Mieter-Wechsel

Seitdem ich vor 14 Tagen meine Wohnung gekündigt habe und mein Vermieter meinte er würde sich wieder melden hab ich nichts mehr von ihm gehört.

Hmmm. Da der Vermieter und seine Frau beide bereits sehr alt sind und sie bisher noch nicht wieder mit der Maklerin vorbeigekommen sind, ist mir der Gedanke gekommen…evtl. haben die gar kein Interesse mehr zu vermieten…ist auch blöd wenn die Mieter alle 3-4 Jahre wechseln…das macht Arbeit….vielleicht soll die Wohnung jetzt ja auch verkauft werden.

…neugierig wie ich bin, hab ich dann einfach mal im Internet geschaut ob die Wohnung schon neu zur Vermietung oder gar zum Verkauf angeboten wird… Aber bisher habe ich diese Wohnung nicht im Netz gefunden.

Dafür aber etwas anderes: Die alte Dame über mir, die mir von Anfang an das Leben erschwert hat, will ihre Wohnung vermieten…ich nehme an sie zieht entweder zu ihrer Tochter oder geht in ein Altenheim.  Das ist die Nachbarin die sich darüber beschwert das ich die Wäsche auf dem Balkon zum Trocknen aufgehängt habe, das ich die Vögel füttere und das ich es gewagt habe auf dem Balkon zu grillen, dazu spielt sie gerne mal auf ihrem Klavier und hört fast ununterbrochen klassische Musik…das mag ich um 5 Uhr morgens beim Zähneputzen auch nicht gerade hören.

Erst jetzt fällt mir auf das ich in den letzten Wochen gar keine klassische Musik mehr von oben höre, dafür hab ich mich geärgert das es immer wieder  abends so klang, als ob Möbel willkürlich verschoben werden….Okay – jetzt ergibt es einen Sinn.

Die alte Dame läuft aber immer noch um das Haus herum und schaut nach den Blumen und Büschen und auch ganz verstohlen nach den Balkonen im Hochparterre…Nicht umsonst hat die Nachbarin zu meiner linken Seite erst gestern einen Sichtschutz angebracht…lach…ich nehme an, die hat auch keine Lust mehr sich von der neugierigen alten Dame ständig von Oben oder auch vom Garten aus auf den Balkon schauen zu lassen….

Okay – das ist reine Spekulation, aber der Sichtschutz ist ca. 1,80m hoch und auf der Seite gibt es nur 2 Balkone die  stören können: das ist mein kleiner Balkon seitlich versetzt (ich müsste mich über die Brüstung lehnen um auf den Nebenbalkon schauen zu können) und der Balkon über mir…also der Balkon der alten Dame.

Das Haus wurde in den 60er Jahren gebaut und ich weiß, das die Dame viele Jahrzehnte in dem Haus gelebt hat  und es fällt ihr bestimmt nicht leicht zu gehen. Ihre Tochter ist da groß geworden und ihr Mann später verstorben.

Na mal sehen, wer dann hier einzieht….die Wohnung soll ab 1.8. vermietet werden, ich selber bleibe  ja auch nur bis zum 31.08.  

Lieblingsplatz – freigegeben

Bevor jetzt gleich weiter die Straße aufgerissen wird, hab ich mich auf meinen Lieblingsplatz begeben, dem Balkon.

Mit Strickjacke und Decke und einer dampfenden Tasse Kaffee. Es sind ca. 15 Grad…Auf der einen Seite höre  ich bereits die Autos die sich zügig auf dem Weg ins tägliche Einerlei durch den Ort kämpfen. Auf der anderen Seite höre ich wie sich die Arbeiter in Stellung bringen um die andere Straße weiter auf zu reißen. Beides ist zwar außerhalb meines Sichtbereiches, aber dafür unüberhörbar….Ebenso wenig die Flugzeuge, die hier rüber fliegen.

