Tanzen und ungefragter Körperkontakt

Später waren wir dann noch auf einer Ü30-Party im Südbahnhof, einer Location in Frankfurt, die es seit vielen Jahren gibt. Es ist kein Club und ist daher unkompliziert, keine langen Schlangen und keine Kleiderordnung…

Es war lange vor 24 Uhr als wir dort ankamen…eine für unsere Verhältnisse sehr frühe Zeit…es war zwar voll…aber okay,

Nur Minuten später konnte ich nicht mehr still stehen und hab mich zur Musik bewegt…ganz entspannt und ausgelassen. Bei mir hat Tanzen nichts damit zu tun, nur die Füße kurz von links nach rechts zu bewegen.

Tanzen heißt Körperbewegung….also der ganze Körper wird mit eingesetzt…und es ist Bewegung….und wenn dann noch die Musik stimmt, dann kann ich mich richtig ausgelassen bewegen… dazu stelle ich mich immer etwas abseits, mache die Augen ¾ zu und versuche alles auszublenden…Bewegung und Musik… Mehr brauche ich nicht.

Es dauert dann nicht lange, dann hab ich eine innere Zufriedenheit und ein Gefühl von Glück….

Wenn ich also nicht für mich getanzt hab stand ich mit meinem Schatz und seinem Freund und wir haben  etwas getrunken, uns leicht bewegt  und Spaß gehabt. Ein paar Frauen nebendran haben getanzt und die eine meinte ich könnte mich ganz gut bewegen…Lach…na dann…

Später brauchte sie wohl etwas mehr Platz und meinte  zu unserem Freund er solle Abstand halten…noch später war sie wohl wieder etwas zu nah und hat meinem Freund einen Spruch gedrückt: wir sollten doch woanders hin gehen, weil wir schlechte Stimmung verbreiten und noch etwas anderes…aber das hab ich nicht mit bekommen und meinte nur sie solle ihn doch in Ruhe lassen…wir wollen doch alle keine Stress und nur etwas Spaß hier haben….

Ihre Antwort war merkwürdig: also ein Mann der so eine tolle Frau hat, mit dem würde sie sich nicht anlegen und wollte dann etwas tanzen…ich hab auch für mich weiter getanzt…dann fing sie an mich von hinten zu umarmen….ich hab mich sofort umgedreht und gesagt das ich keinen Körperkontakt möchte…ihre Antwort: Also dann tanze ich nicht mir Dir…

PRIMA – denn das hatte ich auch gar nicht vor gehabt…lach….

Wir kommen manche Frauen darauf, das jeder auf  „Frauensolidarität“ steht…und dann auch noch mit körperlichem Kontakt? Das mag ich weder bei Frauen, noch bei Männern….ungefragter körperlicher Kontakt, der über das „Normale“ in einem engen Saal hinaus geht, ist echt unhöflich und mir ein Greul…

Bald war auch Zeit zu gehen….der Abend war lang und schön…um 2 Uhr lag ich dann endlich im Bett…das war seit Monaten mal wieder ein Abend mit Musik und Disco…

Berühmt? – oder nicht?

Der Samstag war so ganz nach meinem Geschmack….erst lange schlafen (also  bis 8.30 Uhr anstatt 5.45) dann im Schlafanzug auf die Couch und bis zum Mittag einfach mal NICHTS tun….dann Duschen, Wohnung putzen, mein Schatz hat Brötchen geholt und dann den Rest des Nachmittags locker vertrödeln…ich hab den Balkon mal wieder vom Dreck befreit…brrrrrrrr ist das kalt…aber es hat Spaß gemacht.

Eigentlich hatte ich überhaupt keine Lust das Haus zu verlassen…aber mal ehrlich  – es ist schon eine Ewigkeit her, dass wir einen entspannten Abend in der Stadt verbracht haben und wir waren mit einem Freund verabredet.

Beim Wagner haben wir uns getroffen….eine  dieser sehr typischen traditionellen Apfelwein-Wirtschaften. Es war laut, voll und lustig… und es gab Appelwoi, Frankfurter Schnitzel mit Grie`-Soß und Mispelchen…..hmmm lecker. So kann ein Abend beginnen.

