Helfen – ein tolles Gefühl

Eine Kollegin hatte uns darauf aufmerksam gemacht, das es im Kreis Pinneberg ein Logistik-Unternehmen gibt, das einen Konvoi zusammenstellt um Hilfsgüter an die Ukrainische Grenze in Rumänien zu bringen….auf einem Merkzettel stand, alles was sie dorthin transportieren wollen: neben warmer Kleidung, Schlafsäcken und Decken, auch haltbare Lebensmittel, Wasser, Baby-Nahrung und -Windeln, Hygiene-Artikeln wie Zahnbürsten, Seifen und Zahnpasta, auch Batterien, Powerbank, Medikamente, Verbandskästen usw.

Über diese detaillierte Aufstellung hab ich erst realisiert, es herrscht Not am Nötigsten um Vorort ein Überleben der Bevölkerung zu sichern, wo die Häuser zerbombt wurden, Menschen innerhalb des Landes flüchten müssen…oder eben über die Grenzen in andere Länder flüchten.

Davon aufgerüttelt, hatte ich meine Schwester gebeten zu schauen, was sie an Kleidung und anderem nicht mehr braucht und hab während meiner Urlaubstage auch einiges zusammengestellt und Mittwoch hab ich das Auto genommen und noch Wasser und Lebensmittel in Dosen/Gläsern eingekauft, und Nudeln, Müsliriegel und so etwas…jetzt nicht riesige Mengen…aber so, das ich mich damit gut gefühlt habe.

Donnerstag nach Feierabend hab ich dann unsere gesammelten Spenden zu dem Logistik-Unternehmen gebracht….es war nach 17 Uhr und es herrschte ein geschäftiges Treiben auf dem Firmengelände….man konnte nicht so richtig erkennen wie es organisiert ist…aber es waren viele Frauen und Männer vor Ort die damit beschäftigt waren, die Sachspenden zu sortieren…ich sollte meine Sachen einfach abstellen, nur Kleidung hätten sie zu viele…die gehen nicht mehr mit.

Und spontan hab ich gefragt, ob noch Hilfe benötigt wird…ja klar…ich könne gerne helfen…also hab ich das Auto ausgeladen und dann geparkt und bin dann in der „Abteilung“ Lebensmittel gelandet…einkommende Sachspenden sollten in normierte Kartons gepackt werden, damit diese dann auf Paletten gepackt, foliert und später auf die LKWs geladen werden.

Es gab jetzt Niemandem der das Sagen hatte (also zumindest nicht sichtbar)…auch konnte man nicht erkennen, wer Helfer oder Angestellter des Unternehmens war….einige waren schon seit Stunden da, andere – wie ich – waren gerade erst gekommen….alle waren gleich beim Du und egal ob alt oder jung….jeder hat einfach gemacht…und hab ich von einer netten Dame erklärt bekommen, wie wir packen sollen und worauf man achten sollte (z.B. abgelaufene Lebensmittel – unglaublich die gab es tatsächlich)…hab ich später kommenden Helfern das auch so erklärt.

Alles lief unkompliziert und irgendwie trotzdem alles Hand-in-Hand….ruhig und trotzdem geschäftig durcheinander…es gab nicht so viel Platz, aber das hat mich nicht gestört…ich hab also große Umzugskisten gepackt….Sachspenden Kartons auseinander genommen und sortiert, hab leere Kartons weg gebracht und später auch zerkleinert, bin in Gitterboxen geklettert und habe Getränkegebinde und Flaschen angereicht, als es hieß die Box muss umgepackt werden…und als ich meinte: lasst und doch eine Kette bilden, weil es eben wenig Platz gab um aneinander vorbeizulaufen, haben alle gleich mitgemacht. Fast 3 Stunden hab ich hier mit gearbeitet und es war eine interessante Erfahrung…

Es erschien mir wie eine Art Schwarm-Intelligenz…wo dezentral jeder Helfer Entscheidungen trifft die dem kollektiven Ziel dienen, ohne das vorher darüber debattiert werden muss…jeder macht, viele machen mit und kleine Entscheidungen führen alle zu einem Ergebnis….und das ohne das es Kompetenz-Gerangel oder persönliche Befindlichkeiten gibt.

