Privilegien bei 32 Grad Hitze

32 Grad Sonnenschein….und ich hab es fast gar nicht gemerkt….

Wieder einmal genieße ich das Privileg Tiefgaragenplätze zu haben….

  • von der wohltemperierten Wohnung im Erdgeschoss über das Treppenhaus direkt in die Tiefgarage
  • mit dem Auto – am Morgen allerdings ohne Klimaanlage – in die Firma
  • In der Firma mit dem Auto direkt in die Tiefgarage
  • Über das Treppenhaus in mein Büro
  • Und in meinem Büro bin ich „Herrscher“ über Fenster, Außenjalousien und Klimaanlage

Mit anderen Worten: wenn ich nicht möchte, brauche ich mich nicht der Hitze auszusetzen.

Allerdings bin ich heute Mittag im Park spazieren gegangen und habe mir ein Eis von der Eisdiele gegönnt….man 1,20 EUR für eine Kugel die nicht einmal sonderlich groß ist. Das sind schon Preise…aber lecker war`s.

Ich kann mich noch gut erinnern (es ist gerade mal ein Jahr her) als mein Auto immer auf der Straße parkte und  sich bei solchem Wetter so aufheizte, das man das Lenkrad kaum anfassen konnte…und kaum war ich  Zuhause im 5. Stock (Treppe – es gab keinen Aufzug) angekommen…empfing mich meine stickige Wohnung mit Flachdach obendrüber und Sonne den ganzen Nachmittag auf den Fenstern im Schlafzimmer und Wohnzimmer….dazu KEINEN Balkon…

Jawohl ich hab es gut und ich bin mir dessen bewusst…und jawohl ich nehme es nicht als Selbstverständlichkeit und freue mich wie ein Schneekönig…ähmmm Sonnenkönig…lach

Dazu muss man aber auch sagen, das ich für diese „Annehmlichkeiten“ auch viel mehr bezahle, als für meine alte Wohnung…das sind immerhin mehr als 300 EUR pro Monat MEHR als vorher….die Mieten in den Ballungsgebieten sind ja schon happig…aber der „Speckgürtel“ rund um Frankfurt legt noch eine Schippe oben drauf.

Aus dem Leben eines Hobby-Gärtners….Anfänger eben

Ich hab mir selber ein kleines „Anzuchts-Gewächshaus“ gebastelt und  dort alle noch nicht eingepflanzten Sommer-Blumenzwiebeln in die Blumenerde gebracht…darüber eine Haube aus fester durchsichtiger Folie mit  einigen Luftlöchern…stabilisiert mit einigen Stäben, so dass die Haube nicht zusammenfällt….

Schon 2 Tage nach dem Einpflanzen zeigen sich die ersten kleinen Triebe…na okay – es ist ja auch ungewöhnlich warm. Ich denke noch ein paar Tage kann die Haube bleiben…dann kann ich die Sommerblumen auf verschiedene Töpfe aufteilen.

Mein Schatz hat inzwischen den Sicht-/Windschutz an der linken Seite des Balkons angebracht und auf der rechten Seite noch eine Rankhilfe, die ebenfalls als zusätzlicher Sichtschutz dienen kann. JETZT hat der Balkon endlich die Gemütlichkeit, die ich gerne erreichen wollte….

Als nächstes kommen noch zusätzliche zwei Bambusstauden. Im letzten Jahr hab ich eine ca. 1,20m hohe Bambusstaude getrennt … das hat sie mir übel genommen und beide Teile sind quasi tot. Aber auch die Haupt-Bambuspflanze sieht nicht so toll aus, wie ich es gerne hätte. Ich weiß nicht genau warum…aber endlich kommen die ersten neuen kleinen Triebe….

Meine Hortensien aus dem Vorjahr kann ich ebenfalls endgültig abschreiben….die sind leider nicht wieder angegangen…genau wie der Enzianstamm….Obwohl ich alle nach Anleitung überwintert habe, hat es nicht geklappt….Das ist schade, aber so ist nun mal das Leben.

Das Weidenkätzchen dagegen macht mir jeden Tag wieder viel Freude….nach einer tollen Blüte im April ist das Bäumchen über und über mit neuen Blättern bedeckt….und jeden Tag werden es mehr und die Triebe werden länger und länger…

Im Internet hab ich gelesen das man mit Hilfe eines Eimers und ein paar Saatkartoffeln tatsächlich selber Kartoffeln anbauen kann…sogar auf dem Balkon….hahaha das klingt so witzig das MUSS ich ausprobieren.

