Nach dem Urlaub komme ich wieder ins Büro und die Kollegen freuen sich, das ich wieder da bin… na das tut meiner Seele gerade mal so richtig gut.
…und mit zunehmend schlechten Wetter geht es mir auch immer besser….ja ich bin froh, das es mal wieder regnet und mit den Tageshöchstwerten von 16-18 Grad kann ich endlich mal wieder auf- und durchatmen….
So lassen sich auch die Hitzewallungen wieder besser aushalten….ich feiere gerade mit denen 10jähriges….seufz….Wie lange muss ich noch? Na nach den Allgemeinen Infos zur Menopause könnten die Beschwerden bis zum 65. Lebensjahre anhalten…..
WHAT? …..also echt? neeeeee bitte nicht….was wären ja noch einmal bis zu 13 weitere Jahre…. Wer hat sich denn diesen Blödsinn ausgedacht…..Das ist unfair…. Ich verlange Gleichberechtigung (hahaha).
Na gut …hilft ja alles nichts….aber unfair finde ich das schon ….grummel….
Wer immer am gleichen Ort gelebt hat und Freundschaften seit der Schulzeit immer noch hat, der braucht sich um das Wesen von Freundschaften keine Gedanken zu machen.
Ich dagegen musste von Klein auf an immer wieder an neuen Orten neu anfangen (Als Erwachsene hab ich mir das dann aber mit den Wohnort-Wechseln selber ausgesucht)….mir fehlt daher dieses tiefe verwurzelt sein mit einem Ort, mit einem Freundeskreis…Zusammen mit einer tief in mir wohnenden Schüchternheit, die mich heute eher als Einzelgänger kennzeichnet, fiel es mir schon immer schwer Freundschaften zu schließen.
Leider neigen gerade meine Freundschaften mit Frauen dazu, das ich immer wieder enttäuscht wurde…spätestens sobald es um Männer ging waren diese Frauen auf einmal gar nicht mehr solidarisch….und ich sollte immer Verständnis haben für abgesagte Verabredungen usw. …und so hab ich das Prinzip „Beste Freundin“ für mich im Laufe der letzten Jahre ad acta gelegt.
Jetzt hab ich wieder einmal feststellen dürfen, wie schwer es ist, über hunderte von Kilometern so etwas wie Freundschaft aufrecht zu erhalten…und ich hab bisher immer gedacht, es liegt an mir….aber das stimmt so nicht…. Ich war immer diejenige die hunderte Kilometer gefahren ist, um Freunde zu treffen und ich überwinde sogar meine Abneigung gegen das Telefonieren um Kontakt zu halten…und auch jetzt wieder hätte ich die „Unannehmlichkeit“ von 2,5 Stunden Fahrt auf mich genommen, um eines meiner Mädels zu treffen, die hoch im Norden Urlaub macht….
Wir hatten uns quasi verabredet, wenn sie mit ihrem Freund am Urlaubsort angekommen ist, meldet sie sich und ich komme dann mit dem Auto zu ihr, damit wir uns für 2-3 Stunden zum Kaffee trinken treffen können…..Alles schien soweit in Ordnung.
Freitag vor 1 Woche rief sie an…sie läge jetzt so faul mit ihrem Freund am See….und es wäre soooo toll, ich solle nicht böse sein aber…..das mit dem Treffen….sie würde es jetzt so genießen, das es mit ihrem Freund gerade mal ganz entspannt läuft.
Wie viele Stunden während und nach der Arbeit hab ich ihr zugehört, sie getröstet, sie ermutigt, sie bestärkt, Rücksicht auf sie genommen…na egal. ich hab ihr noch einen schönen Urlaub gewünscht….
Gestern aber, hab ich mich bereits zum 2. Mal mit meinem ehemaligen Kollegen, der jetzt schon 4 Jahre in Rente ist, und seiner Frau in der Lüneburger Heide getroffen…. Wir haben fast 10 Jahre lang sehr gut zusammen gearbeitet…er für die Konzernmutter…ich für 4 Tochtergesellschaften….und das Treffen war soooo schön.
Wir haben uns in einem Cafè getroffen und zu Dritt einen angeregten und schönen Nachmittag verbracht, wir haben viel gelacht, Jeder hat erzählt mal ernsthaft – mal lustig….ich mag die Beiden sehr und es hat sich inzwischen eine schöne Freundschaft daraus entwickelt….