Ohhh es ist 7:17  und die Maschinen legen los…schade – ich dachte ich hätte noch ½ Stunde Ruhe… die hören jetzt den ganzen Tag nicht mehr auf.

Viel Zeit hätte ich heute ohnehin nicht um Stille und Ruhe (wenn sie denn da wären) zu genießen. Ich muss noch einiges vorbereiten… Ich hab heute mein Team zu einem kleinen Umtrunk mit Abendessen eingeladen.

Erst jetzt wird mir bewusst, wie lange ich niemanden mehr zu mir nach Hause eingeladen habe. Ohhha – ich hab mich ja echt ganz schön verkrochen in den letzten Jahren. Nicht das ich mich unwohl damit gefühlt hätte. Ich lebe ja nach dem Prinzip „my home is my castle“ …es ist mein Rückzugsort, meine Trutzburg – mein geschützter Raum. Ein Platz der mir gehört…mein Schneckenhaus.  Und diesen Platz teile ich nur mit den Vögeln und Eichhörnchen.

Aber so zurück gezogen wie  ich in den letzten Jahren hier gelebt habe  spiegelt nur einen Teil meiner Persönlichkeit wider.  Ich hab eigentlich immer gerne Freunde eingeladen und bekocht…ich war gerne Gastgeber, war in meiner Clique auch immer ein Teil  der Feste mit organisiert hat, der sich kümmert….in den letzten Jahren hab ich mich allerdings nur noch um meinen heutigen Ex-Freund gekümmert und er mochte nie zuhause Besuch bekommen.

Das hat es mir leicht gemacht, mich ebenfalls wieder weiter von anderen zurück zu ziehen. Bitte nicht falsch verstehen…er hat mich nicht „gezwungen“ – aber es war einfach diesen Weg weiter zu gehen.

Sich auf andere Menschen einzulassen hat bei mir auch immer etwas mit dem Überwinden  von Scheu und tiefliegender Schüchternheit zu tun. Und dieses Überwinden tut mir zwar gut, aber kostet jedes Mal Kraft. Der Weg des geringsten Widerstandes bedeutet eben es sich leicht zu machen – auch wenn der Verstand sagt: das ist nicht gut.

 

 

Wochenend und Wohnungsputz

Das Pfingstwochenende war arbeitsreich…Samstag hab ich ja erst einmal im Büro gearbeitet, und danach hab ich auf meinen Balkonen Ordnung geschaffen….den Rest des Tages hab ich dann faul in der Ecke gelegen.

Gestern Vormittag war ich beim Sport und hab mich so richtig verausgabt…das mit dem Sport hat die ganze Woche schon nicht geklappt- Zuviel Arbeit….also hab ich diesen letzten Tag der Woche so richtig genutzt meine Muskel zu fordern…entsprechend fühle ich mich heute…lach.   Am Abend war ich dann wieder mal auf Wanderschaft durch den Ort…ich liebe diese Zeit zwischen Sonnenuntergang und Nachtschwärze….die sogenannte Blaue Stunde…es ist so eine herrliche Abend-Stimmung  gewesen.

Den heutigen Morgen hab ich auf dem Balkon verbracht. Aber dann wurde das Wetter im schlechter und da ich in den nächsten Tagen ja auch noch Besuch von meinen Vermietern erwarte, hab ich mich zu einem Grundputz in der Wohnung entschlossen.

Angefangen auf der Toilette, über das Bad bis in den letzten Winkel der Küche: einmal „shampoonieren, fönen und frisieren“ …d.h. schrubben und wienern und adrett dekorieren…vor allem die Wandfliesen und auf den Schränken und in den versteckten Ecken…und was soll ich sagen: der verspätete Frühjahrsputz hat sich echt gelohnt.

