden Tag anders reagiert. Ich nehme ihr manchmal zickiges Verhalten in meine Richtung überhaupt nicht persönlich. Ich versuche manche Dinge einfach nicht zu kommentieren, die ich absurd finde, dafür drücke ich mein Mitgefühl aus oder spreche ihr Mut zu.

Sie sucht noch nach ihrer Rolle in ihrem jetzigen Leben …und ich bekomme hier hautnah den Spagat einer oft übernächtigten Frau mit, die versucht sich im Berufsleben zu beweisen und gleichzeitig Mutter zweier kleiner Kinder zu sein, die sich mit ihrem Mann versucht alle Aufgaben zu teilen und doch gelingt es wohl nicht so gut.

Ihr Anspruch an sich selbst ist groß und der gerät in Konflikt mit der Realität.

Menschliches Verhalten

Durch die fast 1,5 Jahre mit Corona haben sich einige meiner Gewohnheiten doch geändert… Mit Verwunderung nehme ich zur Kenntnis, das es mir aktuell nicht mehr so viel Spaß macht in einem Café oder Restaurant zu sitzen…

….es geht dabei nicht um die Maske oder ob man einen Test braucht oder nicht.

Es geht mir um die Gelassenheit, einfach länger irgendwo zu verweilen…das hab ich schon im letzten Jahr, nach dem 1. Lockdown, gemerkt, das ich immer wieder das Gefühl habe, ich muss den Platz wieder freigeben, damit die Gastronomen mehr Umsatz machen können, wenn es einen schnelleren Durchlauf an Gästen gibt. Zumal ja an vielen Stellen die Anzahl der Plätze reduziert werden musste….die haben es ja schon schwer genug. Ja mir fehlt die innere Gelassenheit….

Ich hab es wohl irgendwie verlernt einfachsitzen zu bleiben und es zu genießen, auch wenn der Teller leer ist oder das Glas nur noch einen Schluck davon entfernt…und es macht mir auf einmal auch nicht mehr soviel Vergnügen Menschen anzuschauen und ihre Interaktionen mit Anderen zu beobachten.

Etwas, was mir immer viel Spaß gemacht hat….irgendwo sitzen und den Menschen bei ihrem Leben zuzuschauen…jetzt nicht voyeuristisch sondern soziologisch gemeint:

Wie verhalten sich Menschen in der Öffentlichkeit…Paare zueinander, wie gleichen sie sich in Kleidung und Verhalten, manchmal erkennt man unterschwellige Konflikte, auch wenn sie nur stumm an einem Vorbeigehen. Körpersprache und Gesichtsausdrücke versuche ich zu interpretieren und manchmal spinne ich in Gedanken eine kurze Geschichte dazu.

Wie verhalten sich Eltern zu ihren Kindern…und wie verändert sich das Verhalten von Kindern wenn sie merken, das sie die Aufmerksamkeit eines Menschen auf sich gezogen haben. Wie reagiert die Frau, wenn ihr Mann einer anderen Frau heimlich nachschaut….. ich finde das hochspannend.

Schön öfter hab ich darüber nachgedacht mich irgendwann einmal an einer Fernuni einzuschreiben ….für das Fach Soziologie: Die Lehre von Mustern menschlichen Verhaltens und zwischenmenschlicher Beziehungen..

Wie ein Kreuzgang – aus Bäumen

Wie ein Kreuzgang – aus Bäumen

Die ersten beiden Tage in dieser Woche war ich wieder im Homeoffice….und bin am Morgen NICHT vorher meine Runde gelaufen…das war dann richtig komisch.

Ich hab mich so daran gewöhnt den fehlenden Arbeitsweg mit einer Walkingrunde zu kompensieren und erst dann den Computer anzuwerfen, das ich tatsächlich Schwierigkeiten hatte in diesen Arbeitstag hineinzufinden.

Montag Morgen bin ich etwas zu spät aufgestanden, es regnete dazu ziemlich dolle und ich war nervös wegen des Mitarbeitergesprächs am Mittag…also hab ich diesen Teil der Morgenroutine weggelassen und war erst spät am Abend so nach 21.30 Uhr knappe 6 km draussen.