Das Schönste ist, überhaupt etwas tun zu können…nicht nur hilflos vor den Nachrichten zu sitzen und zu denken: ja spinnt denn der Putin….zu sehen, wieviel Sachspenden alleine hier zusammen kommen, wie viele Menschen sich spontan, wie ich auch, zum mit Anpacken entschieden…nach Feierabend, einfach so, fremde Menschen die sich kurzfristig zusammen finden um zu helfen – das ist ein so schönes Gefühl.

Urlaubs-Multiplikator

Während meiner beiden Urlaubstage, Anfang der Woche, habe ich das Haus fast nur für meine Walkingrunden verlassen….Dabei ist das Wetter so schön draußen, so wie ich es mag: sonnig, klar, trocken und kalt…..allerdings immer noch ziemlich windig. Nachts ist es auch wieder frostig…

Ich hab mich zuhause beschäftigt, neben so spannenden Dingen wie waschen, bügeln, aufräumen und putzen…vor allem mit entspannen, lesen, Krimis schauen und Seele baumeln lassen…was im Angesicht des russischen Kriegs in der Ukraine gar nicht so leicht ist.

Außerdem hab ich es geschafft, den ersten großen Dänisch-Grammatik-Block abzuschließen, inclusive mehrmaligen Wiederholungen…also vorläufig…und widme mich jetzt erst einmal dem Wiederholen und Vertiefen von Vokabeln und natürlich der Aussprache. Vieles geht mir inzwischen flüssig über die Lippen und wirkt nicht mehr fremd….aber so manches verursacht immer noch einen Knoten in der Zunge….und ich bin überrascht, wenn mein Lernprogramm etwas als richtig anerkennt, während ich das Gefühl habe zu lallen….hahaha.

Mich jetzt weiter ausschließlich an der Grammatik fest zu klammern, bringt mich nicht weiter, denn frei Sätze zu bilden, die aus mehr als 3 Worten bestehen, klappt nicht so richtig.

Es sind tatsächlich immer noch diese vielen kurzen Wörter die ich mir nur schwer merken kann, die aus vielen einzelnen Wörtern aber erst einen richtigen Satz machen: Präpositionen (in, auf, neben, über usw.) und die verschiedenen Arten von Pronomen (mein, Dein, sich, dieser, jener, etwas, jemand usw.).

Deshalb hab ich beschlossen, mich jetzt erst einmal einem Kapitel mit den „100 wichtigsten Wörtern der dänischen Sprache“ zu widmen und mein Grammatik-Defizit nebenbei Stück für Stück abzubauen.

Mit diesen 2 sehr ruhigen Urlaubstagen, hab ich damit mein rede-intensives Wochenende wieder ausgeglichen und mich dabei gut erholt.

Als ich mich Mittwoch wieder an den Homeoffice-Schreibtisch setzte, hatte ich das Gefühl eine ganze Woche aufarbeiten zu müssen, dabei waren es nur 2 Arbeitstage.

Es fühlt sich also nach einem wesentlich längeren Urlaub an, als er tatsächlich war…erst das Wellness-Wochenende mit meiner Schwester und anschließend noch die sehr stillen Tage haben wie ein Multiplikator gewirkt.

Überempfindlichkeit gegen hohe Töne

Manchmal wünsche ich mir die Schwerhörigkeit meiner Generation….z.B. die meiner Schwester….sie redet sehr laut…und Niemanden in ihrer Umgebung stört es, während mir jedes Mal die Ohren klingeln und ich sie ständig bitte, ein wenig leiser zu sprechen. Bereits ab etwa 20 Jahre verliert der Mensch die Fähigkeit hohe Töne wahrzunehmen…ich nicht…ich kann zwar höhe Töne nicht mehr singen…aber hören dafür umso besser…das kann ganz schön nerven:

Ich werde bald 54, aber ich höre die Wecker meiner Nachbarn, die 2 Etagen über mir wohnen, wenn ein Kollege 3 Büros weiter den Höher seines Telefons nicht richtig aufgelegt hat und es leise vor sich hin tutet, ein Handy das in der hintersten Ecke auf dem Flur in einer Tasche klingelt…das leise Piepen wenn die Spülmaschine fertig ist, obwohl alle Türen zu sind…oder das Grundrauschen irgendwelcher Geräte.

