Dieser unvermutet starke Wintereinbruch, mitten im Frühling, zusammen mit meinem Bedürfnis mich zurück zu ziehen führte zu unzufriedenen Momenten…mir war kalt, ich wollte eigentlich gar nirgendwo hin…aber die Knochen wollten bewegt und der Kopf wollte beschäftigt werden….
Also bin ich beim größten Sturm am Montag in den Stadtforst gefahren….innerhalb wenige rMinuten hat sich das Wetter mehrmals komplett gedreht:
Erst hat es nur geregnet und gestürmt….unmittelbar danach wurde diese Weide punktuell mit Sonne überschüttet und es war auf einmal windstill.
Hinter der Weide im Wald, bogen sich nur ein paar Minuten später die hohen Kiefern im wieder laut tosenden Wind
und sofort danach prasselte der Hagel mit unerbittlicher Kraft:
Die Windböen verfingen sich in den hohen Bäumen …und so ganz wohl fühlte ich mich nicht dabei….vielleicht doch keine so gute Idee bei dem Wetter in den Wald zu gehen….aber zum Auto musste ich ja noch zurück….
Und kaum war ich wieder zuhause, lag eine dünne Schneeschicht auf meinem Balkon….
Alles musste nun schneller gehen, als eigentlich geplant…also Wohnung aufräumen, ein Gästebett im Kleiderzimmer herrichten…und das obwohl ich im gesamten Zimmer durch die angefangene Aus-und Räumaktion der Schränke überall Kleidungsstücke rumliegen hatte….also das musste unbedingt auch noch fertig werden.
Auf der anderen Seite passte das prima, dann konnte meine Schwester gleich mal durch die Sachen schauen, ob sie davon etwas gebrauchen kann. Sie ist zwar etwas kleiner, und auch etwas schmaler gebaut (seit der Diabetes-Diagnose hat sie 8KG abgenommen)…aber beide sind wir mit Kleidergrößen zwischen 38-42 jetzt nicht weit voneinander entfernt…nur das ihr Körperbau eher zierlich gerade ist, während meiner mit etwas breiteren Hüften eher weiblich geformt ist…das macht die Weitergabe von Röcken und Hosen nur selten möglich….aber Blusen, Shirts und Jacken lassen sich problemlos tauschen….und sie verträgt viele der Stoffe, bei denen mein Körper sofort mit Hitzewallungen reagiert….hahaha…ich hab mich jetzt von vielen Teilen getrennt, die ich so schon lange nicht mehr tragen kann.
Die innere Unruhe der letzten Tage setzte sich aber weiter fort….weil ich musste ja noch einkaufen…muss ja auch etwas zum Essen anbieten können….Nur selbstgebackenes Brot mit Butter zum Frühstück reicht zwar bei mir…aber nicht wenn ich Besuch bekomme.
JA, es ist zwar meine Schwester, sollte also keine große Sache sein, aber mein ziemlich spontaner Vorschlag hat mich in Zugzwang versetzt und ich bin in der Tat aufgeregt. Ich genieße ja mein Alleinsein….diese Unabhängigkeit, dieses selbst-bestimmte Leben….und ich liebe es allein in meiner Wohnung zu sein…in meiner Trutzburg…..hier bin ich entspannt und fühle mich wohl. Brauche auf niemanden Rücksicht zu nehmen.
Aber ich kämpfe ja immer noch mit den Auswirkungen der Zeit-Umstellung…mit der Müdigkeit…mit Blutdruck und Ruhepuls…und jetzt kommt noch die Aufregung das ich Besuch bekomme hinzu….ich bin das gar nicht mehr gewohnt…ich Eigenbrödler. Also putzen, aufräumen, vorbereiten, einkaufen…ich bin tatsächlich aufgeregt….und freue mich auch ….und mache mir Sorgen um sie, und um meinen Schwager…und auch um mich, weil ich seit Tagen so aufgedreht bin….um mein Herz, das so komisch schlägt…
Zum Schluß bin ich am 31.03. Nachmittags noch auf die Idee kam, zur Begrüßung einen Eiskaffee anzubieten…immerhin sind heute über 20 Grad und die Sonne scheint…ich hab schon die Balkonmöbel aufgestellt und den Sonnenschirm vorbereitet…für einen Kuchen hatte ich keine Energie…aber so ein Eiskaffee mit Vanilleeis geht schnell und unkompliziert…aber dafür musste ich noch einmal los…
Schon seit ein paar Wochen ist geplant das Schwester+Schwager Ostern zu mir kommen. Mein Schwager muss unbedingt mal raus …und Beide waren ja lange krank zuhause….Es würde Beiden gut tun, nach so langen Monaten mal wieder für 1 Nacht woanders zu sein.