Lustig war es vor allem weil der Freund von einer Gruppe junger Menschen an einem der Nebentische für eine „Berühmtheit“ gehalten wurde…Sie wussten zwar nicht, wer er sein sollte…aber irgendwie kam er ihnen „bekannt“ vor und weil dieser auch eine extrem lockere und pointierte Art hat, mit Menschen zu reden, also so eine „Kodder-Schnauze“ hat, rätselten sie, ist er nun bekannt oder nicht..

Eine junge Frau kam an unseren Tisch und bat ihn dann um ein Autogramm…ich hab mich kaum halten können vor Lachen, aber der Freund hat den Spaß dann mit gemacht und sogar ein Widmung geschrieben…durch mein Lachen und unsere Äußerungen haben sie dann wohl aber mit bekommen, das er KEINE Berühmtheit aus Funk und Fernsehen ist…und als sie dann später aufbrachen haben alle Personen des Tisches IHM ein Autogramm mit all deren Unterschriften gegeben…..leider ohne die Telefonnummer der jungen Frau, die ihn angesprochen hatte…schade für ihn.

Lustig waren auch die 3 jungen Italiener die neben uns am langen Holztisch saßen….sie waren genauso, wie man sich Italiener immer vorstellt, schlank und nicht zu groß, aber ständig am Reden…und das nicht nur mit dem Mund, sondern vor allem auch mit den Händen…viel Gestik und leichte Theatralik….Als ich dann kurzzeitig mal ohne meinen Schatz und seinen Freund am Tisch saß, fragte mich einer der Drei auf Englisch ob sie zu laut seien…ich verneinte…nein eher waren WIR zu laut….ich hab ihnen erzählt das ich das mit den Gesten beim Reden sehr interessant finde und wir haben uns  kurz unterhalten das einer von Ihnen schon seit 3 Jahren in Deutschland lebt und die anderen zu Besuch sind und das typische Essen hier sehr lecker fanden…das war auch irgendwie nett und lustig…

Diese unkomplizierte Art in solchen Wirtschaften finde ich klasse… vor allem wenn ich gerade mal selber in einer kommunikativen Phase bin kann ich das sehr genießen….

Chef sein ist nicht leicht..und die Arbeitnehmer sind dem ausgeliefert

Frohes  Neues Jahr??….so langsam komme auch ich im  Jahr 2017 an…wie in jedem Jahr „erwache“ ich gerade erst aus der Monotonie der ersten 20 Tage eines jeden Jahres…aus der Monotonie von Arbeiten und Schlafen, schlafen und Arbeiten.

Jawohl es ist quasi vollbracht…Obwohl ich in diesem Jahr sooo gut vorbereitet war, wie noch nie….war es einer der schrecklichsten Jahresabschlüsse der letzten Jahre….

Meine Chefin war schrecklich unvorbereitet und extrem schlecht drauf… zuerst die Elternzeit im November…dann anschließend der Urlaub über den Jahreswechsel.. …tja und so  haben wir alle ihre schlechte Laune und extreme Hektik abbekommen….

Ich hab ja Verständnis dafür…immerhin bin ich ja auch unter Permanent-Stress…aber teilweise waren ihre Reaktionen schon echt beängstigend….

Es ging z.B. um eine personenbezogene Rückstellung, die ich gar nicht machen darf, weil sie eben Gehaltsbestandteile jedes Kollegen darlegt…aber ich hab die Datei soweit vorbereitet, das sie nur noch die  FERTIGEN Daten eintragen muss…der Rest rechnet sich dann von selbst.

spricht mit HR-Mitarbeiterin:

C: warum schicken Sie mir die Datei, nicht Wirbelwind68

HR: weil es personenbezogene Daten sind, soll ich es anonymisieren und ihr schicken

C: nein das mache ich selbst

Ich erhalte eine Datei auf Kostenstellen-Basis  und bin ratlos…auf Kostenstellen-Basis kann man das nicht berechnen.