Und wir haben bereits beschlossen, das es bald das nächste Treffen geben wird……denn die Beiden kommen öfter im Jahr nach Norddeutschland und wenn ich im Herbst für ein Wochenende nach Hessen zurückkomme, soll ich mich vorher melden….
Manchmal kommt Freundschaft auf sehr leisen Pfoten daher….von einer Seite, die man so eigentlich nicht erwartet hätte. Wir reden interessanterweise auch nur noch selten über die Firma, dafür über das Leben und die Welt….ich telefoniere inzwischen öfter mit dem ehemaligen Kollegen, als mit meinen Mädels…..
….und ihm geht es mit der Firma genauso …es gibt eben doch nur wenig Kollegen aus denen sich eine Freundschaft entwickelt….wenn man dann doch nicht mehr zusammen arbeitet. Wir sind eben nicht mehr Teil des Alltags…Wir sind die Exoten ( Er: Rentner / Ich: hab freiwillig die Firma verlassen) und alle Anderen sind in ihrem Alltags-Trott geblieben….Die können mit unseren neuen Lebenswegen nichts anfangen…
Es gibt sie bestimmt, diese Freundschaften fürs Leben….uneigennützig und selbstlos…mir sind solche Freundschaften nicht in die Wiege gelegt und ich reagiere entsprechend empfindlich, wenn ich das Gefühl bekomme, wieder nur als Seelentröster und Helfer in der Not wichtig gewesen zu sein….
…das tut mir weh und dann ziehe ich mich wieder zurück…so bleiben für mich nur sehr wenige, aber überaus wichtige Freundschaften…die ich pflege und die mir den Glauben erhalten, das Freundschaften doch toll sein können….
An meinem 3 .Tag im Urlaub an der Mecklenburgischen-Seenplatte habe dann lieber das Weite gesucht und bin nach Mirow gefahren….Mirow wirbt damit kleiner und beschaulicher zu sein, als Waren.
Auf dem Weg dorthin hab ich in Klink halt gemacht…die haben einen wunderschönen Strand mit flachem Wasser und das läd schon sehr zum Verweilen ein….ich bin eine Weile dort geblieben mit dem Füssen im Wasser…..herrlich.
in Mirow hab ich mir dann das Rad geschnappt und bin wieder einmal kreuz und quer gefahren…außer einem Schlenker zum Schloss hab ich den eigentlichen Ort gemieden….auch hier waren wieder einmal zu viele Menschen.
Das war auch der Grund, warum ich mich dann doch gegen das Paddeln entscheiden habe, zu viel Trubel.
Stattdessen bin ich mit dem Rad ein paar sehr schöne Strecken über Land gefahren…Mein Mittagessen bestand aus einem Fischteller in einer Fischräucherei (reichlich und lecker) und später am Nachmittag hab ich Brötchen und Fleischwurst für das Abendessen gekauft. Ich hatte zu dem Zeitpunkt beschlossen nicht noch einen weiteren Versuch mit den Restaurants vor Ort zu unternehmen.
Es war ein schöner, aber unspektakulärer Tag…Am späteren Abend bin ich dann doch noch einmal in Ruhe und mit der Kühle des Abends durch Waren gelaufen….jetzt konnte ich mir endlich einiges in Ruhe ansehen…..
Soooo und am nächsten Tag ging es dann ja wieder nach Hause…
Resümee: ich werde es im nächsten Jahre noch einmal wagen dort Urlaub zu machen…evtl. zu einer anderen Jahreszeit….vielleicht sind dann weniger Mücken dort, evtl. auch weniger Menschen…ich hatte mir eindeutig mehr von diesem Urlaub versprochen….meine Erwartungshaltung war wahrscheinlich einfach zu hoch..,,,
Enttäuschung: das Ende einer Täuschung…. oder auch: Enttäuschungen sind nicht erfüllte Erwartungen…
Heute habe ich mit einem Thema begonnen, das mich schon eine Weile beschäftigt. Ich hab ja bereits angefangen meinen Hausstand zu verschlanken…so alle 3-4 Monate durchforste ich meine Wohnung erneut nach Dingen, die ich nicht mehr unbedingt aufbewahren möchte…und interessanterweise steigt jedes Mal meine Bereitschaft mich noch weiter von Überflüssigem zu trennen.