Also war geplant das sie Ostersamstag zu mir kommen, wir in Pinneberg einkaufen gehen ohne Termin (Flensburg hat aktuell nur Einkaufen mit Terminen)…ich koche für den Abend und Oster-Sonntag bereite ich einen Oster-Brunch …mit anschließender Wanderung irgendwo in der Natur.
Schleswig-Holstein liegt mit der 7-Tage-Inzidenz ja noch weit unter 100 und die Regelung besagt schon seit ein paar Wochen: Es dürfen sich Personen aus 2 Haushalten treffen mit maximal 5 Erwachsenen = Passt also….
Hätte passen können…dumm nur, das seit Montag für 3 Kreise in Schleswig-Holstein verschärfte Regeln gelten werden und zwar ab dem 01.04. und das sind ausgerechnet: PINNEBERG, Segeberg und FLENSBURG…hier sind die Inzidenzen über 100 und steigen weiter …
Und gerade jetzt wäre es wichtig gewesen, das die Beiden mal raus kommen…seit dem Wochenende ist klar, das meine Schwester nun kurzfristig operiert werden muss….und das macht uns allen Dreien Angst. Ja – es ist ein Routine-Eingriff der in Deutschland hunderttausende Mal im Jahr gemacht wird…aber eine Operation am Auge klingt wirklich nicht ungefährlich….Sie hat am linken Auge den Grauen Star….d.h. die getrübte Linse des Auges wird entfernt und durch eine Kunstlinse ersetzt. Wird das nicht gemacht, kann droht langfristig die Erblindung.
Jetzt ist meine Schwester noch kein 55 Jahre alt, also eigentlich noch viel zu jung für diese Krankeit….aber andere Erkrankungen wie Diabetes können schneller zum Grauen Star führen…und das ist wohl bei ihr passiert….Sie hat seit ca.1.5 Jahren ein Mischform Diabetes 1 und 2. Ich mache mir viele Gedanken und bin voller Sorge.
Als mein Schwager mich informierte, das die Besuchsregelungen zu Ostern jetzt verschärft wurden, waren wir uns ziemlich schnell einig, das wir nun etwas umplanen werden….
Mein Vorschlag war: meine Schwester kommt mich am 31.03. alleine besuchen und bleibt über Nacht (mein Schwager hat keinen Urlaub)…zusammen gedenken wir dann am 01.04. dem 3. Todestag unseres Vaters…..sie fährt dann am 01.04. nachmittags zurück …und ich komme Ostern für einen Tag zu Besuch nach Flensburg.
Den Vorschlag konnten wir ihr aber erst Dienstag Abend machen….und freudig hat sie dann zugestimmt…froh – das wenigsten sie mal rauskommt….und auch das wir einen Schwestern-Abend haben können….
Hmmm, nur mir blieb jetzt wenig Zeit, meine Wohnung schon ein paar Tage früher als ursprünglich geplant, in einen für mich akzeptabel vorzeigbaren Zustand zu versetzen…denn ich hatte die restliche Putzaktion wie Bad und Kleiderzimmer auf meine freien Tage legen wollen….
Dienstag hab ich früher angefangen zu arbeiten und bin auch länger geblieben….aber müde und kaputt bin ich immer noch und diese Unruhe in mir ist immer noch da….Ruhepuls und Blutdruck sind weiter viel zu hoch…und ich hab das Gefühl mein Herz schlägt unrund…mein Darm beginnt den inneren Stress aufzugreifen und fängt auch wieder an zu rebellieren….Mist, Mist….