ICH: Chef warum bekomme ich die Datei? Ich kann die Daten nicht berechnen das machst DU immer

C: Hääääääääääääää??????????   IIIIIICCCHHHH?  (wird laut und beugt sich vor)

ICH: JA – so wie in jedem Jahr, ich kann pro Arbeitnehmer die Daten ja nicht ermitteln  – ich DARF die Gehälter der Kollegen nicht wissen

C: NA DANN muss ich mich später darum kümmern, dafür hab ich JETZT KEINE ZEIT….grummel grummel grummel

Da hat sie das komplett ausgeblendet und  mich voll angefahren…aber ich kann es weg stecken, genau wie fast alle anderen sagen wir mal, nicht so netten Anraunzer, weil ich weiß, eigentlich bin nicht ich selbst gemeint….

Auch wenn ich ihr mitteile das die Wirtschaftsprüfer mit ihr sprechen wollen und die eine am Mittwoch kommt, bekomme ich dann das Gepolter ab: ICH HAB AM MITTWOCH KEINE ZEIT…..ja deshalb wäre es gut Du sprichst mal selber per Telefon mit der Prüferin…WANN WILL DIE DENN kommen….das weiß ich nicht genau, sie will noch vorher mit Dir reden..ruf doch einfach  mal an….ICH KANN AM MITTWOCH NICHT LÄNGER BLEIBEN, DAS MUSS ICH ERST ORGANISIEREN…sprich doch bitte est mal mit ihr selber, dann könnt ihr das absprechen….so geht es bei vielen Themen, wo ich eigentlich nur Mittler bin….

Vor ein paar Tagen hab ich allerdings ein Telefonat mitbekommen, das konnte ich nicht stillschweigend hinnehmen…immerhin hat sie eine meiner  Mitarbeiterin voll aggressiv am Telefon angegangen…. Ich bin zu ihr ins Büro gegangen, während sie noch mit meiner Mitarbeiterin telefonierte….abgesehen vom Tonfall war es auch inhaltlich etwas überzogen.

Nachdem sie aufgelegt hatte hab ich ihr ruhig gesagt:

  1. Der Inhalt des Briefes mit mir abstimmt war
  2. Das ihr Ton sehr aggressiv gewesen sei

Sie hat mich mit einem Satz aus dem Büro geschickt, das wir  später reden…und dann hat es ca. 15 Minuten gedauert, dann meinte sie jetzt wäre sie bereit zuzuhören…ich hab es noch einmal gesagt, das der Ton unangemessen war und ihr noch einmal die Sachlage erklärt…sie hat sich dann per Mail bei meiner Mitarbeiterin für den Ton entschuldigt….

Na gut…..

Inzwischen ist der schlimmste Teil des Jahresabschlusses vorbei…und das obwohl auch noch unserer Wirtschaftsprüfer mitten drin krank geworden ist….er hatte zwar eine nette Hilfskraft dabei und  es kam dann auch ein Ersatz…..aber das ist eben nicht dasselbe…

Seit gestern Abend sollte der geprüfte Jahresabschluss fertig sein….wir werden aber wohl noch in der nächsten Woche ein paar „Verwaltungsdinge“ erledigen müssen….und das obwohl  ab Dienstag bereits ein Prüfer vom Hauptzollamt kommt, dazu ein internes Audit  gleich danach und die Finanzamtsprüfung geht jetzt auch in die nächste Runde.

WARUM musste ich mir eigentlich so einen bescheuerten Job aussuchen, bei dem man ständig  geprüft wird….Seutz….Also ein frohes neues Jahr sieht etwas anders aus…aber dafür hab ich jetzt tatsächlich ein freies Wochenende….

14.01. – und ich bin betrunken…

Es ist 17 Uhr am Samstagnachmittag…und ich bin leicht betrunken…

JAWOHL…und es ist mir egal was andere darüber denken….Wichtiger ist, WARUM ich bereits  am späten Nachmittag alkoholisiert bin…

Nun….nach 26 Tagen Arbeit ohne Pause hab ich heute meinen ersten freien Tag…ich hab gut und lange geschlafen…hab heute Teile meiner Wohnung geputzt….lol…inklusive Schränke auswischen…und komischerweise hatte ich mal wieder Stress mit  meinem Schatz.