Einen großen Bogen hab ich bisher um meine Erinnerungskisten gemacht – bis heute….Als ich eine der Plastikboxen aufmachte kam mir gleich ein muffiger Geruch entgegen…
Obenauf lagen 2 größere Kuscheltiere, die ich als kleines Kind von meinen Urgroßeltern bekommen habe…eine Teddybär, der sogar noch brummen konnte und ein Kuschel-Äffchen….direkt darunter lagen einige der Handarbeitsstücke aus meiner Schulzeit….darunter ein paar Aufsatzhefte…mein Poesie-Album, mein 1. Tagebuch…. Bilder die wir im Kunstunterricht nach verschiedenen Methoden gemalt hatten, Briefe von Brieffreunden, Verwandten…auch die einzigen Briefe meiner Mutter, Bilderalben….kleine Spielzeug-Autos und und und…..jede Menge Modeschmuck-Broschen für die Blazer die ich in den ersten 20 Jahren meines Bürojobs getragen habe (da ich durch eine Allergie keinen Schmuck auf der Haut tragen konnte, hatte ich für jeden Blazer eine Brosche…und ich hatte viele Blazer)
Ich bin heute 52 Jahre alt, hab keine Kinder denen ich das mal zeigen könnte…die Kuscheltiere hab ich sofort in eine Mülltüte getan und auch die Ergebnisse aus dem Handarbeitsunterricht. Um mich an die Kuscheltiere zu erinnern brauche ich diese muffigen Teile nicht….ich hab diese vielgeliebten und geknuddelten Stofftiere auf vielen Bildern die mein Vater damals zu Weihnachten immer gemacht hat.
Und so hab ich es heute tatsächlich geschafft meine Erinnerungskisten zu plündern…ein kleines Plastiktier, das mich seit meinen Baby-Zeiten begleitet hat, bewahre ich auf….ebenso alle Briefe, Tagebücher, Bilderalben, Schulhefte usw…und 2 der schönsten Broschen….und noch ein paar Kleinigkeiten…aber immerhin ein großer Teil ist jetzt weg….und es fühlt sich nicht verkehrt an.
Selbst meine Schwester hat mit vielen meiner Erinnerungsstücke nichts zu tun…und sie könnte damit auch keine Geschichten verbinden….es sind meine Erinnerungen – meine Geschichten und ich habe das Meiste davon in meinen Tagebüchern verewigt und sehr viele davon sind mir auch noch so bewusst.
Was ich allerdings absolut vergessen hatte fand ich in 2 alten Schulheften…ich habe tatsächlich aus der Bravo damals ALLES über „Die Profis“ gesammelt….hahhaha eine britische Serie mit Lewis Collins und Martin Shaw….ich hab alles ausgeschnitten und in die Schulhefte geklebt.. Ich hab es gerade mal gegoogelt. Die Serie gab es von 1974 – 1983 ….ich hatte den Bravo-Starschnitt der Beiden sogar an meiner Kinderzimmer-Tür….
Die neueste Erinnerungskiste ist allerdings erst 6 Jahre alt…und um die habe ich einen großen Bogen gemacht….nein, da gehe ich nicht dran…da ist alles drin was mit dem Turnier-Tanzen zu tun hat….die bleibt genauso, wie sie jetzt ist: verschlossen….Nur nicht die Büchse der Pandora öffnen….
Das sind die Turnierkleider drin, Schuhe, Kratzer, Urkunden, Trainingsschuhe, Trainingsröcke, mein Startbuch, Turnier-Ergebnisstreifen, Startaufstellungen. Das ist alles noch zu nah….zu frisch…da steckt im wahrsten Sinne noch mein Herz drin….
Es stimmt schon, im Urlaub ein paar Tage weg zu fahren, tut gut.
Ich zumindest freue mich jetzt umso mehr wieder hier zu sein. Der Kaffee schmeckt phantastisch…das eigene Bett ist super bequem, mein Balkon bietet einen schönen Platz draußen.
Ich glaube die Reisebranche wird auch zukünftig nicht sooo viel an mir verdienen. Ich hab immer gedacht, das Fernweh wird noch mal kommen, die Lust entfernte Länder kennen zu lernen, den Spaß mich länger irgendwo im Ausland aufzuhalten…. Länder, Menschen, Abenteuer….
Irgendiwe ist genau das Gegenteil eingetreten…mit jeder Reise sind die Tage, die ich irgendwo im Urlaub verbracht habe, weniger geworden.