Jaaa ich weiß, das hätte ich schon längst erledigen sollen und eigentlich sah es ja gar nicht so schmutzig aus…hmmm aber die Dunstabzugshaube  und die Ecken unter der Arbeitsplatte usw.   und außerdem …..in den letzten Wochen hab ich mich mehr auf die staubanfälligen Räume (Wohnzimmer, Flur und Schlafzimmer) konzentriert, wegen meiner Allergie…grummel…jaja…grrrrr….. und wer putzt schon gerne ….

Okay  aber JETZT bin ich FERTIG… Einmal die komplette Wohnung  in „SAUBER“ -Puh – ein sehr befriedigendes Gefühl.

Familien-Treffen

Nach den Wohnungsbesichtigungen hab ich mich noch mit meiner Schwester und meinem Schwager  in einer Eisdiele getroffen. Die sind die 150km von noch weiter nördlich bis nach Pinneberg gekommen….wir haben  Kaffee  und Eisbecher und dazu Sekt bestellt…. Zum Anstoßen:

1.     Auf den neuen Job

2.     Auf die neue Wohnung

3.     Auf meinen Neustart in Norddeutschland

Obwohl ich es immer noch nicht geschafft habe mit meiner Schwester über einige Themen zu sprechen z.B. ihr Verhalten kurz vor dem Tod unseres Vaters oder während der unmittelbaren Zeit danach  oder noch offenstehende ältere Themen…war es ein entspannter schöner Nachmittag.

Ich binsonst immer sehr direkt, aber ich scheue diese Konfrontation… und manchmal denke ich – okay sie ist quasi der „Rest“ meiner engsten Familie….und vielleicht sollte ich einige Themen endlich als nicht mehr so wichtig begraben, ….um für mich auch hier inneren Frieden zu bekommen. Ich trage aus der Zeit als wir Halbwüchsig waren noch ein paar unangenehme Themen mit mir herum. Aber unseren Vater haben wir ja inzwischen auch beerdigt, ohne dass ich das Thema je mit ihm aufgearbeitet habe. Also schließe ich jetzt Frieden damit und damit auch mit meiner Schwester.

Also wir sind nach Eis und Sekt noch durch den Ort gelaufen, durch einen Grüngürtel und sind später wieder mit den Autos in Richtung Heimat aufgebrochen. Meine Schwester ist zum Glück nicht mehr ganz so quirlig und aufgedreht und das macht die Unterhaltungen wieder angenehm.

Ich hab iauf dem Weg zurück nach Hessen noch in der  Lüneburger Heide  einen Stopp eingelegt für ein Abendessen mit Matjes und Pellkartoffeln…und war erst weit nach Mitternacht wieder zuhause…1100km an einem Tag. Ich hatte mir vorsichtshalber eine Tasche mit ein paar Klamotten gepackt …wollte aber nicht schon wieder auswärts übernachten…nur einmal wurde sich so müde, das ich im Auto für 15 Minuten geschlafen habe …danach ging es wieder weiter.

Neues Zuhause

Vor 10 Tagen habe ich mir 2 Wohnungen angeschaut  und auch schon vorher ein wenig geplant (s.  Wohnungssuche und Zahlenspiele )

Ich hatte mich an dem Samstag bereits um 6 Uhr morgens in mein Auto geschwungen und bin die knappen 550km bis in den Kreis Pinneberg (oberhalb von Hamburg) gefahren….Zwischendurch hab ich ein paar kleiner Stopps eingelegt… die Fahrt lief ruhig und ohne Probleme und NEIN – ich hab mich nicht verfahren.

Da ich sooo gut durch gekommen bin, hatte ich auch immer noch genügend Zeit um z.B. meinen Arbeitsvertrag  Vorort in den Briefkasten der Firma zu werfen (so bin ich zumindest sicher das er auch angekommen ist)….hab mein Auto noch durch die Waschstraße gefahren und den Innenraum gereinigt, noch ein paar Einkäufe erledigt und DANN hatte ich den Besichtigungstermin.

Sagen wir es mal so: Die Wohnung ist fast zu schön um wahr zu sein….und ich hab sie bekommen …..hahahaha.

