Obst vom Bauern – endlich wieder Kirschen

Im Moment macht es wieder richtig Freude wenn man sieht, was es gerade alles an Obst und Gemüse aus Deutschland gibt….es ist für viele Sorten jetzt Erntezeit….und auf einmal sind sie wieder da:

Dicke dunkelrote Kirschen, knackig und Süß.. Heidelbeeren aus Norddeutschland, die ersten grünen Bohnen sind da und Erbsen zum selber döppen…Schmorgurken und Kürbisse (okay – Kürbis ist jetzt nicht nicht mein Gemüse) ….

Freitag bin ich auf dem Weg nach Hause nicht über die Autobahn, sondern von Hamburg über die B4 gefahren und da war ein Bauernhofstand…..hab alles an Bargeld zusammen gekratzt, was ich noch dabei hatte und hab neben Kartoffeln, allerlei Obst eingekauft..

Und später noch woanders jede Menge Gemüse. Und wenn man saisonal kauft, sind die Preise auch immer noch okay…dafür stammen die Produkte aus der Region oder wenigstens aus Deutschland.

Ich kaufe generell keine Bohnen wenn die aus Kenia kommen oder Kartoffeln aus Ägypten….letztens gab es sogar Zwiebeln die von einem anderen Kontinet kamen….ne danke….und wenn es Blumenkohl aus Deutschland gibt, kaufe ich den lieber, als wenn er aus Frankreich kommt…obwohl: innerhalb der EU ist das für mich auch noch okay. Aber eben nicht, wenn es die Gleichen Produkte auch aus heimischen Anbau gibt.

Am liebsten gebe ich mein Geld an die Direktvermarkter…also Bauernhofläden und Klein-Anbauer-Stände, anstatt den Supermärkten. Leider hat mein Lieblings Bauernhof-Verkaufswagen für Gemüse seit ein paar Wochen keine Ware mehr….der Wagen steht, aber er ist leer und es steht nicht dran warum….hoffe der macht bald wieder „auf“.

Jetzt ist auf jedenfall die Zeit aus dem Vollen zu Schöpfen, denn jetzt bringt uns die Natur die Nahrung ganz frisch und nah…und auch der Futtermais wächst gerade hier in der Umgebung und es macht Spaß gegen Abend an den Feldern entlang zu laufen zu hören wie der Wind leise durch durch die Maispflanzen weht

Geräusche der Nacht

Seit ein paar Wochen habe ich individuell für mich angepasste Ohrstöpsel vom Hörakustiker hier im Ort, um meine Schlafqualität noch weiter zu erhöhen. Für Beide zusammen waren das 110 EUR. Den Preis finde ich angemessen.

War der Mitarbeiter beim 1. Termin zum Ausgießen des Ohres noch richtig nett und gut drauf, war die Mitarbeiterin beim Abholen eher schroff und unfreundlich. Sie legte mir die Ohrstöpsel auf ein Tablett und meinte, dann machen sie mal.

Mein sogenannter „Schlafschutz“ besteht zwar aus einem Stück, hat jedoch 3 Enden…einen kleinen „Griff“, einen dickeren Knubbel und eine dünnere Seite. Und WIE soll ich das jetzt in die Ohren bringen? Also hat sie es mir in die Ohren geschoben…und dann hat sie mir einen der Stöpsel in die Hand gegeben und ich sollte es selber probieren…Passt, prima und schon war ich abgefertigt.

Ich habe es zuhause in paar Tage immer wieder probiert und es nicht geschafft, diese Dinger so in die Ohren zu stecken, das sie

  1. dort auch blieben
  2. den gewünschten Lärm-Dämpfungseffekt erzeugten

Frustriert hab ich die Dinge dann beiseite gelegt und wollte noch einmal zu dem Höraktustik-Laden…hab es aber irgendwie zeitlich nicht geschafft. Auch meine Familie konnte mir da nicht helfen, da deren Ohrstöpsel zwar auch individuell sind, aber eher so aussehen wie die klassischen, die man so im Laden bekommt.

Irgendwann hab ich es dann noch einmal selber probiert…und probiert…und dann machte es PLÖPP und die eine Seite war drin…nur die andere Seite wollte und wollte nicht passen…nach ein paar weiteren Tagen hat es dann auf einmal auch geklappt.

Na endlich…und nach mehreren Tagen schaffe ich es nun seit 1 Woche die Dinger FAST ohne Probleme zügig einzusetzen und es hat sich gelohnt.