Die längste Zeit, die ich einmal von meinem eigenen Zuhause fort war, war Anfang der 90er Jahre: 3 Wochen Sprachurlaub in Cambridge…danach waren es immer höchstens 14 Tage Irgendwo…dann stellte ich fest das 10 Tage auch reichen, dann 1 Woche, dann 5 Tage….so und jetzt liege ich also schon bei 3-4 Tagen, die ich als ausreichend empfinde.
Na klar bedeutet das auch, das eine lange Anreise unsinnig ist…aber Flugreisen mit mehr als 3-4 Stunden sind eh nichts für mich, wegen der Enge im Flieger….und Autoreisen innerhalb Europas mit dem Auto bereiten mir sogar Vergnügen, weil ich die schon die Fahrt mit dem Auto als Erholung empfinde, wie z.B. im letzten Jahr als ich noch in der Nähe von Frankfurt gelebt habe und an den Garda-See nach Italien gefahren bin (da war ich fast 10 Stunden unterwegs, weil ich mich verfahren habe hahaha)
Um meine „Rückkehr“ aus dem Urlaub zu feiern bin ich gestern in mein Lieblings-Steakhouse nach Wedel gefahren….dort hab ich sofort einen Platz bekommen, habe wunderbar draussen gesessen, wurde freundlich behandelt und hatte ein ziemlich perfekt gebratenes Steak.
Heute Morgen war mein 1. Gedanke: Ich darf wieder nach Hause fahren. Und das nach 3 Übernachtungen in einem Hotel in Deutschland, also nicht in einem Slum der Welt oder fernab der Zivilisation.
Ich weiß ja, das ich zu den Menschen gehöre, die nicht so gerne lange von Zuhause weg sind. Dabei hab ich mich auf den Urlaub gefreut….mal ein paar Tage raus zu kommen, war auch gut….trotzdem bin ich froh jetzt wieder hier zu sein.
Mein Rückzugsort, meine Trutzburg….hier fühle ich mich wohl und hab alles was ich brauche… hier trampelt Niemand bis fast 24.00 Uhr über mir herum…hier kann ich die Fenster öffnen ohne das „Terror“-Mücken mir das Leben schwer machen…ich kann die Stille auf dem Balkon geniessen und werde nicht zerstochen….
An meinem 1. Abend im Urlaub hab ich einen Anruf von einem guten Freund erhalten und wir haben eine Weile geplaudert. Er lebt auch alleine und hat mich gefragt, warum ich eigentlich in Urlaub fahre (gerade jetzt während der Corona-Zeit) wenn ich ja auch im Urlaub alleine bin…da könnte ich ja auch Zuhause bleiben…..
Bei solchen Sonnenuntergängen frage ich mich das auch:
Hmmm da mein Leben hier im Norden Deutschlands in manchen Teilen inzwischen meinem Ideal eines Urlaubs entspricht (Ruhe / Erholung / Wandern / Radfahren / Wasser und Strand) sollte ich mir tatsächlich überlegen, wie ich zukünftige Urlaube anders gestalten kann, damit sie sich noch mehr von meinem normalen Leben unterscheiden…. meine Wochenend-Ausflüge ähneln ja schon sehr diesem „Urlaub“, nur das ich Abends wieder in meinem eigenen Bett schlafen kann.
Da Verschwörungs-Theorien ja gerade so populär sind, bastele ich mir gerade meine eigene…die Mücken-Verschwörung:
Ich war am ersten Tag im Urlaub, noch nicht ganz vom Parkplatz zum Hotel gelaufen, da wurde ich bereits Opfer einer riesigen Mücke….was es war, oder wie sie aussah: KEINE Ahnung so ohne Lesebrille….aber das Viech hat mich gestochen oder vielleicht auch gebissen…der Moment des Angriffs tat jedoch richtig weh…und auch jetzt ,4 Tage danach, ist mein Unterarm immer noch etwas geschwollen, leuchtet in verschiedenen Rottönen, die Haut spannt und fühlt sich heiß an, juckt ziemlich und in der Mitte prangt ein kleiner Krater in meiner Haut.
Das war das Signal, damit fing alles an…..für alle insgemein verbündeten Mücken und sonstigen Stech-Viecher in der Umgebung war ich damit markiert, zum Abschuss freigegeben.