Diese Woche hat es in sich….Während ich noch mit den Auswirkungen der Zeitumstellung und dem gleichzeitigen Vollmond und einer schlechten Nachricht vom Wochenende kämpfe, wurde meine komplette Woche durcheinander gewirbelt.
Montag Morgen, 7 Uhr Arbeitsbeginn im Büro…ich war da – aber arbeiten konnte ich nicht. Die komplette Server-Farm in DK war am Wochenende ausgefallen. Aus den Mails der Kollegen Vorort konnte ich entnehmen, das sie bereits den gesamten Sonntag, inklusive der Nacht auf Montag versuchten die Probleme zu lösen um alle Programme wieder ans Laufen zu bekommen.
Natürlich wurden zuerst die Programme wieder hergestellt, die nötig sind, um den laufenden Betrieb zu monitoren. Alle vor-und nachgelagerten Abteilungen mussten warten…Also auch Ich. Außer Outlook und Excel lief keines unserer Programme….und wir hatten auch keinen Zugriff auf die gespeicherten Dateien.
Was macht man also, wenn 95% der Arbeitsaufgaben nicht erledigt werden können….zuerst hab ich mich gelangweilt…weil ich ja noch alleine im Büro war, dann hab ich mich mit Kollegen unterhalten, dann bin ich 1/2 Stunde spazieren gegangen…..dann kam der Controller und wir haben uns lange unterhalten…dann hab ich das bisschen Ablage gemacht, was da noch lag….und dann hab ich mich weiter gelangweilt und gemerkt, wie ich langsam immer missmutiger wurde…immerhin wollte ich Mittwoch und Donnerstag Urlaub machen, es ist Monatsende…durch die Zeitumstellung am Wochenende und dem Vollmond bin ich hundemüde und fühle mich wie gerädert… Na zum Glück hatte ich schon in der letzten Woche einen kleinen Zeitpuffer erarbeitet, so das die eiligsten und wichtigsten Aufgaben zum Monatsende bereits erledigt waren….Um 12 Uhr Mittags dann hab ich geschlossen: das war`s jetzt…ich geh nach Hause.
Wohlwissend, das es keinen Sinn macht, unmittelbar nach Hause zu fahren, bin ich bei dem schönen Wetter in den Altonaer Volkspark gegangen….ich musste erst einmal wieder ruhiger werden…mein Blutdruck ist seit dem Wochenende mal wieder viel zu hoch…ich fühlte mich körperlich matt, übermüdet und vor allem komplett überdreht….irgendwie fühlte ich mich gestresst und körperlich angegriffen.
Zwei Stunden bin ich durch den Volkspark gelaufen….bei strahlendem Frühlingswetter bin ich langsam gegangen, hab tief und bewusst geatmet und versucht mich wieder in einen ruhigen normalen Zustand zu bringen. So weit hinein war war ich noch nie im Volkspark und als ich in die Nähe einen schönen großen alten Gasthofes kam, sah ich Menschen mit Kaffeebechern…ooooch komm, da hat scheinbar ein Cafè geöffnet…. tatsächlich das „Bauernhaus“ bietet Kaffee und Kuchen to go….prima: also mit einem Becher Kaffee und einem Stück frischen Apfelkuchen (KEINE Industrieware) bin ich dann weiter gelaufen, bis zur nächsten Parkbank, die lag etwas geschützt und hab mich nieder gelassen…himmlisch: Kaffee und Kuchen, draußen bei Sonnenschein und drumherum Vogelgezwitscher und ansonsten Ruhe…
Später zuhause bin ich dann auf die Couch gefallen und hab erst einmal geschlafen…natürlich war das nicht so klug, so war ich am Abend wieder munter, fühlte mich immer noch aufgekratzt und mein Blutdruck auch noch/wieder viel zu hoch….so hab mich mit dem riesigen Stapel Bügelwäsche beschäftigt und bin am späten Abend noch einmal 1/2 Stunde gelaufen.
In der Nacht auf Dienstag hab ich dann weniger als 4 Stunden geschlafen. Ich war schon um 4:30 Uhr (Sommerzeit, also eigentlich 3:30 Uhr) wieder wach und konnte nicht weiter schlafen…nun gut – also bin ich wieder müde und noch mehr gerädert aufgestanden und früh ins Büro gefahren.