WARUM soll ich immer auf Andere Rücksicht nehmen….WER nimmt Rücksicht auf mich? Eben….es muss mir doch nicht immer alles gefallen….und kann es trotzdem akzeptieren. Letztlich liegen meine Nerven blank…und mein Schatz verliert  mehr und mehr sein Selbstbewusstsein durch die 2,5 Monate ohne Job.

Das ist keine gute Ausgangslage für ein entspanntes Wochenende. Bloß gut, das wir vor ein paar Tagen wenigstens seit Beginn meiner Stressphase mal wieder  tollen Sex hatten…. Jaaa, das tut gut…

Wenn wir Glück haben wird die Wohnung meines Freundes an einen „Investor“ verkauft…d.h. mein Schatz könnte in der Wohnung bleiben….DAS zumindest wäre mal eine gute Nachricht…

Mein Job fordert mich bis an und über meine Leistungsgrenze ….. mein Freund fängt an sich zu langweilen…obwohl es so viele Dinge gibt,  die er erledigen könnte… tja….und so driften wir langsam aber unaufhörlich in eine kleine Krise…einziger Rettungsanker wäre Toleranz…

Toleranz ist leider ein viel benutzter Begriff, mit wenig Substanz…also ein überstrapazierter Begriff, der z.Z. keine Wirkung zeigt….nun gut…da bleibt mir nur  (Vorsicht: Ausrede) der Griff zum Glas Wein….und bereits 1,5 Gläser später  bin ich in einem alkoholisierten Zustand jenseits der Fahrtauglichkeit….

Fühl ich mich jetzt besser: JA !

Ist  leicht benebelt sein ein erstrebenswertes Ziel: NEIN, aber es hilft mir gerade über das Gefühl des totalen Versagens hinweg….ICH bin ICH….mit all meinen Fehlern…Und ich ändere mich NICHT…nur damit andere mich mögen…BASTA.

Ich hab gerade echt nicht viel zu lachen in meinem Leben…und der Alkohol hilft mir, mich lebendig zu fühlen…. Eine fatale Lebendigkeit….so, wie Jemand der sagt, wenn er sich „ritzt“ ist der Schmerz  ein menschliches Gefühl welches derjenige spürt und sich damit lebendig fühlt.

Ich hab den ganzen Herbst und auch im Winter kaum bis gar keinen Alkohol getrunken….aber seit 1,5 Wochen….seit meine Chefin Wieder „on Board“ ist….hab ich das dringende Bedürfnis mich zu betrinken….jetzt mit 1,5 Gläsern bin ich betrunken….

 

Ein Augenblick – Als Kokon vor der lauten Welt

Ein frohes Neues Jahr…das wünsche Ich Allen.

Wir waren zu Silvester bei einem Freund eingeladen und mit knapp 10 Leuten war es eine kleine privat-intime Feier, auch wenn ich nur wenige davon kannte.

Aber ausnahmslos waren alle der Meinung es ist gut, das das Jahr 2016 vorbei ist, das Neue kann nur besser werden…weil schlimmer geht’s nicht mehr. Dabei meinte Niemand die großpolitische Lage oder die Angriffe, sondern seine private Welt.

Nun aus diversen Gründen hatte ich es bis und auch nach Mitternacht nicht geschafft, mein persönliches Resümee zu ziehen und einen Ausblick auf MEIN neues Jahr zu werfen….aber ich war überrascht das Alle nur negative Erlebnisse im Blick hatten und so gar keine positiven Aspekte mehr wussten.

Es ist klar die negativen Erlebnisse bleiben stärker im Gedächtnis …aber bei 365 Tagen muss es doch auch Schönes gegeben haben.