Dienstag Morgen bin ich zwar gut aus dem Bett gekommen, aber es regnete derartig heftig, mir war kalt und ich war müde…und irgendwie konnte ich mich überhaupt nicht motivieren einen Schritt vor die Tür zu setzen…war stattdessen aber in der Mittagspause auf dem Trampolin….na immerhin etwas.

Den Altonaer Volkspark hab ich dann am Mittwoch erklommen hahaha…..na gut….so steil ist es nicht, aber je weiter man rein geht in diesen „Wald-Park“ umso höher kommt man…und weiter oben ist dann auch noch eine kleine Anhöhe mit einem Baum-Gang.

Dieser Baum-Gang geht einmal komplett um die Anhöhe herum und bildet eine komplett geschlossene kleine Baumallee. Ich liebe dieses an einen Kreuzgang anmutende Baumgewölbe…

Es stahlt für mich einfach eine beruhigende und beschützende Stille aus…ich könnte stundenlang im Kreis laufen hahaha…..hab ich aber doch nicht getan…sondern bin noch weiter rein in den Park….der an vielen Stellen mehr Wald, als Park ist….

Es war eine spontane Entscheidung hier zu laufen, da ich täglich zur und von der Arbeit daran vorbei komme….aber ich hatte mich bei meinem Outfit an diesem Tag, für weiße Turnschuhe entschieden….so konnte ich ein paar der Wege leider nicht gehen….(immerhin hatte es die Tage zuvor geregnet).

Trotzdem war es wunderschön….leicht kühl, und nur wenig Menschen …eine schöne Erholung.

Emotionale Achterbahn durch mein Leben

Emotionale Achterbahn durch mein Leben

Bei einem Glas Wein (Goldmuskatella 2018 Weingut Weitzel) plaudere ich mal aus meinem persönlichen Nähkästchen…das mein Chef und die Kollegen gerne mit mir kommunizieren ,ist so etwas wie ein Ritterschlag für mich.

Warum das?

Zeigt es doch, das seit meinem Weggang aus Hessen (mit dem Stressjob) mein oftmals als introvertiertes und als kommunikations- eingeschränkt wahrgenommenes Verhalten mittlerweile der Vergangenheit angehört.

Mein ganzes Erwachsenen-Leben kämpfe ich schon gegen diese eingeschränkte Kommunikations-Fähigkeit…scheine aber jetzt endlich, mit 53 Jahren, in meinem eigenen Leben angekommen zu sein, in dem Kommunizieren doch ein Teil meiner Persönlichkeit geworden zu sein scheint….zumindest sind mir Menschen wichtig genug, um auch mit Ihnen in Kontakt zu bleiben….ich bin an vielen Stellen sogar die treibende Kraft.

Zugegebenermaßen war das nicht immer so….und jaaa ich hab viele Jahre meinen Job über meine Sozialkontakte gestellt…..eigentlich hab ich den Großteil meines Berufslebens als für mich Wichtiger angesehen…hab mich zum großen Teil über den Job definiert und mein Selbstbewusstsein aus meinem Wissen gezogen…bis auf die Zeit mit meiner Tanzclique…Die Zeit mit der Clique endete dann ja ziemlich schnell, als ich meinen heutigen Ex kennenlernte, der von denen nicht so viel hielt.

Nun aber…in meinem jetzigen Leben, hier im Norden…weitab von Stress, Ex-Freund und dem Rest meines Tanzlebens…..hier nun mitten in der Pandemie, die dem Rest der Welt eigentlich zeigt, wie ich größenteils lebe (nur das die Welt mich eben nicht kennt 🤣) bin ich mehr ich selbst, als ich jemals zuvor war.

Ich hab mich, trotz all meiner Stärke und all meinem nach außen gezeigten Selbstbewusstsein, immer „falsch“ gefühlt…weil mir mein ganzes Leben dieses Bedürfnis nach Zurückgezogenheit und mein großes Bedürfnis nach Stille und Nicht-Kommunikation als unnatürlich angekreidet wurde….meine Familie hat das nie akzeptiert. Der Mensch hat eben ein geselliges Wesen zu sein….und meine Chefin hat es mir früher als Negativ-Eintrag in die Bewertung gegeben. Erst in den letzten Jahren, vor meinem Weggang, hat sie erkannt, das es keine negative Eigenschaft ist…sondern sogar viele Vorteile für den Job hat….und mich eben nicht daran gehindert hat, trotzdem ein guter Chef zu sein….der sich um seine Mitarbeiter kümmert….mit denen ich ja jahrelang ein lockeres und trotzdem gutes Verhältnis hatte.