Sonntags-Ruhe in Deutschland

Ich sitze gerade umringt von 4 Eichhörnchen im Schlafanzug auf meinem Balkon und genieße die morgendliche Sonntags-Stille. Außer Vogelgezwitscher, den nagenden Geräuschen der Hörnchen und einem leisen klappern aus der Kirchenküche nebenan hört man gar nichts….doch: ab und an ein Auto auf der Straße.

Es ist diese friedliche Zeit die ich hier so genieße….ich hab bereits die Wäsche abgehängt und neue Wäsche aufgehängt, meine Blumen, Bäumchen und Gewürze überprüft und wo nötig etwas gezupft und gegossen….

Ich bin ein Genussmensch….ich liebe gutes Essen, guten Wein, schönes Wetter und auch warmen Regen. Ich liebe friedvolle Momente, frischen Filterkaffee und das Gefühl Zeit zu haben. ich liebe es draußen zu sein ohne rausgehen zu müssen….ich kann direkt nach dem Aufstehen einfach auf den Balkon gehen….barfuß – ungekämmt…lach…den Vögeln ist es egal ob ich hier gestylt sitze oder im Schlafanzug.

Das ist für viele vielleicht komisch das ich das erwähne….aber ich hab fast 10 Jahre lang überhaupt keinen Balkon gehabt…und davor hatte ich zwar Balkone – aber überhaupt keine Zeit oder Muße diese auch zu nutzen.

Der Kaffee ist fertig und ich warte nur darauf das mein Schatz wach wird…. er liegt nebenan im Schlafzimmer….damit war heute bereits um kurz vor 5 Uhr mein Schlaf vorbei (Schnarch-schnarch)…..Grummel…..aber es ist Sonntag und da ist es doch doof alleine wach zu werden….und es hat auch „nur“ eine Stunde gedauert bis ich wieder eingeschlafen bin….aufgestanden bin ich dann um 8 Uhr….

Achja….es ist 10 Uhr…und seit ein paar Minuten läuten hier die Glocken einer anderen Kirche in de Nähe….SonntagsRuhe in Deutschland

Die Schönheit der Sprache

Der Samstag plätschert so vor sich hin…..sonnig, warm, entspannt, unaufgeregt und ruhig…..naja bis gerade….

Zum ersten Mal seit wir hier wohnen, hat die Kirche nebenan doch tatsächlich eine Art Klimaanlage angeworfen und es gibt jetzt permanent ein Grundrauschen dieser Anlage….hmmmm blöd, aber das kann man noch einigermaßen ignorieren.

Schlimmer sind für mich die Telefonate auf der gegenüberliegenden Seite der Kirche….da telefonieren ein paar der Flüchtlinge….sie lehnen sich aus den Fenstern und sprechen in ihrer Landessprache schnell und hart in die Handys….laut und lange und noch lauter….

Trotz der vielen Bäume und Büsche scheint der Schall fast ungebremst bis zu uns zu kommen…aus ist es mit der schönen Ruhe.

Der Klang dieser Sprache ist ähnlich wie bei den slawischen Sprachen: für meine Ohren sehr durchdringend und hart im Klang….Dabei sagt man ja auch der deutschen Sprache nach hart in der Aussprache zu sein. Wahrscheinlich hält jeder seine Muttersprache für lieblich im Klang…lach….

Der irische Komödiant Dylan Moran schrieb über den Klang der deutschen Sprache: „ Wie eine Schreibmaschine die Alufolie frisst“ und auch Mark Twain hielt unsere Sprache für „unordentlich und systemlos“…..und da hat er gar nicht mal Unrecht. Ich bewundere heute Kinder in den Schulen und Erwachsene die unsere Sprache lernen.

Ich bin kein Meister in Grammatik…spreche und schreibe intuitiv…so wie ich es früher einmal gelernt habe…kann aber nur wenige Regeln „runter-beten“….ich weiß wann es „dem“ oder „den“ heißt, wann sich der Artikel eines Wortes wie verändert…..aber das könnte ich keinem so richtig erklären…

Aber ich selber liebe die unzähligen Möglichkeiten  im Deutschen etwas auszudrücken… Es gibt unzählige Arten ein und dasselbe zu beschreiben und immer ist es eine Nuance anders in der Beurteilung der Situation des Satzes und in der Beurteilung des Erzählers…..Herrlich.