Was mir an diesem Silvester gefallen hat, wir sind um Mitternacht mit warmen Jacken und kaltem Sekt im Glas raus auf die Straße gegangen. Es hatte leicht geschneit (komisch – bei uns im Taunus , etwas höher gelegen als Frankfurt  war kein Schnee) und  die Straßen und Autos waren komplett mit Schnee bedeckt…wir haben Alle zusammen angestoßen, unsere kleinen Feuerwerke abgefeuert…also die Anderen, ich nicht….ich liebe Wunderkerzen und mag keine Raketen. Und dann haben wir gesehen wie in den Straßen drum herum die Menschen viele tolle Feuerwerkskörper in den Himmel schossen…es war eine so friedliche Atmosphäre. Ich fühle mich in dieser kleinen verschneiten Straße mit friedlichen Menschen die fröhlich waren, so geborgen und so eingehüllt in diesen Moment…

…bis dieser je zerstört wurde…einer der Freunde unseres Freundes musste unbedingt 10 Minuten nach Mitternacht sein Handy zücken und las uns die Schlagzeilen der Silvesternacht vor…. Attentat in der Türkei, wieder ca. 1000 Festnahmen in Köln…usw.

Maaaaannnn…., kann denn heute niemand mehr einfach den Augenblick länger als 10 Minuten geniessen OHNE gleich wieder einen Anreiz von Außen zu benötigen? Muss das denn sein? Also mein Augenblick – dieser kleine Moment als Kokon des friedvollen Zusammenseins – war zerstört…

Zum Glück sind Alle dann wieder hoch in die Wohnung gegangen, während mein Schatz und ich in der klirrenden Kälte noch ein paar Minuten  draussen blieben….Ein frohes Neues Jahr….schön, das wir ein Neues Jahr begrüßen und erleben dürfen…

Überstunden und das Gesetz

Mitten in meiner Arbeitshauptsaison, während meiner 11-12Std. “Schichten“ ohne Wochenend-Frei, kommt ein Kollege, baut sich vor mir auf und lamentiert über die vielen Überstunden in seiner Abteilung und das das laut Arbeitszeitgesetz in Deutschland gar nicht erlaubt ist.

Na danke…da bist du bei mir ja gerade an der richtigen Stelle…ich hab bereits 62 Überstunden in diesem MONAT….lach….und Morgen  kommen noch ein paar hinzu.

Was soll ich dazu sagen…er hat ja Recht. Ich bin nur erstaunt das er, als technischer Mitarbeiter, den gesamten Inhalt des Gesetzes kennt…er hat sich damit wohl schon eine Weile beschäftigt.

Ich hab ihm geraten

  1. Mit seinem Vorgesetzten darüber zu reden
  2. Dienst nach Vorschrift zu machen
  3. Sich nicht aufzuregen, er hat es in der Hand es zu ändern
  4. Da er ohnehin nicht ganz gesund ist, doch zum Arzt zu gehen

Für mich ist das seit 30Jahren normal so zu arbeiten…dafür kommen auch wieder ruhigere Zeiten und ja es macht mir im Moment sogar richtig Spaß.

unpersönliche Botschaften

Mein berufliches Mail-Postfach hat in den letzten Tagen jede Menge Weihnachts-Mails erhalten…aber nicht an mich, sondern eben an ALLE…

Wann ist eigentlich diese Unsitte entstanden das man mit EINER eMail gleich ALLE Kollegen, Kunden und Lieferanten auf einmal anschreibt.

So ganz ohne persönliche Anrede….und dann so ganz allgemein wird sich quasi bei ALLEN für die „gute Zusammenarbeit“ bedankt.

Das ist für mich die unpersönlichste Form…sogar noch unpersönlicher als wenn überhaupt kein Weihnachtsgruß bei mir eingegangen wäre. Ich  ärgere mich richtig  darüber…und ohne Antwort landen die gleich im Papierkorb.

Ich finde Mails und auch WhatsApp sind gute Möglichkeiten um vieles zu erledigen und ich hab auch gar nicht dagegen eine Weihnachtsmail zu erhalten.

Aber kann dann bitte auch wirklich ICH gemeint sein, also mit einem „Hallo Wirbelwind68“?  und so das ich erkennen kann, das diese Mail nur an mich gegangen ist und nicht an eine Gruppe von Menschen….

Ich will von keinem Kollegen, mit dem ich überhaupt nichts zu tun habe, keine Dankesmail wie „gut wir zusammen gearbeitet haben“…

Aber das ist eben die neue „schöne“ Welt…da muss man sich aus dem was man bekommt einfach nur die Dinge raussuchen, die einem Gefallen und den Rest ignorieren.