Meine Schlafqualiät hat in dieser Woche stark zugenommen….ich wache nachts nicht mehr so leicht vom Rauschen eine Gullis in der Nähe auf, höre das nächtliche Geklapper in der Küche schräg über mir nicht mehr so stark und auch die Geräusche der Flugzeuge, die in diesem Sommer sehr oft noch weit nach 23 Uhr auf Hamburg zufliegen, sind wesentlich leiser…alle Geräusche sind gedämpft.

Es sollen, mit diesem Schlafschutz, die Umgebungsgeräusche um bis zu 80% reduziert werden können…also gefühlt würde ich sagen, auf jeden Fall so ca. 70% sind es bei mir….und ich kann trotzdem noch immer den Wecker am Morgen hören.

Perfekter Plan – keinen Plan zu haben

Perfekter Plan – keinen Plan zu haben

Während ich in dieser Woche vergeblich auf der Suche nach Motivation zum Arbeiten war, hab ich mich Anfang der Woche erst einmal im Homeoffice eingeigelt.

Ja ich hab alles erledigt, was erledigt werden musste, aber es hat mir keine Freude gebracht und ich hab nicht einen Handgriff mehr gemacht, als notwendig…zum Glück hab ich immer noch sehr viele Überstunden, da kann ich noch so einige abbummeln.

So hab ich mich um die Pflanzen auf dem Balkon gekümmert, sauber gemacht, einfach so still vor mich hin gewerkelt, Brot gebacken und Essen gekocht, war einkaufen und ansonsten hab ich mich ausgeruht.

Die Hitzewallungen haben mich seit ein paar Tagen wieder voll im Griff und emotional war ich immer noch auf „Ich will meine Ruhe“ gepolt.

Mittwoch bin ich mit leichtem Schnupfen, Unwohlsein und Kopfschmerzen ins Büro gefahren und der Controller fragte, ob ich abends wieder zum paddeln gehen würde, jaa eigentlich schon…das Wetter war ja wieder besser, ich hatte auch meine Sporttasche mit…aber ich war mir nicht sicher, ob ich wirklich zum Training wollte. Meine Antwort lautete dann auch: ich lechze nach einem Spaziergang im Wald…aber ich gehe wohl doch zum Paddel-Training.

Und tatsächlich bin ich zum Verein gefahren, doch kaum war ich im Umkleideraum, hab ich gemerkt, das bringt heute nichts…ich hab meine Tasche geschnappt und bin tatsächlich wieder gegangen…auf dem Weg nach Hause wurden die Kopfschmerzen schlimmer und ich hab mich einfach körperlich krank gefühlt.

Nachdem ich dann ca. 2,5 Stunden auf der Couch geschlafen habe, wurde es wieder besser und um wenigstens noch etwas Bewegung zu bekommen, hab ich mich aufs Fahrrad geschwungen und bin über Feldwege und kleine Waldstücke gefahren….DAS war genau das Richtige.

Die Luft war klar und leicht kühl und ich bin in einem lockeren Spazierfahr-Tempo unterwegs gewesen, bis die Sonne entgültig unterging.

Und Stück für Stück fühle ich mich seitdem mit jedem Tag wieder wohler und bin entspannter…komme aus meinem Schneckenhaus der Stille heraus, werde wieder munter.

Nur die Motivation zum Arbeiten, hab ich bis heute nicht gefunden…also warum sollte ich sie jetzt noch, so kurz vor dem Wochenende, suchen gehen…die meisten Kollegen sind eh in Urlaub.

Mein Plan für das kommende Wochenende ist, keinen Plan zu haben…und das ist ein perfekter Plan ! So kann ich mich treiben lassen und spontan entscheiden, was ich machen möchte…..

Kraftquelle – Zuhause

Kraftquelle – Zuhause

Mit bangen Blick auf die Wetter App und der leisen Hoffnung, das es doch noch klappen wird mit der Ballonfahrt, bin ich samstagmorgen wieder die 140km bis zur Küste gefahren.

Die Fahrt durch 3 Regenschauer und die Nachricht, das für die Flensburger Förde am Nachmittag Windstärke 5 vorausgesagt wurde, machte es auch nicht besser und als wir dann am Mittag die endgültige Absage für diesen Tag erhielten, war es zwar klar – aber schon sehr enttäuschend.