Gestern Abend wurde ich dann zum Glück noch informiert, das die Systeme wieder laufen…okay, also hab ich den Dienstag genutzt, um das versäumte vom Montag aufzuarbeiten … immerhin etwas.
Obwohl der Name: Dosenmoor, eher vermuten lässt, das es sich um ein kleines zusammengepferchtes Gelände handelt, ist es doch eher ein großes…eines der größten Hochmoore in Schleswig-Holstein…und ich hatte vorher noch nie etwas davon gehört. Es liegt nahe bei Neumünster, neben dem Einfelder See…den ich auch noch nicht kenne.
Heute am Sonntag hab ich mich ja regelrecht dazu gezwungen sehr früh aufzustehen und den Tag aktiv zu gestalten, da mir die Umstellung auf die Sommerzeit echte Probleme bereitet.
Die knappen 75km bis zum Moor waren friedlich und ereignislos…und auch auf dem Parkplatz war am Sonntag-Vormittag nichts los…was auch dadurch kam, das ich auf einem Platz stand, der eigentlich nicht offiziell als Parkplatz ausgewiesen war…
Der erste Weg, mitten hinein ins Moor, war mit einem Band abgesperrt und zusätzlich stand auf Schildern, das das Betreten verboten ist…Hoppla…okay – also das Moor wird schon seit Jahren renaturiert…also wieder verwässert und Gefahrenquellen sind an manchen Stellen wohl nur schwer erkennbar…und zusätzlich herrscht gerade Brutzeit….daher waren einige Wege gesperrt….
Aber nur ca. 300 m weiter begannen die schönen zugelassenen Wege …sooo jetzt also hinein und diese schöne Landschaft geniessen…
Die Sonne hat sich jetzt nicht so wirklich blicken lassen….alles sah noch irgendwie farblos nach Winter aus. Aber in die Weite zu schauen….diese klare kühle Luft einzuatmen….dieser gewaltigen Stille zu lauschen (in einem normalen Wald zwitschert und tiriliert es ja ununterbrochen und auf vielfältigste Art…aber hier im Moor war es einfach still)….dazu brauche ich keine Sonne. Mitten im Nichts war eine kleine Anhöhe mit ein paar geschützten Bänken…da hab ich mich nieder gelassen und mein Frühstück ausgepackt…
Für den Rückweg hatte ich mir vorgenommen, direkt am Einfelder See zu laufen…aber da, wo ich die Möglichkeit hatte vom Moor Richtung See zu laufen (ein Bahndamm trennt beide Gebiete)…gab es keinen Zugang zum Spazierweg am Wasser….obwohl ich Menschen gesehen habe, die dort liefen…aber scheinbar war der „Einstieg“ auf der anderen Seite ….ich bin dann eben ein Stück an der Bundesstraße gelaufen, bis ich wieder den Bahndamm in Richtung Moor unterqueren konnte. Dann eben nicht heute…
Okay, also den See werde ich noch einmal gesondert aufsuchen….da der See sehr groß ist, macht es Sinn, dann das Fahrrad mitzunehmen….
Ich war zufrieden mit meinem Ausflug mit knappen 9km….Aber jetzt wollte ich wieder nach Hause….ich hab ja noch einiges vor…
So früh an einem Samstag Morgen im Baumarkt zu sein, das macht schon Spaß…zumindest wenn es draußen stark regnet und dazu auch noch windig ist…um diese Zeit verirren sich dann wirklich nur gaaanz wenige Menge hierher.
Ich konnte also wirklich ganz entspannt durch den großen Baumarkt mit Gartencenter laufen…hab neben den notwendigen Einkäufen (neuer Duschkopf /Dichtungsband / Kabelabdeckung / Sichtschutzfolien) auch noch ein paar nette Kleinigkeiten gefunden….Eine Oster-Dekoschale mit Blumen für den Treppenaufgang und einige Pflanzen für den Balkon…..