Es handelt sich um ein Einfamilienhaus mit ausgebauten Dachgeschoss,  eigenem Aufgang, 3 Zimmer, 80qm mit Dachschrägen –aber vielen Fenstern in den Schrägen, modern, hell, mit Balkon, mit Außenjalousien die sich einzeln elektrisch steuern lassen, mit Einbauküche (in der Küche ist noch Platz für Waschmaschine, Spülmaschine und Gefrierschrank). Das Bad hat nicht nur Dusche und Badewanne, sondern vor allem auch ein großes Fenster….Als Keller dient der Spitzboden, der nur durch die Wohnung erreichbar ist…und vor dem Haus sind genügend Parkplätze vorhanden.

Das Haus ist erst vor ein paar Jahren gebaut worden, energetisch hoch-modern, mit Solaranlage auf dem Dach und super isoliert….Es liegt in einem Wohngebiet mit vielen 1 bis 2 Familienhäusern,  es ist sehr ruhig und gepflegt…und vor allem die Vermieterin ist eine jung-gebliebene ältere Dame, sehr sympathisch und nett….und sie hat den gleichen !! Beruf ausgeübt !! und ist viel unterwegs.

Sie meint in dieser Wohngegend leben überwiegend Paare mit bereits erwachsenen Kindern…keine Kirche, Schule, Kindergarten in direkter Nähe. Keine ausschweifenden lauten Gartenpartys oder Grillorgien, eher ruhig und gediegen….also eher eine bieder-langweilige Umgebung…und damit ziemlich genau das, was ich suche. Wenn ich Trubel möchte brauch ich nur die 20km bis Hamburg fahren.

Apropos fahren: ich kann die 20km bis Hamburg mit Bahn, Bus oder Auto fahren…und die knappen 9km bis zu meiner Arbeitsstelle ebenfalls  mit Bahn, Auto oder sogar Fahrrad…Ich hab mir bereits sagen lassen, das es eine schöne Radweg-Verbindung geben soll…okay – das werde ich alles beizeiten herausfinden.

Also wenn ich jetzt Fehler finden wollte: Fußbodenheizung und Kaminofen gibt es nicht….aber das wäre eh purer Luxus… und ist in Mietwohnungen nicht ganz so oft zu bekommen. Und die Miete ist angemessen für Größe, Ausstattung und Lage  – die Nebenkosten sollen mit 100EUR bei einer 1 Person durch die moderne Bauweise ausreichend sein – was ich als sehr niedrig empfinde…aktuell zahle ich ca. 250 EUR Nebenkosten.

Ach ja: die Wohnung ist bereits bezugsfertig (incl. Grundreinigung)….aber die Vermieterin ist damit einverstanden, das der Mietvertrag erst ab 15.07. gilt…. Ein Mietvertrag ab 1.8. wäre ja perfekt gewesen…so ist es immerhin noch richtig gut mit 1,5 Monaten Überlappung.

Die 2. Wohnung hab ich mir auch noch angeschaut, aber die ist bei weitem nicht an die 1. Wohnung ran gekommen…also ich hab mein zukünftiges Zuhause schon gefunden. 

Balkonidylle versus Kirche

Pfingsten…die Entsendung des Heiligen Geistes im Christentum und damit war gestern erst das offizielle Ende der Osterzeit.

Warum dieser Montag trotzdem als gesetzlicher Feiertag gilt wird i.d.R. damit begründet, das an diesem Tag in vielen Regionen „Brauchtum“ gefeiert wird und auch an diesem Tag feiert das Christentum.

Ich kann diese Tage nur schwer überhören…lach….in der Kirche nebenan  wird gerade noch lautstark gesungen und nun läuten alle Kirchen der Umgebung….und jetzt wird wieder gesungen mit Orgelbegleitung und bei geöffneten Kirchen-Fenstern/Türen. 