Und wenn ich es einmal höre, dann kann ich es nicht mehr überhören…dann richtest sich meine komplette Aufmerksamkeit auf dieses eine Geräusch…und es fängt an mich zu ärgern.

Letzte Nacht freute ich mich, wieder in meinem Bett schlafen zu können (wenn meine Schwester mich besucht, schlafe ich im Wohnzimmer und überlasse ihr das Schlafzimmer)…..kaum liege ich jedoch in meinem Bett höre ich ein permanentes hohes elektrisches Geräusch….nicht laut, aber laut genug, um mich durch die Wohnung geistern zu lassen….es ist in JEDEM Raum hörbar.

Wie immer wenn mich Geräusche triggern (also fast immer) hab ich meine Aufmerksamkeit mittels eines spanenden Hörbuchs von dem Geräusch weggelenkt…und bin auch eingeschlafen.

Kaum wache ich heute Morgen auf, hab ich wieder (oder immer noch) dieses Geräusch…es ist DA…nicht laut, aber es ist DA …woher es kommt? Keine Ahnung.

Also bloß nicht aufregen, denn ich kann es nicht ändern….auch nicht auf das Geräusch fokussieren…Kopfhörer auf und leise Musik hören….ich hab dann 2 Stunden gearbeitet, um das für den Job fertig zu bekommen, was am Freitag liegen geblieben ist…währenddessen hab ich eine Waschmaschine angeworfen.

Später will ich die Wäsche in den Trockenkeller bringen und höre das Geräusch wieder, im Treppenhaus und es ist schon etwas lauter…ich komme in den Keller…und hier ist das Geräusch richtig laut…es kommt aus dem Heizungskeller….und es ist ein hoher permanenter Warnton.

Die Nachbarn unter mir, und damit über dem Keller….müssen taub sein…und die Nachbarn die heute Morgen das Haus verlassen haben, auch….oder die wollten sich an einem Montag Morgen nicht aufhalten lassen. Ich hab sofort den „Hausmeister“ angerufen…der war gerade vor unserem Haus mit den Bäumen beschäftigt….und er kam sofort und nach 3 Minuten war alles vorbei. RUHE !!

Wellness-Wochenende

Vor ein paar Wochen hatten meine Schwester und ich ein paar freie Tage synchronisiert … für ein Wellness-Verwöhn-Wochenende…wir haben uns dann auf den Zeitraum: Freitag Mittag bis Sonntag Mittag geeinigt….sie wäre auch länger geblieben, aber ich brauche ja danach auch wieder etwas Zeit für mich.

Ich habe Freitag einen Homeoffice-Tag gemacht…der lief aber wieder einmal schleppend…und erst als mein Feierabend näher rückte, kam alles in die Gänge und ich sollte das dann noch schnell erledigen…neeeee -so nicht…..egal – dann arbeite ich eben Montag noch 1-2 Stunden…obwohl ich da Urlaub habe.

Ab Mittags hatte ich frei, hab die Wohnung noch kurz auf Vordermann gebracht, mein Schlafzimmer geräumt, das Bett frisch bezogen usw… hab ein paar schnelle Apfel-Quark-Ballen gebacken (ein Quark-Ölteig, bei dem ich zack-zack….mal eben die falsche Flasche Öl gegriffen hatte und ein großer Schuss Olivenöl im Quark-Ölteig landete…. aber auch der Griff zum Rohrzucker war jetzt nicht so glücklich…also so richtig dolle haben die nicht geschmeckt…aber der gute Wille zählt ….hahaha).

1.Teil – Freitag: Für 16 Uhr hatte ich für uns Beide 1 Stunde Thai-Massage gebucht….die hatten wir auch nötig und konnten die hektische Woche abstreifen und kamen so schon am Nachmittag in eine Art Urlaubsstimmung.

Für das Abendessen hatte ich seit dem Morgen ein Schweinenacken im Backofen für ein Pulled-Pork …nicht klasssich, sondern mit einer Erdnuss-Sate-Marinade….jaaa schmeckte sogar richtig gut…dazu gab es Reis und als Vorspeise: Oliven, Paprika-und Chilicreme mit Brot, Tomaten, Gurken ….so ein paar kleine Leckereien, dazu einen Martini und später einen Weißwein.