Diese Möglichkeit sich differenziert auszudrücken und dabei auf einen riesigen Wortschatz (egal ob Ur-Deutsch, Dialekt oder angepasste Fremdwörter) zurückgreifen zu können ist schon beachtlich und fehlt mir z.B. in der englischen Sprache….

Unsere Sprache kann kalt, beschreibend und distanziert sein, blumig , schnörkelig und warm….und all das wird unterstrichen vom jeweils eingesetzten Mittel der Stimme….schmeichelnd und zart, rau und grob, fordernd  oder mitfühlend…..

Straßenfest-Saison und Besucherströme

Nach einem leckeren Abendessen im Sushi-Restaurant sind wir noch nach 22 Uhr in die Innenstadt gefahren, um dort einen Spaziergang zu machen….und waren unvermutet auf dem „Fressgass“-Fest.

Zu unserer Überraschung hatte das sogar noch geöffnet. Eigentlich sollte es in der Woche nur bis 22 Uhr und am Wochenende bis 23 Uhr geöffnet sein….aber wir waren fast bis Mitternacht da. Es findet  mitten in der Innenstadt in einem Teil der  Fußgängerzone statt und wegen der Anwohner wird eigentlich strikt auf die Einhalt der Ruhezeiten geachtet.

Aber wir fanden es super…das war die 1. wirklich warme und angenehme Sommernacht in diesem Jahr….dazu ein Glas Grauburgunder….und hunderte von Menschen…mir waren das ein paar zu viel….aber trotzdem war es noch auszuhalten….

Fressgasse rauf, eine Runde um den Opernplatz herum, dann Pause am Brunnen vor der Oper, über die Goethestraße wieder zurück und noch einen kurzen Schlenker über die Hauptwache…..ein schöner entspannter Abend.

Zur Info: Frankfurts Haupteinkaufsstraße ist die Zeil und ist nach Köln und München mit 14.250  Besuchern pro Stunde auf Platz 3 der am häufigsten besuchten Einkaufsmeilen (lt. JLL 06-2016 veröffentlicht in FAZ = Passanten -zählung im 16.04.2016 an einem Samstag)…schon krass.

Das spiegelt auch unser Empfinden wieder….samstags auf die Zeil zu gehen macht überhaupt keinen Spaß mehr…zu viele Menschen, zu viele Touristen…

Man kommt kaum vorwärts…ungeschriebene Regeln der Höflichkeit und des Anstands beachtet keiner mehr….alles drängelt und schiebt und brüllt…..keiner achtet mehr auf den Anderen….in den Geschäften ist es voll und wer an einem Samstag tatsächlich versucht bei der Telekom etwas regeln zu wollen….hahahahhaa…guter Witz.

Was ebenfalls in den letzten Jahren auffällt….auch in Läden die jetzt nicht als hochpreisig bekannt sind, stehen Security-Mitarbeiter (sogar in den Nebenlagen der Stadt war ich mal in einem „Ernstings-Family“ und selbst da war ein Wachposten an der Tür….und das war noch lange VOR den Terror-Anschlägen).

Mein Freund bemängelt das man die Polizei jetzt immer mehr im Stadtbild wahr nimmt….meines Erachtens ist das aber nicht negativ zu bewerten, sondern soll eher ein beruhigendes Gefühl vermitteln…aber da hat jeder eine andere Wahrnehmung.

Seit dem Anschlag auf dem Weihnachtsmarkt im letzten Jahr, war das die 1. Groß-Veranstaltung die wir wieder besucht haben….aber es war keine bewusste Entscheidung solche Veranstaltungen zu meiden….es hat sich einfach nicht weiter ergeben.

 

 

 

Feiertag und Seemannsgarn

Gleich nach dem Aufstehen hab ich  gebügelt….stundenlang…die Wäscheberge fühlten sich nach 4 Wochen an….aber es waren nur 2…immerhin, bis mittags war dann alles erledigt. Endlich mal wieder ALLES weg….

Nachmittags stand Wohnung putzen auf dem Plan…und gegen Ende des Nachmittags saß ich zufrieden und entspannt auf dem Balkon…

Alles sauber, ordentlich aufgeräumt, gewaschen und gebügelt…es strahlt und blitzt und immer noch stand der gesamte Abend zur freien Verfügung…..DAS hat sich so gut angefühlt…

Soooo gut, das ich gleich noch einen Kuchen gebacken  habe und später gab es noch gebratene Mai-Scholle (eine pro Pfanne…die waren ja riesig) dazu Kartoffeln und Kohlrabi in Dill-Soße…dazu einen frischen Tomaten-Gurkensalat….man was war ich fleißig – lach.