Wir hatten zwar einen schönen Nachmittag, aber irgendwie war es für mich anstrengend. Meine Schwester war schon bei meiner Ankunft extrem aufgekratzt, ich fühlte mich lautstärketechnik überfordert und körperlich ausgelaugt…und nach der Absage war ich dann enfach insgeamt nicht so gut drauf. Gegen 18 Uhr hab ich schon die Heimreise angetreten. Zuhause hab ich mich dann auf die Couch verzogen und nichts mehr gemacht.,,,also gar nichts mehr.

Gleich nach dem Aufstehen heute, noch während der Kaffee kochte, hab ich angefangen aufzuräumen…ohne weiter darüber nachzudenken, hab ich Deko-Kram in die Schränke geräumt und alles, was irgendwo rum lag oder stand angefangen fortzuräumen.

Dann wurde es mir bewusst, was ich da mache: ich folge hier meinem immer wiederkehrenden ureigensten Prinzip von: Äußere Ordnung = innere Ordnung.

Es ist ein, für mich, untrügliches Zeichen, das ich innerlich angespannt bin, mich nicht wohl oder zufrieden fühle und zeigt mir, das es richtig war gestern schon so früh wieder nach Hause zu fahren…es war einfach zuviel Neues in der letzten Woche, zuviel Kommunikation, zuviel Unruhe im Job und Privat.

Ich nutze also den heutigen Sonntag um wieder Kraft zu tanken..eben mit weiter Aufräumen, Entspannen, auf dem Balkon den Vögel zuschauen und die Ruhe geniessen (aktuell sitze ich hier bei 15 Grad und Wind in Jacke und Decke gehüllt). Mal sehen was ich später noch machen werde….auf jeden Fall bleibe ich in der Nähe, denn das gestern waren dann ja auch 280km die ich insgesamt gefahren bin. Ich hab hier 3 Moore in der Nähe…oder ich fahre in den Wald in der Nähe….oder oder…..

Aber jetzt will ich mich noch gar nicht entscheiden. Das Leben kann gerne drumherum toben und mich aussenvor lassen…..ich will nur hier sitzen, Kaffee trinken, die Vögel an den Futterstationen beobachten, dem Wind lauschen der durch die Bäume fährt und die Stille drumherum geniessen.

Das sind meine Kraftquellen….

Ein Körper namens Schmerz

Was Adrenalin und Ergeiz alles bewirken können, hab ich Sonntagabend erlebt…die Muskulatur hat an einigen, auch ungewohnten, Stellen mit Muskelkater reagiert…vor allem an den Innen-Schenkeln und den Oberarmen..dazu kam noch ein leichter Muskelkater in Schulter- und Bauchmuskulatur. Keinerlei Probleme hatte ich im Rücken, obwohl man die gesamte Zeit leicht vornübergebeugt sitzt…die Rückenlehne ist nicht zum Anlehnen da.

Was mich aber aber komplett lahmgelegt hat, waren heftigste Schmerzen in den Unteramren und Händen. Die Belastung war wohl zu stark…Zwei Tage und fast zwei Nächte hat es gedauert, bis die Schmerzen wieder weg waren. Es schien als ob die Sehnen und Faszien aufbegehren…der Muskelkater blieb noch etwas länger.

Während der beiden Tage am Wochenende, hab ich die Be-und Überbelastung nicht wahr genommen…und hatte auch nicht den Eindruck, das ich zuviel Kraft aus den Unterarmen hole…aber die verschiedenen Techniken, die wir immer wieder geübt haben, waren eben auch ungewohnte Bewegungen für die Arme….und der Wochendend-Kurs hat eben vieles komprimiert in kurzer Zeit abverlangt. Ich bin ja niemand der freiwillig zurück bleibt..ich bin in jeder sportlichen Form ehrgeizig…muss zwar nicht mehr ganz vorne dabei sein, aber abhängen lassen ist nicht drin…und ja, es war anstrengend.

Beim ersten regulären 2Std.-Training in dieser Woche, hatte ich danach keine Schmerzen in den Unterarmen…ist wohl alles eine Sache von Übung und Gewohnheit…und natürlich der richtigen Technik.

Auf der Elbe – im Kajak (2)

Es ist schon erstaunlich, wie schnell mein Leben mich aus meiner Komfortzone holen kann, wenn ich aktiver unterwegs bin. Es fordert mich gerade auf positive Weise und lockt mich damit aus meiner so lieb-gewonnenen Isolation.