Da ich festgestellt habe, das die Rauch-Warnmelder in meiner Wohnung nicht funktionieren (auch nicht nicht neuen Batterien), hab ich gleich mal neue besorgt. Ja, das ist eigentlich Sache des Vermieters, aber ich hab keine Lust auf Diskussionen mit meiner Vermieterin, also mache ich es lieber selbst.
Die Tankstelle ist direkt neben dem Baumarkt…sehr praktisch…..ist also auch erledigt und dann noch die leeren Flaschen zum Getränkemarkt bringen….auch erledigt.
Den Rest des Tages werde ich jetzt so lange zuhause verbringen, bis der Paketdienst kommt (leider können die mir kein Zeitfenster nennen…irgendwann HEUTE soll geliefert werden) …ich hab wieder mal ein paar meiner neuen schönsten Wald-und Wolken-Fotos auf Leinwand ziehen lassen….da freue ich mich schon drauf.
Da ich ja jetzt eh nicht weg kann, kommt es jetzt zum Showdown im Wohnzimmer: der erweiterte Frühjahrsputz …gerade hab ich die riesige hellbeige Couch nicht nur gesaugt, sondern noch mit einem feuchten Tuch komplett bearbeitet….den Boden darunter und dahinter bis in die letzten Ecken vom Staub befreit., was immer einiges an Akrobatik verlangt, durch die fast bodentiefen Schrägen und der großen schweren Couch davor. Es ist einfach unglaublich wie schnell sich hier der Staub sammelt.
Danach hab ich mit einem Schrubber in der Hand und auf Knien rutschend, den kleinen hellen Teppich davor wieder aufgearbeitet…befreit von Schmutz und Staub stellen sich so auch die plattgetretenen Teppichfasern wieder auf. Der Teppich wirkt nun wieder frisch und sauber.
So arbeite ich mich von der einen Seite des Wohnzimmers langsam rüber zur Esszimmerseite und Putzen wird zum Fitness-Training.
Nach 3 Tagen Homeoffice war ich gestern noch der Meinung, ich schaffe das nie mit dem Abgabetermin heute…und bin trotzdem pünktlich in den Feierabend gegangen. Der Tag heute, wieder im Büro, mit 2 großen Bildschirmen und einer Grabesstille auf der gesamten Etage (nanu, wo sind die denn alle hin?) hab ich konzentriert die fertig gestellten Daten verglichen, abgestimmt, nachbearbeitet und erklärt…..sooooo und noch vor meinem regulären Feierabend hab ich die Reports für diese letzte Gesellschaft in die Konzernzentrale gesendet…Geschafft.
Danach hab ich mit dem Prokuristen telefoniert, das er schon mal so ungefähr weiß, wo wir mit den Zahlen gelandet sind und vor allem WARUM die Zahlen so aussehen, wie sie aussehen…..und er damit schon mal ein paar Erklärungshilfen auf dem Schirm hat…danach hab ich noch ein paar Telefonate geführt und mit dem Controller geplaudert und dann ziemlich pünktlich das Weite gesucht.
….im wahrsten Sinne….Feierabend – ab an die Landungsbrücken….erst einmal ein Fischbrötchen essen und dann die kalte Luft um die Nase wehen lassen…
Etwas später ging es dann in und durch den alten Elbtunnel…..da war ich das letzte Mal vor ca. 8 Jahren…da wohnte ich noch in Hessen und war mit meinem heutigen Ex-Freund hier auf Kurz-Urlaub…Aber meine Erinnerungen an den alten Elbtunnel reichen tatsächlich bis in meine Kindheit….
Seitdem ich jetzt hier wohne, wollte ich schon ein paar Mal durch den Tunnel laufen, aber entweder es waren zu viele Leute, oder es war zu heiß, dann kam Corona…aber HEUTE – ganz spontan:
Vor dem Personenaufzug standen Leute und warteten….momentmal – ich wollte doch die Treppe nehmen…hmmm ach ja – da ist ja der „Einstieg“….also erst einmal 24 Meter Treppen runter….
und dann knappe 450 m den Tunnel entlang …..es war fast menschenleer (ein paar Radfahrer und wenige Fußgänger)…..ich mag diese alten Kacheln…und diese unterkühlte Atmosphäre…..am anderen Ende dann wieder über die Treppen 24 Meter nach oben….. und schon ist man ist Steinwerder …..allerdings im Industriegebiet und da macht das Laufen nicht so viel Spaß…da nehme ich bald mal mein Fahrrad mit und erkunde ich weitere Umgebung.