Aber es ist eine friedliche Atmosphäre…und bei mir auf dem Balkon präsentieren einige Vogelarten gerade ihren Nachwuchs…so kleine Wollknäuel..sooo niedlich. Sogar der Buntspecht war mit seinem Sprössling in unmittelbarer Nähe.

Auch die Eichhörnchen (eigentlich sind es Futterneider) benehmen sich untereinander noch friedlich….auch daran sieht man, es sind noch junge Tiere. In 1-2 Monaten scheuchen sie sich gegenseitig fort oder gehen sich weiträumig aus dem Weg.

Was mich in diesem Jahr besonders freut, der Kernbeißer ist noch da. Ein für mich faszinierender Vogel, weil sein Gefieder so leuchtend-Braun ist…. Leuchtend ist ein Wort, das mir bei Braun sonst eher selten in den Sinn kommt.

Um mein kleines Vogel-/Eichhörnchen-Paradies tut es mir schon leid. Schade, das ich die nicht einfach einpacken und mitnehmen kann…

Suche nach einem Nachfolger II

Zusätzliche Panik bekomme ich bei  den Aussagen meiner Chefin, das die keinen Nachfolger für mich finden….

Ich bin in dieser Woche auch noch dazu aufgefordert worden bei einem der Bewerbungsgespräche die Fachfragen zu stellen…Da der Group-Kollege  (der sonst die Fachfragen stellt) nicht dabei sein konnte… Beide Chefs standen in meinem Büro und haben mich gefragt…vorsichtig gefragt… sie wollten mich ja nicht zwingen, wenn ich nein sage…Aber…….

Nun gut, also hab ich mich auch noch auf das Gespräch vorbereitet….die Dame war gar nicht schlecht und hätte auch gut zu meinem Team gepasst. Warum  die voraussichtlich nicht in die engere Wahl kommt:  „missing seniority“ …ich weiß nicht mal richtig wie ich das übersetzen soll: sie wirkt ihm zu jung für diesen Posten (mit 37 Jahren).

Meine Chefin hat mir zumindest am Freitag zu verstehen gegeben das es gut sein kann, das sie niemanden rechtzeitig finden werden…das ich also niemanden einarbeiten kann und das es sogar sein kann das mein Posten 1-2 Monate unbesetzt bleiben könnte.

DAS macht mir ja mal richtig Angst…ich weiß ja auf welchem Rücken das dann ausgetragen wird: auf dem Rücken meines Teams….genau das wollte ich nicht…aber lieber soll gar niemand eingestellt werden – als  der/die/das Falsche. Es wird also nicht mal eine Zwischenlösung geben – das finde ich persönlich sehr bedenklich.

Jetzt hab ich wieder Magenschmerzen, schlafe schlecht und überlege wie ich mein Team jetzt aufstelle, das es auch ohne mich geht…nur zur Erinnerung ich habe KEINEN regulären 40 Stunden Job und mit vielen Dingen hat mein Team auch nichts zu tun….wie soll ich das denn umverteilen….was ist dringend zu erledigen, was ist wichtig, was kann warten….BOA – so sollte das eigentlich nicht laufen.

JETZT geht es mir richtig schlecht …die Verantwortung liegt bei den Chefs ja….aber ausbaden muss es mein Team. Und  ich? ……ich fühle mich jetzt schuldig meinem Team gegenüber. Na danke auch…

Nun ist mein Ego echt nicht mehr wichtig (hatte ja geschrieben das es meinem Ego gut tut, das ich nicht so leicht zu ersetzen bin, wie alle geglaubt haben)…nun wünschte ich, die würden sich jetzt für einen Kandidaten entscheiden, damit ich noch jemanden einarbeiten kann. Ich möchte nicht das mein Team sich aufreiben muss und die dann auch noch die Lust an dieser Firma verlieren….