Das ich vorher den ganzen Tag im Wald unbehelligt unterwegs war mit ärmellosem Shirt und kurzen Hosen…egal…ab dem Zeitpunkt des ersten Angriffs stand ich im Fokus einer im geheimen operierenden Terror-Mücken-Zelle….
Sobald ich auch nur einen Schritt vor die Tür des Hotels trat, startete eine fast unsichtbare Armee ihren Angriff…. blieb ich stehen, konnte ich sogar dabei zuschauen, wie sich die etwas Größeren ihren Teil meines Blutes sicherten…die ganz Kleinen hab ich nur daran erkannt , das es hinterher juckte und ein dicker werdender roter Fleck blieb…
Mein Hotelzimmer besaß 3 Fenster…nur das ich bereits ab dem 2. Tag keines mehr davon aufmachte….wer kennt es nicht, dieses hohe unverkennbare Sirren einer herannahenden Mücke…. EINER? ….bei mir war es ein kleines Angriffs-Kommando von mindestens Dreien… ich habe Stunden in der Nacht damit verbracht mich gegen die Eindringlinge zu wehren und war kurz davor mich in meinem Auto in Sicherheit zu bringen….da endlich war ich der Sieger…für diese Nacht…in den darauffolgenden Nächten hab ich die Fenster dann überhaupt nicht mehr geöffnet.
Aber die Mächtigen Verschwörer gaben nicht auf, warteten im Hinterhalt darauf, das ich vor die Türe trat….jawohl ich bin Opfer einer global agierenden, national-verbundenen Vereinigung verschiedenster Stech-Tiere….Ihr Ziel ist es maximale Verunsicherung und Angst vor den Stichen zu erzeugen…
…schon fing ich an bei kleinsten Viechern in meiner Nähe, bei kleinsten Berührungen auf meiner Haut hektisch mit der Hand alles weg zu wischen….nicht noch mehr Stiche/ Bisse….
Hocherhobenen Hauptes, aber dafür mit Jacke und langen Hosen gewappnet, habe ich am Ende meines Urlaubs die Heimreise angetreten….und damit der Verschwörung das Ziel genommen….aber es wird neue Ziele geben…ich bin dann aber 300km entfernt…und hier in meiner norddeutschen Provinzstadt sind die Mücken wieder zu ertragen.
Gut gelaunt gestartet bin ich bei leichtem Regen erst einmal in den Ort: Waren gefahren…habe dort in einer Bäckerei gefrühstückt. Nach dem Thema mit 3-Gänge-Menü wollte ich das Frühstück im Hotel dann doch nicht dazu buchen.
Aus dem leichten Regen wurde am Vormittag dann so ein richtig lang anhaltender…aber die Luft war noch angenehm…also hab ich noch eine kleine Shoppingtour gemacht.
Der Regen blieb, die Luft wurde zunehmend wärmer und damit schwül…in Waren wurde es erstaunlich voll….und meine Laune sank ganz allmählich.
Nach dem vergeblichen Versuch zum Mittagessen am Hafen oder in de Innenstadt einen Platz in einem Restaurant zu bekommen (die Kellner blickten nicht einmal auf, wenn sie einem mürrisch ihr NEIN entgegen brachten….nach so langen Wochen im Shutdown muss man das freundlich sein wahrscheinlich erst wieder lernen.), blieb es bei einem Fischbrötchen auf dem Wochenmarkt.
Aber Hallo der Backfisch kam heiß und frisch und sehr freundlich über die Ladentheke und war einfach lecker…..ich hab mir einen Unterstand gesucht um in Ruhe essen zu können.
Familien mit quengelnden Kindern (ich will nicht ins Museum, Ich hab keinen Hunger, ich will ein Eis)…und genervten Eltern (Vater mit dem Versuch zu beschwichtigen: Du brauchst Dir ja nichts anzuschauen, wir gehen nur durch. Mutter motzend zu den 4 Kindern: Es ist Mittag – JETZT wird etwas gegessen) machten es mir nicht leicht den Abstand einzuhalten. Und ältere Menschen die ihre Regenschirme wie Waffen einsetzen machten es mir auch nicht leicht, freundlich zu bleiben.
In einem Eiscafé am Hafen dann endlich ein Platz um sich nieder zu lassen und mit einem großen Erdbeerbecher war ich wieder mit der Welt versöhnt.