…ich hab also schon nach ein paar Minuten den Rückweg angetreten und dann das gleiche noch einmal in umgekehrter Reihenfolge. Nur dieses Mal hab ich beim Aufstieg am Ende des Tunnels, den Lastenaufzug genommen….hahaha ist doch bequemer….
Das Auto hatte ich in der Nähe vom Michel abstellt…und so bin ich noch ein Weilchen oberhalb der Landungsbrücken und im Alten Elbpark herum gelaufen, hab mich auf einer Bank niedergelassen (Witzig: dieser Flanierweg hat den Straßennamen: „Bei der Erholung“ ) und hab noch etwas auf die Elbe geschaut…..das war ein schöner Abschluss für diesen Tag.
Natürlich blieb es nicht aus, das meine Schwester und ich uns während der Wanderung über Rezepte unterhalten haben…und sie hat schon das gemacht, was ich auch ins Auge gefasst, dann aber irgendwie wieder aus selbigen verloren hatte: GRANOLA ….eine Form des Knusper-Müsli.
Aus meinem Weihnachts-Back-Fundus hab ich immer noch Mandeln, Walnüsse in Schale, getrocknete Feigen und Kokosflocken. Okay die Kokosflocken hab ich dann doch erst einmal wieder zur Seite gelegt….die können sehr schnell zu dominant sein…und ich wollte es erst einmal dezenter ausprobieren.
Also: die Mandel und Walnüsse hab ich gehackt, die Feigen in kleine Stück geschnitten, dazu mit kernigen Haferflocken alles in einer Schüssel gemischt und dann mit Olivenöl und Ahornsirup (es geht auch alles andere wie z.B. Honig oder auch ohne…je nach Geschmack und Anspruch) gut durchgemischt.
Den Backofen auf 175 Grad Umluft vorgeheizt und die lose Masse auf einem mit Backpapier ausgelegten Backblech gegeben. Mittlere Schiene ca. 20 Minuten bakcen lassen und nach den ersten 10 Minuten in regelmässigen Abständen die Masse durcheinander mixen und neu ausbreiten…..zum Schluss immer ein Auge auf den Backofen haben…damit das Granola nicht zu dunkel wird. Das geht zum Ende hin ganz schnell.
Danach aus dem Backofen nehmen und auskühlen lassen…sofort essen oder in einem Schraubglas aufbewahren.
das ganz dunke sind die Feigenstücke…die sind nicht verbrannt, sehen nur sehr dunkel aus 🙂
Ich konnte es nicht abwarten und hab es gleich einmal warm probiert….man ist das lecker…ein bisschen schmeckt es nach gebrannten Mandeln wie auf der Kirmes ,aber nicht so süß. Ich hatte zuerst befürchtet das man das Olivenöl zu deutlich herausschmeckt…aber nein…im Vordergrund ist bei meinem Granola der Nussgeschmack, danach kommt eine leichte Süße.
Das tolle ist, man kann jede Art von Nüssen und Saaten verwenden, ganz nach eigenem Belieben….und kernige Haferflocken sich ja auch ideal für zu hohen Blutdruck…und das Beste daran ist: wenn man es selber macht, weiß man was genau und wieviel davon, drin ist….
….also so langsam kommt der Frühling ja doch noch bei uns an…..aber das dachte ich schon einmal und danach wurde es wieder lausig kalt…aber gestern nun, am 20.03. war offizieller Frühlingsbeginn und heute meinte das Wetter dies unterstreichen zu wollen.