Der 2. Teil des Kajak-Kurses am Sonntag fing wieder um 10 Uhr Vormittags an und ging bis zum späten Nachmittag. Ohne lange Vorreden hieß es dann auch: umziehen, Kajak zugeteilt bekommen und entsprechend einstellen und ab auf die Elbe.

Bei schönstem Sonnenschein und nur leichtem Wind waren wir insgesamt mehrere Stunden auf dem Wasser (mit Pause)…haben weitere Paddel-Techniken gelernt, fangen gespielt und sogar die Fahrrinne de Elbe überquert, haben den Wellen der vorbeifahrenden Schiffe getrotzt und uns km um km paddelnd fortbewegt.

Beim Trainieren des Ausstiegs an einem höhergelegenen Steg, hab ich nun endgültig begriffen, das ich dabei eher wie eine schwerfällige Robbe aussehe und das niemals mit Eleganz hinbekommen werde….zum Glück war ich nicht die Einzige. Der Trainer meinte dann auch, es gibt viele Vereinsmitglieder die ausschließlich vom Strand aus starten können und Stege vermeiden.

Obwohl ich Oberarme und Schultern regelmässig trainiere, war ich nie ein Fan von Klimmzügen oder auch Liegestütz….und genau diese Fähigkeit fehlt mir jetzt. Ab jetzt heißt es jeden Abend Liegestütz machen.

Für alle Teilnehmer, die bis zu dem Zeitpunkt noch nicht unfreiwillig gekentert sind, kam dann zum Schluß noch die Kenter-Übung….ja auch ICH musste – natürlich freiwillig – das Kajak über den Kipppunkt hinaus kippen, bis ich im trüben Wasser landete.

Hab ich schon einmal erwähnt, das ich kaltes Wasser hasse? ..ich gehe nicht mal ins Freibad wenn es heiß draussen ist…aber durch die Sonne, die körperliche Anstrengung und weil das Wasser sogar schon 18 Grad hatte, fand ich die Abkühlung sogar angenehm.. Es gelang mir augenblicklich die Spritzschutzdecke zu lösen und aus dem Kajak auszusteigen, behielt dabei sogar das Paddel in der Hand. Aber ich war ja auch darauf vorbereitet…wenn das plötzlich passiert, ist die Frage, wie schnell ich dann reagieren werde…aber dafür wird es auch immer wieder geübt.

Dann folgte der Wiedereinstieg ins Boot mit Hilfe eines Retters….denn das Boot muss ja erst einmal vom Wasser befreit werden…das geht nicht allein…deshalb muss jeder im Laufe der Zeit auch das Retten üben und nicht nur das gerettet werden. Ich muss aber erst einmal lernen mit Hilfe eines Trainers wieder zurück ins Kajak zu kommen, um weiter paddeln zu können.

Bäuchlings quer über dem Kajak hängend, hat mich die Aussage „Du musst jetzt deinen Körper drehen“ in ziemliche Nöte gebracht, wusste ich doch nicht, in welche Richtung ich mich wie drehen sollte, so das der 1. Versuch scheiterte, bis ich dann begriff was genau ich wie an meinem Körper wann, wie drehen muss….also irgendwann saß ich dann wieder richtig drinnen- triefend nass von oben bis unten, mit immer noch viel Wasser im Boot und mächtig stolz auf mich selbst – geschafft.

Am Ende dieser 2 Tage hatten wir alle die Anforderungen für den EPP 1 geschafft…den Europäischen Paddel-Paß, 1. Stufe…damit sind wir berechtigt ab sofort am regulären Vereinstraining auf der Elbe teilzunehmen.

Auf der Elbe – im Kajak (1)

Einen Grundkurs an nur einem Wochenende zu machen, anstatt in 4 Wochen je 1 Einheit ist schon eine Herausforderung für den Körper….macht aber Spaß.

Dabei hatte ich extra in den letzten Wochen vor allem das Krafttraining für den Oberkörper verstärkt…trotzdem spüre ich, nach den insgesamt 3 Stunden gestern auf dem Wasser, vor allem an den Unterarmen. Uns Anfängern fehlt einfach noch eine Menge an Technik…auch wenn ich schon an mir selber leichte Fortschritte bemerke.

Es ging nicht um sanftes Paddeln auf einem stillen Gewässer, sondern um kraftvolle Paddelschläge mit unterschiedlichen Techniken und um Wendigkeit und auch Schnelligkeit. Ich bin ja kein Freund von solchen Spielen und Fangen spielen im Kajak finde ich persönlich auch nicht so prickelig, aber es ging dabei hauptsächlich um die Anwendung der vorher gelernten verschiedenen Paddeltechniken.