Minenfeld: Weihnachtsfeier

Weihnachtsfeiern in Firmen sind ja nicht immer ganz unkompliziert….und bei uns bedeutet dieser Tag viel Unruhe, weil eben alle Kollegen aus dem Außendienst und aus den anderen Standorten zu uns kommen…es gibt neben der Weihnachtsfeier noch weitere beruflich veranlasste Zusammenkünfte an denen ich nicht teilnehmen muss. Erst dann wird es gaanz ruhig und ich kann endlich arbeiten.

…und ich arbeite bis 15 Minuten vor der Abendveranstaltung konzentriert…also so konzentriert wie möglich.

Wie bereits geschrieben fühlte ich mich nicht fit. Wäre nicht gleichzeitig mit der Weihnachtsfeier die Verabschiedung eines unser Geschäftsführer verknüpft ,hätte ich mich auch direkt nach Hause begeben…direkt ins Bett.

So fing um 18 Uhr die Feier an…und es war auch wirklich schön gemacht….Zuerst gab es eine Ansprache  des GF Nr.2 zur Verabschiedung des GF Nr.1…dann gab es den Dank des GF Nr.1 und dann waren die ersten 20 Minuten auch schon überstanden…lach… nein so schlimm war es nicht….aber man merkt auch unserer Nr. 1 und 2 an das sie solche Reden nicht mögen, der Eine kann es lockerer und freier rüber bringen, als der Andere….aber es war gut gemacht…

Dann gab es schon ein tolles Essen….mit leckerem Wein.  Ich wusste schon im Voraus, das ich nicht mehr als 1-2 Gläser Wein trinken werde….ich behalte gerne die Kontrolle.

Wir hatten in diesem Jahr wieder freie Tischwahl…..Jahrelang wurden die Tische immer per Los zugeteilt, so das ich auch schon mit Kollegen zusammen gesessen habe mit denen ich keine verbalen Berührungspunkte habe….also auch hier dieses Mal alles in Ordnung.  Mit den Kollegen am Tisch hatte ich es gut getroffen und es gab nur einen unangenehmen Punkt an diesem Abend…ich musste zu einem der Tische und die Kollegen dort begrüßen…also Augen zu und durch…Erledigt…

Der nächste Programmpunkt nach dem Hauptgang und vor dem Nachtisch war ein Zauberer….ohhhhhh Schreck…und ich saß ziemlich weit vorne…Gaaaaanz gefährlich…aber zum Glück bekamen Andere die Aufforderung auf die „Bühne“ zu kommen und ich konnte mitlachen….

Puhh….also fast geschafft…Jetzt war es fast 20.30 Uhr und ich wollte heim….

Es gibt so ein paar ungeschriebene Gesetze für Weihnachtsfeiern, die kennt fast jeder Arbeitnehmer: Nicht zu viel Alkohol, Frauen sollen sich nicht zu aufreizend anziehen, Niemals als Letzter gehen und auch nicht als Erster gehen.

Nun gut ….darauf konnte ich dieses Mal keine Rücksicht nehmen und war die Erste….als die Meisten nach der Zaubershow im Nebenraum waren um den Nachtisch auszusuchen, hab ich mich von meinen Mädels verabschiedet und bin gegangen…ein paar komische Blicke hab ich zwar geerntet, aber mehr nicht.

Soooo auch hin diesem Jahr hab ich die Weihnachtsfeier überlebt…. Ich bin froh das ich hin gegangen bin….meine Chefin war eh etwas angefressen als ich im Vorfeld gesagt habe das ich nicht lange bleiben werde….aber immerhin ich WAR da. An den später folgenden Verbrüderungen mus ich mich nicht beteiligen…die Letzten sind wohl bis 3.30 Uhr geblieben.

Es ist immer das Gefühl auf der einen Seite dazu gehören zu wollen, aber auf der anderen Seite Ich selbst  bleiben  zu wollen und mich nicht in blöde Situationen zu begeben. Ich bleibe lieber etwas aussen vor…und ich glaube niemand erwartet nach all den Jahren wirklich das ich mich anders verhalte.