 

Nerven-aufreibend und frustrierend

Die Woche wurden meine Nerven auf eine harte Probe gestellt…

 Es war nervenaufreibend, zermürbend…und das  blieb auch nicht ohne Folgen für meine Gesundheit. Natürlich der Job…alles andere läuft  ja erstaunlich reibungslos.

Der „Umbau“ des Konzern läuft ja bereits seit  mehr als 1 Jahr… für einen bestimmten Teil der auch mich betrifft, wurde extra ein Externer  zusammen mit einem IT-Mitarbeiter in ein „Projekt“ gesteckt und die haben das  ca. 3 Monate  vorbereitet…. Da ich auf diesem Gebiet bei uns als kompetenter Praktiker gelte, wurde ich mehrfach über das kommende Procedere informiert….ja das klang alles in sich stimmig….

Der Externe hat sich dann kurz vor der Realisierung/Umsetzung des Projekt mit einem unserer Entscheidungsträger von OBEN überworfen. Aus Erzählungen einiger Kollegen weiß ich nur: Es gab Streit, der  Externe hat  seine Sachen gepackt, ist gegangen…und ist auch nicht mehr zurückgekommen.

Vernünftigerweise hätte die OBERE sich mit dem Externen irgendwie einigen sollen, damit das Projekt zum Abschluss kommen kann. Aber nein…warum soll man denn klein beigeben…..also wurde von OBEN beschlossen, das Umsetzen macht jetzt jede betroffene Landesgesellschaft selber…also  wurden alle entsprechenden Buchhalter aufgefordert  das  Projekt jetzt mit dem IT-Mitarbeiter umzusetzen.

Und dann der Knaller: ICH  sollte dabei mit meinen 4 Gesellschaften als  Praktischer Test gelten… Ach das dauert ja nur so 3 Stunden pro Gesellschaft….und mit mir könnte man das Ganze ja in Deutsch testen….um zu sehen ob sich die englische Anleitung so umsetzen lässt.

….ich hab mich geweigert.  Ich kämpfe immer noch mit den anderen Auswirkungen dieses Umbaus, hab immer noch die Nachwehen des letzten Jahresabschlusses zum 31.03., muss meinen Rückstand versuchen irgendwie aufzuarbeiten, gehe bald in Urlaub, muss immer noch meinen neuen Kollegen weiter einarbeiten….

Meine Weigerung hatte dann einige Wellen geschlagen…ich hab  meiner Chefin,  dem zukünftigen neuen Chef,  der uns übergeordneten Abteilung im Konzern und deren Mitarbeiter, der IT  erklärt:  ICH stehe für solche „Tests am offenen Herzen“ nicht zur Verfügung…. Sobald es in irgendeiner anderen Gesellschaft funktioniert…OKAY…dann können die mich umstellen… Aber ich TESTE hier NICHTS.

Mit meiner entsprechenden Argumentation hab ich zwar einigen Unmut auf mich gezogen, meine Chefin hat mich erst bestärkt und ist dann aber eingeknickt….immerhin es hat gewirkt…. Es wurde bei einer anderen Gesellschaft getestet…und DANN wurden meine Gesellschaften umgestellt…..Die Umstellung hat dann insgesamt fast 3 Tage!!!!!  gedauert:

War ja klar das so etwas nicht reibungslos funktioniert….es hatte massive Auswirkungen…und hat auch zu Fehlern geführt mit Abweichungen die mehrere Millionen € ausmachten…diese Fehler mussten wir (IT und ich) erst einmal verstehen, dann überlegen wie wir es bereinigen,  dann bereinigen, dann schauen ob es passt und was es bedeutet wenn es nicht passt….das hat mir einige Bauchschmerzen, schlaflose Nächte und lange Tage bereitet….aber dann war es geschafft.

Dieser komplette Umbau in Teilen meiner Bilanz führte jedoch dazu, dass alle meine bisherigen Strukturen, vorzubereitenden Dateien für das Monats-Reporting auf einmal nicht mehr funktionierten…und wir mussten ja am Freitag bereits das Reporting abgeben. Meine Chefin hat diese Verantwortung bereits an ihren Nachfolger abgegeben….aber ich stand dann da und wusste nicht mehr weiter….