Natürlich hab ich auch meinen Vater angerufen…immerhin war „Vatertag“…und wir haben uns auch gut unterhalten, bis er mal wieder anfing rum zu spinnen…

Ja klar Papa, wenn du nicht zu deinen halbjährlichen Herzschrittmacher—Überprüfungsterminen kommst, dann ruft die Arztpraxis an und fragt nach….wenn Du dann aber immer noch nicht zum Termin erscheinst, dann taucht NICHT die Polizei auf um dich zum Arzt zu begleiten. Nein – das interessiert die Polizei bestimmt nicht….auch wenn es bei manchen Personen bestimmt sinnvoll wäre.

Leider ist es in unserer Familie üblich Seemannsgarn zu spinnen…und ich kann nur ganz schwer damit umgehen…ich hasse solche Geschichten…zumal mein Vater sie so lange erzählt bis sie für ihn der Wahrheit entsprechen….aber egal, der Rest des Gesprächs war echt okay.

Und später kam sogar noch der Stiefsohn meines Freundes überraschenderweise zu Besuch.

Unglück und Pech oder doch Glück

„Man weiß nie, vor welchem größeren Unglück einen das Pech bewahrt hat.“– Cormac McCarthy

Das ist doch auch ein schöner Gedanke ….und ist das, was wir üblicherweise als Glück bezeichnen… …da hatte jemand seine U-Bahn verpasst…..das war Pech und im Nachhinein sein größtes Glück…genau diese U-Bahn war Ziel eines Anschlags.

Wer weiß also schon, wie oft uns augenscheinliches Pech vor schlimmerem bewahrt hat, OHNE das wir es mit bekommen haben….

Mal angenommen wir verpassen unsere U-Bahn….nehmen eine Bahn später…kommen erst 10 Minuten später  an die Ampel bei der wir  oftmals über rot gehen, weil wir es eilig haben…und evtl. war genau 10 Minuten  vorher ein  durch Handy-abgelenkter Fahrer an dieser Stelle, der uns übersehen hätte….ja  wer weiß….

Ich hatte diesen Spruch gelesen als ich heute Firefox gestartet habe und mag den Gedanken. Er enthält so viel Glaube, das alles was passiert einen Sinn ergibt, auch wenn wir den Sinn nicht immer erkennen können….und genau das ist einer meiner Leitsprüche.

Gerade in dieser Zeit wo so viel in der Welt passiert, das uns ein weiterer Anschlag nicht mehr die Luft anhalten lässt. Es ist nicht mehr die Frage  DAS es passiert, sondern nur noch die Frage WO es passiert…und es passiert überall in Europa. Kommt es mir nur so vor oder zieht es willkürlich von Land zu Land? Flächendeckende Katastrophen nach dem Prinzip: KEINER kann sich mehr sicher fühlen….überall  kann es passieren….

….aber genau das lässt die Normalität wieder mein Leben bestimmen….und mein Mitgefühl für all die Menschen, die nur weil sie ihr Leben leben in diese  Anschläge geraten sind oder noch geraten werden….

Meine Oase auf dem Balkon

Gestern hab ich angefangen meinen Balkon in eine Blumen-Oase zu verwandelen…..es fehlt zwar noch Einiges….aber dafür hab ich neben meinem eigenen Balkon auch den Balkon meines Freundes bearbeitet.

ich war den ganzen Nachmittag allein zuhause und es  hatte meditative Züge stundenlang aus den Kästen die Blumenzwiebel der Frühjahrsblumen zu entfernen und die Erde für die Neubepflanzung vorzubereiten….und dann all die schönen Blumen neu in die Kästen zu pflanzen….. Jetzt fehlen nur noch die Hochstämme mit Jasmin, Enzian und Dipladenie….Die Hortensien sind verteilt auf verschiedene Töpfe auf der anderen Seite und dann kommen noch die großen Gefässe mit den Sommerblumenzwiebeln und den Dahlienstämmen.

Auf dem kleineren Balkon wartet das Vertikalbeet auf die Gewürzpflanzen…incl. Cocktailtomaten, Naschpaprika und gelbe Rübchen…lach…ein paar Kohlrabi hab ich auch noch…. und an dem Nektarinenbäumchen sind jede Menge kleine Fruchtansätze.