Einer von 3 Musketieren geht heim…

Nun haben wir also meinen lieben Kollegen in die Rente verabschiedet, d.h. die offizielle Verabschiedung hat statt gefunden….Morgen kommt er noch einmal um seinen Schreibtisch zu räumen und um sich persönlich zu verabschieden.

Seit Jahren ist er einer der Wenigen mit denen ich einen engen Kontakt pflege, auch wenn ich seit einiger Zeit feststellen musste, dass sich alles nur noch um die nicht erhaltene Anerkennung seiner Chefin drehte. Es wurde langsam schwierig in der privaten Kommunikation. Ich hab mich deshalb schon etwas zurückgezogen.

Und ich konnte  in den letzten Wochen meinen eigenen Frust  z.B. über seine direkten Kollegen nicht mehr loswerden….er hat das schon nicht mehr hören wollen….das kann ich zwar gut verstehen, hat mich aber doch etwas getroffen.

Nun gut dann stehe ich eben schon jetzt alleine da…. JETZT sowieso… Der Nachfolger meines Kollegen ist zwar nett, aber seine Art harmoniert nicht so ganz mit Meiner….es gibt nur noch Einen der zu unserem Dreier-Bund dazu gehört…und der ist eben räumlich weiter weg.

Der 3. Musketier in unserer Gruppe war auch bei der Verabschiedung und ich hab mich gefreut, dass er aus NRW  extra zur Verabschiedung des Kollegen gekommen ist….und er hat noch zwei Kolleginnen mit gebracht.

Eine davon liegt mir besonders am Herzen. Obwohl wir uns bisher in den letzten Jahren nur ganz selten gesehen haben  und auch mehr unregelmäßig (nur bei entsprechenden Projekten) telefonischen Kontakt hatten, sind wir uns trotzdem sehr nahe…Von Anfang an, war es ihre unkomplizierte Art die es mir leicht machte, sie in mein Herz zu schließen.

Die offizielle Verabschiedung verlief echt so  reibungslos, das einem schlecht werden konnte (Entschuldigung). Seine Chefin las die Rede wie engagiert und lustig er war und wie sehr sie ihn schätzt, vom Blatt ab…wenn auch nur die Hälfte von dem Vorgelesen stimmt, dann waren unsere Unterhaltungen in den letzten Jahren scheinbar am Thema vorbei…GRINS….Der so hoch Gelobte hat sich dann brav bedankt und nur eine ganz kurze Ansprache gehalten.

Ich werde ihn echt als kompetenten und engagierten Kollegen vermissen….und ich gönne ihm noch viele unbeschwerte Jahre….

Weihnachtsmarkt – Teil II 1/2

Das Beste war gestern auf dem Weg auf die Frankfurter Zeil.

Wir hatten das Auto bereits abgestellt und beim Schlendern durch den Anlagenring kamen wir an der Rückseite eines Hotels vorbei und man konnte über einen normalen Weg (kein gesperrter Privatweg) dort hin gehen und auf der anderen Seite dann weiter den Weg in Richtung Fußgängerzone nehmen. Also kein abgesperrter Berich…

…und dort war im Hof ein kleiner Weihnachtsmarkt aufgebaut…bestimmt 6 Buden, ein paar Stehtische, Weihnachtsmusik, einige Leute mit Essen und Trinken, es wirkte so klein, gemütlich und friedlich …wir entschieden uns HIER eeinen Glühwein zu trinken …ich also an den Stand: 2 Glühwein bitte und zückte dann einen Geldschien…

Die 3 jungen Leute an dem Stand waren sehr freundlich und meinten, da hätten wir uns wohl auf einen privaten Weihnachtsmarkt gemogelt….aber den Glühwein würden wir trotzdem bekommen, denn das würde jetzt hier nicht auffallen …und schwuups standen die 2 Gläser vor uns….ohne Bezahlung.

Wir haben uns freudig und freundich bedankt, uns an einen der Tische gestellt und den Glühwein genossen.

Irgendwie hat dieser Glühwein so viel  besser geschmeckt als so manch anderer, obwohl er es  wahrscheinlich gar nicht war… aber es war diese besondere Zutat: Menschliche Freundlichkeit und ein unverhofftes Geschenk… und sehr wertvoll.