Doch der Gang durch die Innenstadt, selbst bei diesem Regen, war ein Spießrutenlaufen…In einem Geschäft war ich gerade in einer Umkleidekabine und eine Verkäuferin davor beschwerte sich bitterlich bei der anderen über die Kunden…das ging mehrere Minutenlang so, sie beschwerte sich lautstark wie wenig sich die Kunden erziehen lassen, das sie Sachen falsch zurück hängen usw…..
Ja ich kann ihren Ärger ja verstehen….würde mich auch nerven., das Wetter, die Kunden, das Leben….aber mir machte es dann überhaupt keinen Spaß mehr noch weiter in dem Laden zu stöbern…und das, was ich mir schon ausgesucht hatte, hab ich wieder zurück gelegt. Der Verkäuferin hab ich es auch gesagt, das ich es nicht gut finde, das sie sich so über die Kunden beschwert, denn ich bin ja auch Kunde und habe jetzt die Lust verloren hier überhaupt etwas zu kaufen. Sie hat mich etwas verdattert angeschaut, blieb aber stumm.
…und ich hatte jetzt wirklich keine Lust mehr auf diesen Ort, diese Menschenmassen. Selbst ohne Corona mag ich es nicht von so vielen Menschen umgeben zu sein….ich bin in den Naturschutzpark gefahren, habe mir mein Rad geschnappt und mich in den Wald verzogen….hahahaha
…..endlich Ruhe und Erholung…trotz des Dauerregens..jetzt weiß ich wieder, warum ich in der Regel touristische Orte meide…
Wisst Ihr wie schön es klingt, wenn der Regen auf die Blätter im Wald fällt und auf den Moorsee…..ganz sanft….zaghaft und leise….
Am späten Nachmittag war der Regen vorbei, ich war vollkommen verschwitzt durch die Schwüle, den Regen und das Radfahren…im Hotel bin ich dann noch einmal unter die Dusche und danach bin ich in eine Art Schockstarre gefallen…
….in so ein schwarzes Loch. Ich wollte mich nicht mehr bewegen…konnte mich nicht aufraffen irgendetwas zu tun…ich dachte sogar darüber nach abzureisen…aber dafür hätte ich mich ja entscheiden müssen…mich bewegen müssen…ich hab einfach dagesessen und vor mich hingestarrt.
Ich muss zugeben, das kam nicht ganz unerwartet…schon seit letzter Woche merke ich zunehmend, das ich mal wieder in so eine Stille drifte. Ich hab versucht es abzufedern, zu umschiffen. Aber alles ist anstrengender geworden: das Bewegen, das Aufraffen…die Diskussionen (auch hier im Blog). Ich bin sehr schnell mental erschöpft…ich bewege mich in Summe weniger, das bekommt mir auch nicht so gut.
Also gestern Abend hab ich dann irgendwann angefangen mich doch wieder zu bewegen, langsam und unkoordiniert hab ich einige Klamotten zusammen gesucht und diese in die Reisetasche gepackt….was ich so nicht mehr brauche, habe die noch vorhandenen Reste meines Reiseproviants gegessen und mich langsam aber zunehmend aus meiner Starre gelöst. Okay – also ich bleibe noch bis Morgen…dann schaue ich mal weiter.
Heute Morgen ist diese innere Starre weg und das schwarze Loch ebenfalls…aber ich lechze weiter nach Ruhe…ich werde es heute also vermeiden in die größeren Orte zu fahren…. Also weiter geht es mit dem Urlaub
Schon gleich bei der Ankunft wurde ich von einer freundlichen Stechmücke empfangen…die war ca. 3 cm groß….und als sie sich dann sehr schmerzhaft bemerkbar gemacht hatte….hab ich sie nur noch mit dem Autoschlüssel von mir runter gekratzt…..so ohne Lesebrille konnte ich sie auch nicht näher begutachten.
Der freundliche Herr am Empfang bot mir an, NACH der Anmeldeprozedur mit doppeltem Eintragen meiner persönlichen Daten (einmal fürs Hotel , einmal als Corona-Nachweis) mir einen Eiswürfel für meinen Arm zu besorgen.
Mein Unterarm schwoll dann auch schön an…aber mit Hilfe eines Kühlakkus aus meiner Kühltasche konnte ich die Schwellung stoppen…aber weh tut es immer noch…aua…dabei ist es schon ein paar Stunden her.