Am späteren Abend gab es noch eine 5km Walkingrunde und sind gegen 23 Uhr ins Bett gegangen.

2.Teil – Samstag: Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Brötchen/Brot, Lachs, Krabben, Quark und Marmelade, Orangensaft, gekochten Eiern, Kaffee und Tee haben wir unsere Taschen für Schwimmbad und Sauna gepackt und sind nach Wedel in die „Badebucht“ gefahren…..und ich war erstaunt das vor dem Eingang eine kleine Schlange stand….ohhha soooo voll? Ne – wir waren nur etwas zu früh da, die öffnen erst um 10 Uhr.

Mit den Tageskarten konnten wir uns nach dem Einlass soviel Zeit lassen, wie wir wollten…also erst einmal eine Runde Schwimmen im Kaltwasser-Becken…jaaa also an meinem Lungen-Volumen muss ich mal wieder etwas arbeiten, aber für eine so lange Zeit ohne Schwimmen, ging es doch noch erstaunlich gut…Okay – seit Sonntag hab ich etwas Muskelkater in den seitlichen Brustmuskeln….. Danach ging es in den Saunabereich….und haben es uns dort gut gehen lassen. Mittags gab es Bruschetta und einen großen Fitness-Salat mit Hähnchenbrut und jeder Menge Obst (nicht nur, das es dort super sauber und gemütlich ist, das Essen war richtig gut und toll präsentiert). Ansonsten gab es Sauna-Gänge, Abduschen, Eisbecken, Schwimmen in dem kleinen Aussenbecken, Spaziergänge durch den Garten und Ausruhen auf den Liegen und wieder von vorne.

Wohlweißlich sind wir NICHT in die Ruheräume gegangen….denn dort ist absolute Stille angesagt und das hätte einfach nicht funktioniert hahaha…..Aber es war lustig und anregend und entspannend zugleich.

Wir sind bis Abends geblieben und sind dann noch in Quickborn in das nette griechische Restaurant,in dem ich bereits letzte Woche war, gegangen…ich hatte kurz vorher angerufen und noch einen Tisch reserviert. Und wieder waren alle super nett. Es gab Lammfilet mit Röstkartoffeln und ich war erstaunt wieviel Ouzo meine Schwester trinken konnte *kicher* wusste gar nicht, das sie das so gerne trinkt…ich mag das ja nicht…also gab es die doppelte Menge für sie…ich bekam dafür etwas anderes….gut das ich ganz Nahe wohne…so war das mit dem Alkohol-Pegel kein Problem.

3.Teil – Sonntag: Es gab die Reste von gestern zum Frühstück, danach sind wir nach Hamburg gefahren….und haben unseren Sonntag-Morgen Spaziergang am „Altonaer Balkon“ direkt an der Elbe in Richtung Övelgönne gestartet….Erst sind wir oberhalb gelaufen, später direkt am Strand….gute 7,5 km

Bei traumhaften Wetter….klare und kalte Luft….und Wind…aber es war herrlich.

Am frühen Nachmittag hat sich meine Schwester wieder auf den Weg nach Hause gemacht und ich hab den Rest des Tages einfach nur auf der Couch verbracht……es war ein tolles Wochenende…aber jetzt bin ich auch wieder froh, über die Stille und das ich meine Wohnung wieder für mich habe….

etwas verzögert – aber dafür mit klarer Haltung : Ukraine

…ach und weil ich gerade dabei bin von meinen sozialen Defiziten zu erzählen…hier noch etwas:

Jeder kenn die Aussage von Familie und Freunden: melde Dich wenn Du etwas brauchst, wenn Du reden möchtest, wenn es Dir schlecht geht….

Wenn ich mich bei Jemandem melde, dann bestimmt nicht, wenn es mir schlecht geht…sondern erst DANACH.