Die ganze Woche hab ich immer wieder Kopfschmerzen, meine Nerven liegen blank und ich bin hoffnungslos hektisch und unkonzentriert und fühle mich überfordert. Alle vergessen immer wieder, das ich ja auch noch normale  Arbeit habe….also Notbremse.

Anstatt also Freitag so lange zu bleiben bis das Reporting stimmig ist, hab ich mich  (ohne Rücksprache mit meinen Chefs)  an höherer Stelle (Group Controlling) erkundigt ob es  reicht wenn die Daten erst Samstag fertig werden…..zum Glück hab ich einen guten Draht zu dem entsprechenden Entscheidungsträger…. JA – es reicht.

Also hab ich in einer Mail an meine Chefs und Kollegen die es auch betrifft geschrieben, das ich nach Hause gehe und die Daten am Samstag fertig stelle…und bin  gegangen und das war auch gut so. Hab mich zuhause hingelegt und geschlafen…versucht meine Nerven zu beruhigen…bin spazieren gegangen und hab wieder geschlafen. Na immerhin ließen sich meine Nerven und mein Blutdruck so einigermaßen regulieren.

Samstag war ich dann auch nicht alleine im Büro…lach…meine Kollegin aus dem Controlling war auch da  und wir haben somit beide unsere Daten mit frischer Kraft und klarem Verstand weiter aufbereitet und ins Reporting-Tool eingegeben…es hat zwar gedauert…aber letztlich gingen die Werte auf.

Um das mal klar zu sagen: es geht bei diesem Reporting nicht um gesetzliche Anforderungen, sondern um interne Vorgaben…und die werden wichtiger genommen, als alles andere. Handelsbilanz= untergeordnet / Steuerbilanz = notwendiges Übel / Konzern-Reporting = die heilige Kuh…. es wird so viel Druck erzeugt, als ob Menschenleben davon abhängen…jeder ist genervt und gestresst und keinem macht das Spass…nicht mal den Mitarbeitern auf Konzern-Ebene…aber wir alle knechten uns um dem gerecht zu werden. Mehr und mehr finde ich das alles so überflüssig, sinn-entleert. 

Keine Gefahr – aber Danke

Komische Überschrift oder? Ich lese gerade über ein Problem, welches mich bereits mein ganzes Leben begleitet – Es ist eine extreme Reaktion auf normale Geräusche – Misphonie.
Es gilt nicht als Krankheit, aber als neurologische Störung. Die Auslöser (Trigger genannt) führen zu teilweise unkontrollierter Wut und die Betroffenen können dem Auslöser nicht standhalten, so das derjenige versucht sich dem Trigger zu entziehen.
Die Trigger sind dabei sehr unterschiedlich: Nase hoch ziehen, Schmatzen, normale Kaugeräusche usw.
https://misophonie.de/mit-misophonie-leben-bewaeltigungsstrategien/
Auf dieser Webseite wird u.a. geraten mit seinem Stammhirn (dem vegetativen Nervensystem, auch Reptiliengehirn genannt ….klingt schon komisch) Kontakt aufzunehmen….Wenn man einem Trigger ausgesetzt wird einfach zu sagen: Danke liebes Stammhirn, das Du mich darauf aufmerksam machst, aber es besteht keine Gefahr…um auf diese Art eine Überreaktion des Körpers mit Wut und dem Wunsch der Situation zu entkommen zu verhindern. Misphonie wird beschrieben als „Reflex aus dem Reptiliengehirn“.
Das klingt irgendwie merkwürdig – durch geknallt…aber die Überreaktion auf normale Geräusche ist ja auch merkwürdig…Warum nicht also einfach mal ausprobieren.
Ich werde es also einfach mal versuchen…auch wenn ich mir bewusst bin, das es nicht um eine Art „Heilung“ geht, sondern um eine Strategie besser im Leben mit diesen Geräuschen umzugehen.
Ich hab schon als Kind am Esstisch gesessen und mir die Ohren zu gehalten, um den anhaltenden Essgeräuschen zu entgehen. Das hat oft für Ärger bei meinen Eltern gesorgt, weil diese nicht wussten warum ich so reagiere und ich hab es kaum ausgehalten am Tisch sitzen zu bleiben…
Über dieses Thema und meine lebenslangen Erfahrungen damit, gibt es noch viel zu erzählen, aber für Heute möchte ich mich erst einmal mit diesem Ansatz mich für die übereifrige Reaktion meines Gehirns auf normale Geräusche zu bedanken, auseinandersetzen…