Der Nachteil ist nur mein Blumenbalkon ist ein Schattenbalkon und bekommt nur ca. 2 Std. am Tag direkte Sonne….aber ich versuche trotzdem so viel blühende Blumen zu pflanzen wie möglich…auch wenn diese nicht ganz so üppig werden, wie in der Sonne.

Bei meinem Freund oben hab ich reine Sonnenanbeter gepflanzt, ein großer Oleanderbusch und eine Schmuck-Lupine bilden dabei die Mittelpunkte…lach

das Rote was Ihr da sehen könnt ist ein Teil der Kirche nebenan….rundherum sind viele Büsche und Bäume und ein Streifen Waldboden…..es gibt hier keine Straße, nur der Pfarrer kommt mit seinem Auto  und Fahrrad  hin…ansonsten ist es hier sehr ruhig…aber heute ist hier Konfirmation…also ist es etwas unruhiger als erhofft, also hab ich die Kopfhörer auf und höre etwas Musik.

Ich liebe diese Oase hier….mein Refugium des Rückzugs…mit Eichhörnchen und Vögeln, dazu die Blumen…am Liebsten würde ich die  Seite die auf der ganz linken Seite (nicht im Bild) die um die Ecke zur Kirche zeigt noch etwas weiter abschotten….wir haben schon den Sichtschutz gekauft und weiter Rechts ausserhalb des Bildes wachsen hohe Büsche so das wir auch zum Eingang des Hauses geschützt sind….die Nachbarn können uns so kaum sehen…vorallem jetzt wo die Büsche dicht und hoch zugewachsenen sind…wenn ich nicht die neugierige und meckernde Nachbarin über mir hätte, wäre es ein fast perfekter Rückzugsort…..

 

schöne moderne Einkaufswelt

Als bekennender Freund von Beständigkeit finde ich es meistens nicht so lustig, wenn meine Stamm-Supermärkte  umbauen. Aber natürlich versteh ich die Notwendigkeit, alte verstaubte Methoden der Warenpräsentationen und Kundenbindungskonzepte von Zeit zu Zeit zu überarbeiten.

Eine große Supermarkt-Kette in Schnöselhausen hat damit jetzt den Vogel abgeschossen…. Der Laden ist um einiges vergrößert worden und das Warenangebot wahrscheinlich auch…aber das kann ich noch gar nicht richtig beurteilen.

Der Laden ist auf jeden Fall eines: Hypermodern und extrem verwinkelt und unübersichtlich.  Kein Laden für jemanden der klare  und gerade Strukturen liebt.

Konzept: der Kunde soll lange im Laden verweilen – ein Einkaufserlebnis haben. Mein schönstes Einkaufserlebnis ist, wenn ich den notwendigen Einkauf so zügig wie möglich erledigt bekomme und alles finde, was ich suche.

Positiv ist: auch an einem Samstagabend um 21.20 Uhr (eigentlich nicht meine reguläre Zeit – aber ich war den ganzen Tag beschäftigt und froh das der Laden bis 22 Uhr geöffnet hat) waren alle Frischtheken noch besetzt…ALLE: Aufschnitt, Käse, Fisch, Fleisch und Brot….und es liefen – oder mehr gesagt – hetzten noch viele  weitere Marktmitarbeiter durch das Geschäft.

Die Hilfe der Mitarbeiter musste ich gleich mehrmals in Anspruch nehmen, weil das ganze moderne Konzept leider  für mich überhaupt nicht durchschaubar war.

1.Versuch: Hollandaise Sauce

Ich suchte  einen TetraPack „Hollandaise Sauce“ die isst nur mein Freund in minimal-Portion und deshalb kommt diese eben aus dem TetraPack.

-Okay, also bei den Fertiggerichten und –saucen war sie nicht.

-auf den Sonderflächen mit „Saison-Ware“ auch nicht

-nicht bei Mayonnaise / Remoulade usw.

-Da bei  den frischen Erdbeeren auch gleich die Sahne und der Tortenboden stand, dachte ich: sei schlau und schau beim frischen Spargel : nein auch hier gab es das nicht

Warum sich diese dann im Regal „internationale Spezialitäten“ befand konnte mir auch die Mitarbeiterin im Supermarkt nicht erklären.

  1. Versuch: Frutissima: eine Art Marmelade die jedoch gekühlt werden muss.

Alle Kühlfächer mit modernster Touch-Oberfläche zum Öffnen der Glastüren…über jeder Tür stand genau drauf, was drin sein sollte…..also Milch / Aufschnitt / Schnittkäse / Frischkäse/ Camembert / usw.