Deshalb enthalten ein paar meiner Beiträge immer wieder solche Aussagen wie: “ in den letzten 1-2 Wochen…“ Denn wenn mich etwas aufwühlt, ich mich unwohl fühle, ich Schmerzen habe die mich ängstigen oder mich eine Situation seelisch fordert, dann schaffe ich es oft nicht, zeitnah davon zu erzählen…oder wie jetzt, mit dem von Russland angezettelten Krieg in der Ukraine, Stellung zu beziehen.

Hier aber ganz klar meine persönliche Sichtweise, mit leichter Verspätung: Es ist ungeheuerlich und nicht hinnehmbar das Russland einen Krieg mit der Ukraine angefangen hat. Gerechtfertigt auf Lügen und Schein-Behauptungen, allen Regeln des friedlichen Zusammenlebens widersprechend.

Ich bin gegen Krieg und möchte auch nicht, das dieser Russland-Krieg sich zu einem weltumspannenden Konflikt ausweitet, in DIE dort und Wir hier….wir leben im 21.Jahrhundert und sollten doch alle in der Lage sein, Konflikte auf andere Art zu regeln, als Menschen willkürlich das Leben zu nehmen.

Die Ukraine hat Russland nichts getan, außer das es existiert und sich als souveräner Staat eine demokratische Grundordnung geschaffen hat.

Introvertiert – leere Energiespeicher

Auf einmal fühle ich mich verstanden…da gibt es tatsächlich Menschen, denen es genauso geht und es ist nicht mehr so freaky anders zu sein.

Durch Zufall hab ich einen Artikel über die Autorin Eva Lohmann und ihr Buch „So schön still“ gelesen und die wiederum bezieht sich auf den amerikanischen Autor Jonathan Rauch, der in seinem Buch „caring for your introvert“ darüber spricht, wie Introvertierte und Extrovertierte Menschen funktionieren.

Und DA steht auf einmal ziemlich genau analysiert, was ich schon oft mit anderen Worten beschrieben habe….warum ich es als introvertierter Mensch nicht geschafft habe mit einem extrovertierten Menschen auf Dauer zusammen zu bleiben (Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel…aber ich habe es eben nicht geschafft).

Um es in eine Kurzformel zu bingen:

-ein extrovertierter Mensch benötigt immer Menschen um sich herum und zieht aus der ständigen Kommunikation und Interaktion mit ihnen, Energie und Wohlbefinden.

-ein introvertierter Mensch verliert durch viel Kommunikation mit anderen Menschen seine Energie und benötigt danach Ruhe, Stille und viel Zeit für sich, um die leeren Energie-Speicher wieder aufzufüllen.

In so einer Beziehung kommt auf jeden Fall immer EINER zu kurz, ich würde sogar behaupten BEIDE. Ich hab ja immer gesagt, das mein Ex-Freund und auch meine Schwester Energie-Vampire sind (beides sehr extrovertierte Menschen)….die mich ausgesaugt zurück lassen…ein Grund warum ich es auch heute noch nicht schaffe, mehr als 1-2 Tage am Stück mit meiner Schwester zusammen zu sein.

Und bei mir treffen gleich mehrere im heutigen Sinne nicht sozial-konforme Aspekte aufeinander: introvertiert, als Kind extrem schüchtern, mit einer Tendenz zum Spektrum des Asperger Syndrom…und einem leichten Hang zur Melancholie….

Samstags – Wohlfühl-Programm

Ein Friseur-Besuch war mal wieder fällig…und da ich ein wenig zu früh für den Termin ankam, bin ich noch bei dem strahlenden Wetter eine Runde in der Nähe der Pinnau gelaufen…die Felder drumherum sahen von Weitem immer noch so aus, als ob dort ein See wäre oder ein etwas breiterer Fluß.

Und auch die kleinen Wäldchen drumherum hat der Sturm ausgedünnt…überall lagen umgeknickte und teilweise auch schon gefällte Bäume herum…kleine Bäume vor allem…hier haben Sturm und Dauerregen sichtbare Spuren hinterlassen.

Danach ging es dann endlich zum Friseur…und jetzt fühle ich mich auch wieder als Mensch mit Frisur und nicht als Bobtail.