Es schmerzt mich aber heute noch, das ich immer beweisen musste, das meine manchmal eingeschränkte Kommunikations-Fähigkeit keine Charakterschwäche ist. Es ist eine angeborene Eigenschaft…die durch meine oftmals nicht ganz einfache Kindheit, die vielen Umzüge in jungen Jahren und eine unglückliche Familienkonstellation auch wenig Chance hatte, durch das Urvertrauen eines Kindes zu den Eltern, schnell „über-lernt“ zu werden. Es war und ist ein ständiger Kampf zwischen „ich will und brauche meine Ruhe“ und „ich möchte mit den Menschen, die mir wichtig sind, kommunizieren“.

Jeder ist seines Glückes Schmied. Ja klar, aber manchmal muss man sich auch die Möglichkeit erkämpfen, sein eigenes Leben wirklich selber in die Hand zu nehmen…..das bedeutet auch unbequem zu sein und so manchem lieb gemeinenten Eingriff Anderer, sein eigenes Leben wieder zu entreißen…das ist nicht immer schmerzfrei und bedeutet auch Menschen weh zu tun, die eigentlich immer glauben nur „das Beste“ für einen zu wollen.

Das Beste ist aber, man nimmt sein Leben WIRKLICH in die eigene Hand, lässt sich nicht beirren oder reinreden. Damit hab ich nach so vielen Jahren tatsächlich zu meinem Leben gefunden. So wie ich nun einmal bin….

Ein sturer Stier, selbstbewusst und trotzdem total verletzlich. Ich bin übrigens nie lange den einfachen Weg gegangen….letztlich immer mit dem Kopf durch die Wand…aber mit den Blessuren bin ich heute stolz auf mich….denn ich hab das geschafft, was viele nicht können….ich bin zufrieden mit mir und meinem Leben.

Personal-Gespräch

oder auch Personalentwicklungs-Gespräch ….früher hieß das auch mal: Leistungs-Beurteilung.

Wie man es auch nennen mag, gern hab ich solche Gespräche nicht…egal auf welcher Seite des Tisches ich dabei sitze. Aber durch meine eigenen Erfahrungen als Teamleiter, hab ich schon ziemlich klare Vorstellungen, wie sich ein Vorgesetzter in so einem Gespräch verhalten sollte.

Vor allem sollte er gut vorbereitet sein…Nachdem mir der Controller aber erzählt hatte, seine beiden Chefs wären jetzt nicht wirklich auf das Gespräch mit ihm vorbereitet gewesen, bin ich mit leichtem Unbehagen in das Gespräch gestartet.

Auch bei mir war es ein Teams-Meeting, auch bei mir war es in Englisch, aber eben nur mit unserem dänischen Chef (während mein Kollege noch unseren Deutschen GF dabei hatte).

Ich hatte mich gründlich auf das Gespräch vorbereitet, hab das Formular schon mal für mich vor-formuliert und dann war es eigentlich wie immer mit diesem Chef: ein gutes und lockeres, teils lustiges Gespräch …der Chef hat die Fragen gestellt…ich meine Antworten gegeben: Was läuft gut, was läuft schlecht, was waren meine Schwerpunkte, was würde mein Arbeiten erleichtern, worin sehe ich zukünftig meine Aufgaben…usw.

Da wir immer wieder ins Plaudern geraten sind, war die angesetzte eine Stunde eigentlich zu kurz…aber es gab viele neue Informationen…so mal eben nebenbei…aber eben auch seine Einschätzung meiner Leistung und meines Kommunikationsverhalten.

ER hatte sich für das Gespräch mit mir, nämlich richtig gut vorbereitet….sich von Kollegen und den Zwischen-Chef in DE und DK Rückmeldungen geben lassen, hatte mit dem für uns zuständigen DK-Geschäftsführer, mit dem ich auch zu einem Thema immer wieder Kontakt hatte, Rücksprache gehalten und mir ein sehr positives Feedback in allen Bereichen gegeben.