Es ist eine sehr gemischte Gruppe und wir haben mehrere Übungsleiter, die uns ständig im Auge behalten. Die Wellen auf der Elbe machen mir sogar Spaß, aber einen gehörigen Respekt habe ich vor den Strömungen im Wasser.

Einmal bin ich zu eng um ein Hindernis gefahren und wurde von der Gegenströmung immer wieder zurück an meinen Ausgangspunkt getrieben….bis ich es endlich geschafft hatte, mit viel Kraftaufwand (anstatt Technik) mich in einem weiteren Bogen um das Hindernis zu bugsieren.

Es gab auch etwas Theorie mit einer Präsentation auf der großen Leinwand…so für ca. 1/2 Stunde…aber da ging es nicht in die Tiefe der Themen…aber eben etwas über Strömungen, Gezeiten der Elbe und Bedeutung der farblichen Bojen usw.

…..ein toller Tag

Scheu vor Menschen

Meine Scheu vor den Menschen nimmt gerade mal wieder viel Raum ein….und der Fluchtreflex ist groß, vielleicht sollte ich den Kurs heute doch lieber absagen?

Dabei freue ich mich seit einem Jahr darauf, das es endlich los geht…wenn da nur nicht die fremden Menschen wären.

Dabei bin ich im „Erst-Kontakt“ super…bin dann meistens super locker, schlagfertig und lustig…kann das Schweigen der Masse durchbrechen und Menschen zum Reden bringen. Aber wenn ich den gleichen Menschen dann mehrmals begegne werde ich von mal zu mal zurückhaltender und stiller…und unsicherer.

Das ist schon ein sehr merkwürdiges Verhalten, erklärt sich aber dadurch, das ich mich bei einem fremden Erst-Kontakt i.d.R. nicht wirklich öffnen muss…wenn ich aber Menschen öfter treffe, wie z.B. in einem Verein, dann muss ich die ja ein Stückweit in mein Leben lassen…muss mich öffnen – und das hab ich in den letzten Jahren verlernt. Bin ja auch sehr zufrieden mit meinem Leben, wie es ist.

Wie anders sind doch meine alten Kontakte, die – die mich schon seit Jahren kennen….so wie ich vor ein paar Wochen meinen ehemaligen Tanzpartner zu Besuch hatte…da hatte ich keine Scheu mich zu öffnen…der kennt mich ja ziemlich gut und weiß, wie ich ticke, da brauche ich mich nicht zu erklären…das war ein tolles Wochenende.

Aber neue Menschen in mein Leben lassen will ich eigentlich nicht…oder doch, ja schon…wenn da nur nicht diese Hürde wäre… Ich bin 54 Jahre alt, eine gestandene Frau, selbstbewusst und stark, stehe mitten im Leben, bin unabhängig und hatte bisher immer viel Erfolg im Leben…..und doch kommt da immer noch das kleine, pummelige, extrem schüchterne und introvertierte Kind zum Vorschein und übernimmt die Regie in meiner Gefühlswelt.

Natürlich gebe ich dem Fluchtreflex nicht nach…obwohl er dieses Mal schon sehr stark ist, seit ich weiß, das der Kurs heute insgesamt über 8 Stunden geht. Ich dachte die Stunden würden sich besser auf die beiden Tage verteilen.

Wie heißt es so schön: Auch dieser Tag wird vorüber gehen.

Und heute Abend weiß ich dann hoffentlich mehr, ob ich es mir vorstellen kann ein paar der Menschen dort in mein Leben zu lassen. Denn das war ja der ursprüngliche Plan: ich suche mir einen Sport der mir gefällt, gehe damit in einen Verein und baue hier neue Sozialkontakte auf….seufz….wenn da nur die Menschen nicht wären…..

spannende Aktivitäten voraus

Ich hab bisher noch gar nicht erwähnt, das die nächsten 2 Wochenende auch wieder aufregend werden.

Am nächsten Wochenende werde ich den Kajak-Grundkurs doch noch absolvieren können….es hat geklappt mit dem Wechsel in die Wochenend-Gruppe, nachdem ich ja krankheitsbedingt im Mai absagen musste. Boa – also in den nächsten Tagen darf mir jetzt aber nichts mehr dazwischen kommen…das ist die letzte Chance für dieses Jahr.