Bei dem schönen Wetter hatte ich noch keine Lust nach Hause zu gehen…die Wohnung kann warten….aber ich hatte Hunger…in Quickborn gibt es ein sehr gemütlich aussehendes Griechisches Restaurant, da wollte ich immer mal hin. Da alle Parkplätze vor dem Haus belegt waren, hab ich kurz angerufen…ja klar könne ich kommen…es sind noch genügend freie Tische vorhanden.

Ich glaub ich hab es schon mal vor Jahren geschrieben, ich teste griechische, und ehemals jugoslawische Restaurants gerne, indem ich beim ersten Mal Kalbsleber bestelle…Wer die perfekt zubereiten kann, kann meines Erachtens auch alles andere, denn Leber ist beim Braten eine Diva….hahaha und ich liebe gebratene Leber.

Und diese hier war: PERFEKT

Dünne Scheiben, zart und saftig…also das muss man erst einmal hinbekommen…dazu gab es noch etwas Gyros, Röstkartoffeln und einen Salat-Teller…nur das Tzatziki war mir etwas zu neutral…aber da bin ich eh kein so großer Fan von.

Das Restaurant is mittelgroß, verzichtet glücklicherweise auf das seit den 80ern so beliebte „Akropolis-Ambiente“ mit Säulen und falschen Weinreben, hat stattdessen einen modernen und gemütlichen Stil

Hierhin komme ich gerne wieder….

klassisches Gulasch

Beim Einkaufen am Freitag hab ich mich entschieden meinen ziemlichen leeren Gefrierschrank mit Gulasch-Portionen aufzufüllen. Das ist ein ziemlich gutes Gericht für Koch-Unlust…einfach ein paar Nudel oder Spätzle kochen und dazu eine Portion Gulasch…das geht fast immer…so ähnlich wie Chili-con-Carne.

Zutaten: Rinder-und Schweinefleisch, dazu frische Paprika und Champignons, jede Menge Zwiebeln und einige Gläser Stockschwämmchen…dazu Salz, Pfeffer, Cayenne-Pfeffer, Chili, Paprika süß und Rosenpaprika, Knoblauch, Rotwein und Gemüsebrühe.

Ich koche schon seit Jahren das Gulasch im Backofen…in einem Bräter mit Deckel. Dadurch brauche ich mich nach dem Anbraten nicht mehr aktiv um den Kochvorgang zu kümmern.

Leider kann mein Bräter kein „Induktion“….also hab ich das Fleisch und die Gemüsesorten (bis auf die Pilze) einzeln in einer großen Bratpfanne auf dem Herd angebraten und anschließend in den Bräter umgefüllt….danach die Gewürze, Rotwein und Brühe aufgegossen, alles gut durchgemengt und in den Backofen geschoben…nach ca. 1,5 Stunden kamen dann die Pilze dazu…noch einmal Nachwürzen falls erforderlich und für eine weitere halbe Stunde im Backofen garen lassen.

Ganz zum Schluss wird die Soße mit Mehl gebunden und der Bräter bleibt danach im ausgeschalteten Backofen stehen…so kann mit der Resthitze des Ofens alles noch weiter sanft durchziehen.

Heute nun hab ich insgesamt 8 Portionen auf verschiedene Gefrierdosen aufgeteilt und 2 weitere Portionen in den Kühlschrank gestellt. Die gibt es dann heute und Morgen.

Im Brotback-Himmel….naja fast

Wie ich in den letzten Monaten feststellen musste, benötigen Sauerteig-Brote mehr Aufmerksamkeit und exakte Durchführung, als reine Hefebrote.

Hefebrote gehen mir in den verschiedensten Ausführungen locker von der Hand und Sauerteig-Brote mit Weizenmehl krieg ich auch noch ganz gut hin….alles ohne exakte Rezeptvorgaben.

Meine persönliche Königsdisziplin sind Sauerteig-Brote mit Roggenmehl…heute nun dachte ich, ich bin im absoluten Brotback-Himmel…ich hab vor knapp 48 Stunden den Teig angesetzt und heute Morgen ein relativ großes Brot daraus gebacken.

Es sieht phantastisch aus und braucht (optisch) keinen Vergleich mit einem Bäckerbrot zu scheuen:

Wie immer liegt die ganze Wahrheit aber etwas tiefer….also die Kruste ist knackig und die Krume innen ist saftig….dabei ist die Kruste ein wenig zu knackig…und die Krume dafür wenig schnittfest…sie fällt beim Schneiden leicht auseinander.