Nach dieser kurzen unangenehmen Episode hab ich mich auf den Weg zum Ivenacker Baumwipfelpfad gemacht. Dieser liegt in einem Tierpark….aber es ist mehr ein Baumpark…Tiere gab es wirklich nur sehr wenige zu sehen….nicht mal die Wiesente….und DIE hätte ich gerne gesehen.
Aber alleine für den Baumwipfelpfad hat sich der Eintritt von 9 EUR gelohnt…Ich war erst am Nachmittag dort, und da waren die meisten Besucher schon wieder auf dem Weg zum Auto…so hatte ich den größten Teil des Parks fast für mich alleine….
Der Aufstieg zu den Baumwipfeln war schön…die teilweise bis zu 1000jährigen Eichen sind wirklich imposant und so bin ich zwei entspannte Stunden durch einen wunderschönen alten Baumbestand gelaufen…dicht an dicht … so war die Hitze des Tages sehr gut auszuhalten und meine Seele konnte ich baumeln lassen.
KLeine Anekdote am Rande: Eine Frau hat sich auf diesem Weg verlaufen…..Wie man evtl. auf dem Bild oben sehen kann, ist der Pfad nicht sehr breit und die Besucher wurden mit Text und Pfeilen auf als „Einbahnstraßen-System“ hingewiesen….der Weg führt langsam und mit einigen Schlenkern auf insgesamt 20 m Höhe. Es ist also nicht schwer ihm zu folgen und am Ende ist ein Turm mit einer Aussichtsplattform auf 30m Höhe und gleichzeitig mit einem Abstieg um die Besucher wieder zum Boden zu bringen.
Auf dem 1. Drittel kam mir eine Frau (Ohne Maske – bei Maskenpflicht) entgegen, als sie mich sah, zog sie schnell den Mund-Nase-Schutz über. Als ich sie auf das Einbahnstraßen-System aufmerksam machte, meinte sie, es würde da oben nicht weiter gehen…es gäbe keinen Abstieg…und ist dann weiter runter gelaufen…nur das Unten am Eingang zwar eine Drehtür ist, aber die ist so gebaut, das man zwar rein, nicht aber raus kann….
Später als ich am Ende der schönen Tour von der Aussichtsplattform nach unten laufen wollte, traf ich die Frau wieder….jetzt hätte sie es doch noch gefunden hahaha- sehr schön…
Es ist immer schwer wenn Andere versuchen ihre Vorstellungen für mich durch zusetzen….
Das Hotel in einem alten kleinen Schloss mit einem romantisch anmutenden Garten ist wirklich nett…und ich habe mich für das 3-Gänge-Menü entschieden, welches hier Abends angeboten wird…das klingt gut und ich könnte mich auch draußen hinsetzen.
Ich bin natürlich vom Garten ausgegangen, aber nein….es sollte auf der sehr engen Terrasse statt finden und der bemüht freundliche Kellner reagierte etwas ungehalten, als ich fragte ob es möglich wäre mich in den Garten zu setzen. Dort saßen ja noch mehr Gäste und trotzdem waren bestimmt 10-15 Tische unbesetzt. Aber da wären ja keine weißen Tischdecken….also ich nehme auch die rose-Tischdecken die dort auf den Tischen liegen…brauche keine Weißen
Da ich mich nur sehr ungern auf so eine enge Terrasse mit einigen anderen Paaren und Familien quetschen mag….selbst ohne Corona, war es mir lieber mich am Rande des Gartens nieder zulassen.
Okay…witzigerweise wurde der Kellner erst wirklich freundlicher als ich anfing den Computer raus zu holen…hahaha er denkt wohl ich schreibe eine Rezension über das Hotel…
Jetzt wo ich meinen Wein und das Wasser am Tisch habe und auf das Essen warte, ich gemütlich hier sitzen kann, ist die Atmosphäre einfach phantastisch…im Garten umgeben von alten Bäumen durch die der Wind etwas weht…aaach geht es mir gut.
Jetzt hoffe ich nur, das das Essen dem Ganzen hier auch gerecht wird. Also so kann Urlaub gerne sein.
….
Leider war das Essen dann nicht so gut, wie ich gehofft hatte. Krustenbraten ohne Kruste, Möhren aus den Glas und Herzoginnen-Kartoffeln aus dem Tiefkühler… die Industrie lässt grüßen….