Aber in was für eine Kategorie fällt eine Marmelade die gekühlt werden muss…..normalerweise gibt es Marmelade im Glas und die steht eben nicht in der Kühltheke. Also  – schon leicht verzweifelt lief ich ALLE Kühlfächer ab und wieder…NICHTS ….

Also wieder einen Mitarbeiter gefragt und der war schon etwas genervt: da stehen doch die Kühltheken….ja aber WO soll ich denn suchen, wenn ich es nicht finde. Er führte mich dann zu einer extra Abteilung (ganz am Anfang des Geschäfts – als weit weg von Milch und Käse usw.) und dort gab es noch einmal eine Wand voll mit  diesen modernen Kühlfächern . Er meinte vorwurfsvoll: da ist sie doch. Ach ja – da stand sie doch tatsächlich zwischen diversen abgepackten Salaten und einigen Fertigabgepackten  Salatsaucen – ja also DA wäre ich ganz BESTIMMT als nächstes drauf gekommen. ER fand das  Fach absolut logisch – ich nicht.

HAAAA und WIE komme ich jetzt an die Marmelade? Die Tür ging nicht auf…diese neue moderne Technik war an diesem  Kühlfach nämlich defekt…..ja da war dann der Mitarbeiter doch etwas sprachlos und nach einigen Versuchen auch etwas ratlos….aber irgendwann ging eines der Nebenfächer dann doch auf und er hat dann nach der richtigen Sorte geangelt…..hihihi  – da musste er sich schon ziemlich strecken.

Nun gut, so langsam hatte ich alle Dinge zusammen – zum Glück war es kein Großeinkauf.

An der Kasse bemerkte ich dann erst, das ALLE Mitarbeiter so einen „Knopf im Ohr“ hatten….Sprechverbindung….so dass die Vorgesetzten  jederzeit mit jedem Mitarbeiter in Kontakt treten können….

Jaaaaa und ich war froh als ich endlich wieder draußen war…das reicht mir für den ersten Versuch. Gut das ich meistens nicht bei uns im Ort einkaufen gehe….sondern zu einem altmodisch anmutenden Supermarkt in der Nähe.

Lieber Lieblings-Supermarkt wenn Du vorhast umzubauen, kannst Du bitte bei der Planung auch die berücksichtigen, die einfach nur einkaufen müssen….und daraus keinen abendfüllenden Event machen wollen.

Ein Leben wie eine Tüte Schokobons

Ein Thema über das ich aktuell viel nachdenke, aber kaum zu schreiben wage, ist der Gedanke was wäre wenn…

Wenn ich jetzt wüsste, das ich nicht mehr lange zu leben habe, wie würde ich das organisieren, das restliche Leben….was würde ich heute in mein Testament schreiben (ich habe bereits eines vor ein paar Jahren zusammen mit einer Patientenverfügung aufgesetzt.)

Was würde ich meinem Freund sagen, was meiner Familie, wer sollte NICHT benachrichtigt werden und wer schon…. Was soll mit meinen Sachen geschehen.

Ich weiß das klingt alles so schrecklich düster und negativ und trotzdem empfinde ich es nicht so.

Vielleicht haben mich die Krebsnachrichten aus meiner Umgebung in dieses Nachdenken zurück gebracht…

Wenn wir mit unserem Leben  den Tod beeinflussen können, beeinflusst der (zukünftige)  Tod auch unser (jetziges) Leben?

Wir haben das Sterben so sehr aus unserem Leben ausgestoßen, das es nicht mehr dazu gehört….wie einen missratenen Sohn. Darüber wird nicht mehr geredet….und wenn nicht darüber geredet wird, dann existiert es auch nicht.

Aber wenn wir immer so Leben, als ob es immer ein Morgen geben wird, nehmen wir uns da nicht die Chance bewusster zu Leben.

Eine Tüte Schokobons z.B. essen wir mit Freude und Heißhunger und futtern einfach drauf los…aber erst wenn nur noch 2-3 Stück in der Tüte sind, wird uns bewusst, dass der Genuss bald vorbei ist und die restlichen Stück essen wir langsamer und gaaanz bewusst.

Wäre es nicht klüger die gesamte Tüte bewusst und langsamer zu essen und so den Genuss viel intensiver länger zu erleben?

Das Leben sollte man wie eine Tüte Schokobons geniessen, denn die Wenigsten wissen wie lange sie das noch können.

Ich wünsche uns ALLEN einen schönen  fröhlich-entspannten Sonntag