Also für die Kruste benötigt man gute Zähne und auch wenn man die Scheiben etwas dicker schneidet, gibt es keine schönen Scheiben….man könnte das Elend höchstens mit einer Scheibe Käse oder Wurst verdecken hahaha.

Geschmacklich machen die stark unterschiedlichen Konsistenzen keinen Unterschiede…es schmeckt top.

ich werde mich wohl mit dem Gedanken anfreunden mich bei Roggenbroten an komplette Rezepte zu halten, anstatt alles freihändig zu machen….

Präzise geht anders

Freitag hab ich versucht meinen kleinen Vorflur etwas praktischer zu gestalten.

Dieser Vorflur, manche sagen auch Windfang, ist wie eine kleine Schleuse zwischen Wohnungstür und Flur…Einziges Möbelstück ist der große Einbauschrank auf der einen Seite, auf der anderen ist nur die Wand mit dem Sicherungskasten, den ich natürlich mit einem Bild abgedeckt habe.

Spätestens hier ziehe ich Schuhe aus, damit ich keinen Dreck in die Wohnung trage…aber das ist nur die halbe Wahrheit…denn regelmässig verteile ich den Schmutz trotzdem im Flur, weil – wenn ich die Schuhe anziehe, mache ich das…ähmm…im Flur, denn dort hab ich einen Stuhl. Durch meine Fußprobleme brauche ich eine sehr feste Schnürung…und das geht am Besten im Sitzen.

Seit einiger Zeit suche ich also schon nach einer kleinen Schuhbank, die höchstens 30cm tief und nicht mehr als 80cm breit sein darf…das ist genau der Platz den ich im Vorflur zur Verfügung hätte, ohne das das Ding stört.

Entweder die waren viel zu breit oder zu tief. Dann hab ich so ein Teil im Internet gefunden: 68cm breit, 30cm tief – das sind die perfekten Maße, dazu ist die Schuhbank komplett in Weiß mit einem dicken weißen Polster zum draufsetzen und genügend Fläche darunter, um die Schuhe abzustellen.

Meine Nachbarin war so nett, das Paket entgegen zu nehmen und so hab ich Samstagvormittag versucht es aufzubauen…VERSUCHT….es hat nicht geklappt.

Die Einzelteile mit den Vorbohrungen passten nicht zu der Aufbauanleitung…diese war eh unpräzise aufgebaut, also es gab keine Reihenfolge, was als 1. und dann als 2. zusammen geführt werden sollte. Als inzwischen einigermaßen routinierter Zusammenschrauber von Möbeln hab ich also Anhand der Anleitung bestmöglich versucht, die richtigen Vorbohrungen mit den richtigen Teilen zu bestücken…aber dann ließen sich die Teile nicht zusammen fügen. Also Präzisionsarbeit ist das weder bei den Vorbohrungen, noch bei der Anleitung. Irgendwann hab ich frustriert alles zusammen in eine Ecke gestapelt und mich abgewendet…Nee – keinen Bock mehr.

Ich war davon überzeugt Montag schraube ich alles wieder auseinander, verpacke es und schicke es zurück….doch dann hat mich der Ehrgeiz wieder gepackt.

Also hab ich noch einmal angefangen….hier und da ein paar der Holzdübel wieder rausgezogen und mangels besserer Möglichkeiten einfach weggelassen…2x mit der Bohrmaschine vorsichtig an anderer Stelle neue Löcher für die Schrankverbinder gebohrt, damit es zu den anderen Teilen passte, so das ich wenigstens die Grundplatte mit den Seitenteilen verbinden konnte….und dann lief es auf einmal…und nun steht das Teil…hat auch die Rückwand, einen Einschub, und einen klappbaren Deckel. Ja gut auch beim Deckel passten die Schrauben nicht in die vorgebohrten Löcher…aber auch das konnte mich dann nicht mehr aufhalten….mit dem Akkuschrauber und etwas Gewalt lies sich auch dieses Problem lösen.

Und es passt perfekt in den Vorflur….sieht toll aus, ist praktisch, stört nicht und hält hoffentlich eine Weile…