Das hat mich echt für einen Moment sprachlos gemacht….das Schönste was man mir sagen konnte: es erleichtert ihm die Arbeit, das er sich jederzeit auf meine Zahlen verlassen kann, ich mich an alle Abgabetermine halte und das jeder gerne mit mir kommuniziert.

Okay- also das war sogar nur das 2. Schönste. Das Beste war, das er von sich aus mein Gehalt angehoben hat, ohne das ich danach fragen musste und dann sogar noch auf genau den Wert, den ich mir als realistisch und angemessen vorgestellt hatte, ohne das ich das irgendwo mal erwähnt habe.

Auch wenn es ein wirklich gutes und positives Gespräch war, bin ich trotzdem froh es jetzt für dieses Jahr hinter mir zu haben.

Radtour – Hamburgs Industrie-Seite

Neben der schönen Seite für die Touristen, hat Hamburg aber noch Seiten, die anders sind…aber auch schön.

Lässt man Michel, Fischmarkt, Landungsbrücken und die Speicherstadt einmal hinter sich, dann kommt man irgendwann zur robusteren Seite dieser schönen Hansestadt.

Zum Glück hab ich mich heute doch für das Rad entschieden. Gestartet oberhalb vom Fischmarkt bin ich an der Elbe entlang bis zur Elbphilharmonie und daran vorbei gefahren.

Es fühlte sich in diesem Bereich allerdings an, wie auf einem Jahrmarkt, verstärkt wurde das durch die vielen kleine Stände mit allem an Essen und Trinken und Süßem, was das Herz begehrt ….überall rumwuselnde Menschen…kreuz und quer laufend, lachend, lebendig. ..und so voller Lebensfreude….dazu unzählige Cafès und Restaurants mit voll besetzten Außenbereichen.

Mich hat es dann doch weiter gezogen, erst später hab ich mich dann für ein Stück Käsekuchen und ein Glas Grauburgunder in einem Cafè in der Nähe niedergelassen.

Danach hab ich die HafenCitiy endgültig hinter mir gelassen und bin durch das dahinter liegende Industriegebiet geradelt…inclusive kurzer Pause an diesem alten Ladekran.

…und erst jetzt auf der Rückfahrt hab ich hier so eine Art Schnell-Radweg direkt am Wasser gefunden….vorbei an der Rückseite der riesigen Großmarkthallen…das war dann noch viel schöner zu fahren als auf dem ersten Teil. Überall wird gebaut…Hamburg ist eine Stadt die sich wirklich großflächig neu erfindet….neuen Lebensraum schafft und neue Unternehmen ansiedelt….mir ist das fast ein wenig zu viel auf einmal….aber dieses Umfeld hat schon eine besondere Atmosphäre und bietet auf etwas stillere Art, das Flair einer weltoffenen Stadt..

Wieder zurück an der Speicherstadt, ging es dann über die Brücke und quer durch die Stadt…vorbei ich feststellen musste, das viele Menschen vor lauter Freude über Wetter, Sonne und weniger Pandemie-Einschränkungen vergessen, das auf Fahrradwegen auch tatsächlich Fahrräder unterwegs sind…ohne zu schauen….einfach mal vor die Fahrräder laufen….zum Glück konnte ich alle Kollisionsgefahren rechtzeitig erahnen und daher vermeiden.

Das letzte Teilstück war dann noch mal so richtig steil bergauf….hahaha – bis ich dann wieder oberhalb des Fischmarktes beim Auto ankam.

Die gesamte Fahrt über war es angenehm windig…was bei der Wärme sogar bei mir gut ankam. Auch heute waren es wieder 22km….dafür aber quer durch die Stadt.

Hmmm …. beim nächsten Mal möchte ich aber endlich mal eine längere Strecke radeln, aktuell pendel ich immer so zwischen 22-25km, so langsam muss ich mich mal wieder steigern….dann aber lieber in der Natur….das ist ja das Schöne hier…ich kann mich jeden Tag neu entscheiden, was ich möchte: Großstadt, Natur, Provinzstadt….mal am Wasser, mal im Wald, mal am Kanal entlang…