Dabei sah es zuerst gar nicht danach aus…ich bin am Morgen ins Auto gestiegen….heutiges Ausflugsziel: Bordesholm. Die etwas mehr als 1 Stunde Fahrzeit war ruhig und kurzweilig….und diesig. Während der Fahrt dachte ich noch, wäre ja schön gewesen sich mit Schwester+Schwager abzustimmen, um sich dort zu treffen….aber jetzt noch mittendring schreiben: lasst uns doch dort treffen….das wäre ja auch blöd. Vor Fahrtantritt hatte ich aber mitgeteilt wohin ich fahre.
Es war schon fast Frühlingswetter, aber noch kalt, als ich an der Klosterinsel ankam und startete mit meiner Walking-Runde rund um den Bordesholmer See…..eine wirklich schöne, friedliche Atmosphäre strahlte vom See zu mir rüber….
Mit einem kurzem Abstecher zur Klosterkirche…..und weiter ging es um den See….es waren einige Spaziergänger unterwegs…aber nicht zuuu viele….aber alle Menschen, die mir begegnet sind, strahlten…..jeder schien sich darüber zu freuen, das der Winter jetzt ENDLICH vorbei ist….
Ich hatte den See fast 3/4 umrundet, da rief mein Schwager an, ohne Hallo zu sagen, fing er an mir mitzuteilen das die Beiden gerade in einen Zoo wollten, der aber jetzt schon zu viele Besucher hatte….sie kamen nicht mehr rein….aber sie hätten ja eine Jahreskarte und könnten da noch den ganzen Sommer hin…. AHA…ja und? Auf seine umständliche Art versuchte er mir zu erläutern, was ich aber schon zwischen den Zeilen herausgehört hatte….JA also sie könnten in ca. 1/2 Stunde in Bordesholm sein…dann könnten wir uns treffen….
….zuerst war ich von dieser Spontanität leicht überfordert….zumal ich ja meine Runde um den See auch schon bald beendet hätte….aber dann hab ich zugesagt und ihnen den Standort meines Parkplatzes (danke an Google-Maps 🤣) durch gegeben…und ja in 1/2 Stunde sollte ich dann auch wieder bei meinem Auto angekommen sein….
Der Weg um den See war wirklich herrlich und am Ende war eine Runde 5,7km lang…also da geht auch noch eine 2 Runde ganz ohne Probleme.
Das hat dann alles super gepasst…ich war rechtzeitig am Parkplatz, es wurde gerade eine Stellfläche frei und da kamen die Beiden auch schon….oooooccch das war schön….Knuddel-Alarm.
Also sind wir zu Dritt zu einer erneuten Runde um den See aufgebrochen…haben zwischendurch eine Rast eingelegt und gegen Ende der Runde haben wir in einem Bistro am Badestrand warmen Kinderpunsch erstanden und uns am Wasser nieder gelassen…und jetzt strahlte die Sonne auch und es fühlte sich auch schon warm an…so mit dicker Jacke und Mütze .
Damit liege ich heute bis jetzt bei insgesamt fast 18.000 Schritten und 13,5 km (also mit ALLEN Schritten des Tages)….und mit einem entspannten Blutdruck und einem fröhlichen Grinsen im Gesicht…
Das war ein richtig schöner Ausflug und dazu noch mit einem schönen spontanen Familientreffen…wir sehen uns ja zu Ostern bei mir…wenn die Corona-Regeln bis dahin nicht wieder verschärft werden…..
…sooo und jetzt darf der Frühling gerne bleiben….und ich meine wirklich Frühling (bitte nicht gleich wieder zu schnell zu heiß)….
Manchmal passt einfach alles zusammen… Gestern ist es mir gelungen das nahezu perfekte Brot zu backen:
-fast perfekt rund
-perfekte Brotfarbe
-nahezu perfekte Kruste
-ziemlich perfekte Krume
-grandios im Geschmack….
Und was hab ich jetzt anders gemacht…als all die Male zuvor?
Es ist ein reines Weizenmehlbrot nur mit Hefe und Salz….wie sonst auch schon oft..nur die Ruhezeit lag dieses Mal bei fast 30 Stunden…und ich hab die Backzeit für das kleine ca 300g Brot auf knapp 40 Minuten bei 200Grad erhöht….
Die Ruhezeit zu verlängern war keine Absicht, aber aus zeitlichen Gründen hab ich das Brot backen etwas verschoben….Grins….