Und eine Woche später soll jetzt endlich auch die Ballonfahrt statt finden….im letzten Jahr hatte es wegen des stürmischen Wetters ja nicht mehr geklappt. Dafür ist die Fahrt jetzt auch, wie ursprünglich geplant, in der Nähe von Flensburg und nicht in Kiel…und so werde ich dann schon wieder bei meiner Familie übernachten….meine Schwester meinte dann auch, sie wird das Oberbett vom Wochenende einfach in „meinem“ Zimmer (also dem Gästezimmer) lassen und nur eine Tagesdecke drüber legen…weil ich in 14 Tagen schon wieder da sein werde. Erst hab ich es gar nicht kapiert…dann meinte sie, unser Termin ist gegen Abend….ach so…ja dann.

Allerdings kommt es wieder auf das Wetter an. So eine Fahrt im Heißluftballon gegen Abend, das ist genau das, was ich gerne wollte. Mal sehen ob das alles so klappt.

Schwimmen, Regen und Dampf

Mit einem frisch gereinigten Auto ist es auf jeden Fall schöner eine längere Strecke zu fahren…durch meine vielen Spaziergänge, Walkingrunden oder Wanderausflüge mit den groben Wanderstiefeln, landet doch eine Menge Sand, Kies und Dreck im Auto.

Auf der Fahrt nach Flensburg, Samstagmorgen ,konnte ich, auch ohne Blick in den Kalender, feststellen das in NRW die Sommerferien begonnen hatten. Die meisten Autokennzeichen die mit mir noch weiter nach Norden wollten, stammten aus dem bevölkerungsreichstem Bundesland in dem ich groß geworden bin…viele KFZ-Kennzeichen sind mir daher vertraut oder zumindest geläufig. Es war voll auf der Autobahn, aber es floss ohne Stau und ich kam kurz vor dem verabredeten Zeitpunkt bei Schwester+Schwager an.

In den letzten Tagen hatten wir uns darauf verständigt, das wir beim ursprünglichen Plan bleiben und nicht zur Kieler Woche fahren. Wir werden am Abend auf dem Balkon grillen und zuvor geht es kurz vor die dänische Grenze zu einem großen Hotel, das einen Innenpool und einen riesigen Außenpool, sowie einige Saunen auch externen Gästen anbietet. Die Beiden waren vor der Pandemie oft dort und hatten noch Gutscheine….und mich dorthin eingeladen.

Das Wetter war super sonnig und windstill…wir schwammen also draußen und gegen Mittag hatten wir fast den gesamten Außen-Pool und auch die Saunen, für uns alleine. Und während meine Schwester und ich in den verschiedenen Saunen waren, hat mein Schwager die Zeit im Pool oder auf dem Liegestuhl verbracht.

Wir konnten also ziemlich ungestört unsere Bahnen ziehen….endlich mal wieder richtig schwimmen und das in einem nur leicht kalten Außenpool, bei Sonnenschein…ich fühlte mich wie im Urlaub.

An einen Sonnenschutz hatte ich jedoch nicht gedacht….meine Schwester ist fast immer für ALLE Gelegenheiten gerüstet.. so auch für diesen….aber letztlich hatten wir am Ende des Tages trotzdem einen leichten Sonnenbrand….bei mir war es nur zum Glück ganz leicht unterhalb meiner empfindlichen Augenpartie.

Im Laufe des frühen Nachmittags zogen sich immer mehr Wolken über uns zusammen und die Außentemperatur nahm schlagartig ab, so das ich das vorher als kalt empfundene Wasser, auf einmal als angenehm warm empfand……da war es, das eigentlich schon für den Vormittag angesagte Regenwetter…und während wir bereits wieder in den Umkleiden waren, prasselte der Regen runter.

Nur ein paar Meter weiter, an einem Stand gab es dann noch das unbedingt notwendige original dänische Hotdog…da hatte der Regen gerade wieder aufgehört und es entstand eine sehr surreale Atmosphäre.. Der auf den aufgeheizten Asphalt treffende Regen verdampfte und zwar nicht nur ein bisschen, sondern so richtig sichtbar…auf dem gesamten Gelände dampfe der Boden. Das sah gespenstisch aus.

Es war schön, wieder ausgiebig schwimmen und tauchen zu können….aber ich war dann auch platt, als wir später, schon wieder bei Sonnenschein, auf dem Balkon saßen….bei leckerem Eiskaffee….und ich brauchte mich um nichts zu kümmern…..