Eigenes Ego und die Suche nach einem Nachfolger

Die Suche nach meinem Nachfolger erweist sich dagegen als schwieriger als die Chefs sich das gedacht hatten….
Und irgendwie finde ich das auch beruhigend. Nach der Aussage meiner lieben Kollegin aus dem HR es wäre ja soo vieel einfacher einen Nachfolger für mich zu finden die hätten soo viele tolle Bewerbungen erhalten….war ich irritiert. Hmmm, meint sie das im Ernst das es leichter ist, mich zu ersetzen, als meine Mitarbeiter? Diese Aussage hat mich etwas gekränkt.
Nur leider stellt sich dann bei den Bewerbungsgesprächen heraus, das sind immer nur wirkliche „Team-Leiter“…d.h. die leiten nur, haben aber nur selten die Kenntnisse um wirklich aktiv die Arbeiten auch durchführen zu können.
Ich bin nicht bei der Auswahl und bei den Gesprächen dabei, aber ein Kollege informiert mich über die Einzelheiten und ist entsetzt über das fachliche Nicht-Wissen. Also um Personal zu führen und das Team zu leiten sind die Personen geeignet, aber sobald es um das tatsächliche Fachwissen geht, hapert es.
Ich hab inzwischen geraten, doch lieber keinen Teamleiter zu suchen, sondern eine Fachkraft mit (zusätzlicher) Teamleitungs-Funktion. Das beschreibt es auch viel besser was ich da mache. Es nutzt ja nichts, wenn jemand schreibt er leitet den z.B. den „Anlagen-Buchhalter“ hat aber noch nie selber in SAP Anlagen aktiviert…und wenn ein Kandidat dann noch nicht einmal die Grundregeln der Bewertung kennt, dann sieht es eng aus.
Irgendwie beruhigt es mich…. und schmeichelt mir auch (bin ja auch nur ein Mensch) wenn ich jetzt inzwischen aus verschiedenen Richtungen innerhalb des Konzern und vor allem auch von meiner noch Chefin höre, das ich ja so ein geballtes Fachwissen habe und es schwer ist/wird so Jemanden wieder zu finden, der das ebenso hat und dann auch noch in der Lage ist ein Team zu führen, bei dem sich alle Teammitglieder wirklich als Team begreifen.
Das mit meinem Team war nicht immer so …und hat auch ein paar Jahre viel (meiner) Zeit in Anspruch genommen, damit sich alle Teammitglieder untereinander verstehen, respektieren und auch gerne miteinander arbeiten. Unser letzter (männlicher) Zugang ist auch bereits nach 4 Monaten voll integriert und alle sind mit Spaß dabei.
So langsam wird es Zeit, das ein Nachfolger für mich gefunden wird, es sind nur noch knapp 3,5 Monate die ich zum Einarbeiten für meinen Nachfolger habe.
Das Gute ist, ich kann viele Dinge bereits unserem „Neuzugang“ zeigen und habe auch schon Teile meiner Arbeit übergeben, so wird es auch meinem Nachfolger leichter gemacht…Der/Die muss dann nicht mehr alles selber können….